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23.01.2012, 20:51 Uhr

Einfädler-Affäre publikumswirksam beigelegt

Marcel Hirscher, Felix Neureuther und Ivica Kostelic haben sich am Montag versöhnt. Mittels Handschlag zogen die drei Ski-Stars bei der offiziellen Startnummernauslosung in Schladming einen Schlussstrich unter die Einfädler-Affäre. Zudem hat der kroatische Verband nach gemeinsamem und detailliertem Videostudium das Ergebnis des Slaloms am 5. Jänner in Zagreb als regulär bezeichnet und anerkannt.

Die Protagonisten haben am Montagnachmittag ein rund halbstündiges Gespräch geführt. "Wir haben uns ausgesprochen. Wir verstehen und akzeptieren die Meinungen und Ansichten des anderen", sagte Hirscher danach. Wichtig war den Athleten, Verbänden und dem Weltverband (FIS), den Zündstoff vor dem Nachtslalom am Dienstag in Schladming zu entschärfen.

Auch dem gemeinsamen Kopfsponsor von Hirscher und Kostelic dürften die Ereignisse der vergangenen Tage nicht sonderlich gefallen haben. Deshalb hob Kostelic auch ganz besonders die spezielle Verbindung zu Hirscher hervor. "Marcel und ich haben eine lange Freundschaft und wir wollen Freunde bleiben. Marcel ist ein ehrlicher Mann und ein fairer Sportler", so der Kroate.

Kostelic erklärte seine Sticheleien Richtung Hirscher am Sonntag in Kitzbühel mit dem "Adrenalin nach dem Rennen". Zudem hatte Kostelic zu diesem Zeitpunkt offenbar noch gar nicht persönlich die Bilder von den angeblichen Zagreb-Einfädlern gesehen. Im Gespräch am Montag erklärte Hirscher Kostelic nun offensichtlich glaubhaft, warum er aufgrund seines Fahrstils Probleme beim genauen Erkennen eines Einfädlers hat.

Der 22-Jährige hat Kostelic versprochen, dieses Thema in Zukunft sensibler zu behandeln. "Sobald ich mir zu 90 Prozent sicher bin, werde ich stehen bleiben", sagte Hirscher. Einfädeln und weiterfahren widerspricht offenbar sehr massiv dem skifahrerischen Ehrenkodex im Hause Kostelic.

Die Basis für den Frieden gelegt hat FIS-Renndirektor Günter Hujara. Er hat am Montag gemeinsam mit allen Trainern die strittigen Videos noch einmal genau unter die Lupe genommen und gezeigt, mit welch hochwertiger Technik bei den Analysen gearbeitet wird. Nur x-fach herangezoomte HD-Bilder der Zagreb-Fahrten von Hirscher und Neureuther machten es möglich, halbwegs wasserdichte Schlüsse zu ziehen. Ein korrektes Urteil mit dem freien Auge eines Torrichters scheint in derartigen Fällen völlig unmöglich, Vergleiche mit strittigen Abseitsentscheidungen im Fußball drängen sich fast auf.

© APA

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