"Ein Kerl, das kann ich selber"
Zunächst merkte man dem 61-Jährigen nichts an. Er plauderte munter mit seinen Gästen Anke Engelke und Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Erst als es um das Thema Frauenquoten und Herdprämien ging, konnte der Moderator sich einen Witz auf eigene Kosten nicht ersparen: "Ich geb' meinen Job frei demnächst. Ich gehe mit gutem Beispiel voran."
Als ihn Engelke dann anstiften wollte direkt hinzuschmeißen, zierte sich Gottschalk noch ein wenig, um dann das Thema der Frauenquote wieder aufzugreifen. Wenn er geht, "dann soll aber 'ne Frau hier sitzen. Ich gehe nur, wenn hier 'ne Frau kommt; ein Kerl, das kann ich selber", so der Moderator und genoss den anschließenden Applaus.
Grund der Absetzung war der ausbleibende Quotenerfolg. So merkte Gottschalk in seiner Sendung selbst an: "11 Millionen Zuschauer beim Fußball. Da muss ich zwei Wochen senden, um auf 11 Millionen zu kommen."
Die Erwartungen an Gottschalk waren immer sehr hoch gewesen. Fast im Alleingang sollte er den kränkelnden ARD-Vorabend zu neuen Höhen führen. Von einem Marktanteil von zehn Prozent war die Rede. An diesen Erwartungen und dem ganz offensichtlich nicht ideal ausgearbeiteten Konzept der Sendung ist er nun gescheitert.
Da dem Showmaster die Quoten und der Druck bekannt waren, nahm er die Entscheidung der ARD sportlich. Zwar gab er in einer Pressemitteilung sein Bedauern bekannt, um dann anzumerken: "Über das Schicksal eines Fernsehmoderators entscheidet das Publikum, und ich muss zur Kenntnis nehmen, dass es mir nicht gelungen ist, an diesem Programmplatz genügend Zuschauer zu begeistern."
Der selbst erst kürzlich abgesetzte Harald Schmidt konnte sich ein paar Seitenhiebe auf seinen Kollegen nicht verkneifen. So eröffnete er seine gestrige Sendung mit den Worten: "Ich bin froh, dass ich es schon vor sieben Stunden erfahren habe, ich wollte mich vor Ihnen nicht mit verheulten Augen zeigen." Aber auch sich selbst lies Schmidt nicht außen vor und spielte auf sein eigenes Aus an. "Das muss furchtbar sein, wenn ein Sender einem sagt, es ist vorbei, oder?", so Schmidt. Um danach hinterher zu setzen, dass er selbst so etwas hoffentlich nie erleben müsse.
Am 7. Juni läuft das letzte Mal "Gottschalk live". Seine Nachfolge wird zunächst keine Frau übernehmen. Während der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen soll Dieter Nuhr mit seiner Sendung "Nuhr gewinnt" den Sendeplatz um 19.20 Uhr übernehmen.
214 Meinungen zu "Selbstironie zum Abschied"
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cyberonix
Mittwoch, 25.04.2012, 09:34 Uhr Mein Gott(schalk) - so viel Hass - und Häme - und unterirdische Kommentare??? Zu einer Sendung - und einem Menschen - die sich selbst nicht allzu ernst genommen haben??? Und von der er selbt gesagt hat, dass er nicht drauf angewiesen ist? Und sich nicht dran klammern wird? Und von der er wusste, dass sie ein "Quotengrab" ist??? In der halben Stunde vorm Abendfilm? Wenn der normale deutsche Gewohnheitskucker was anderes zu tun hat als fernzusehen??? Z. B. noch "Last-Minute-Besorgungen" zu machen??? Oder vielleicht mit Partner und/oder Familie zu Abend zu essen??? Falls er/sie eine hat??? Also, wer um die Zeit tatsächlich zuverlässig vor der Glotze hängt - und sich tatsächlich über diesen Mist aufregt, den er da verzapft - und das immer und immer wieder! - der hat wohl wirklch nix Besseres zu tun - und da läuft die Glotze wohl den ganzen Tag, oder? Stichwort: "Unterschicht-Fernsehen" - die Talkshows sind fertig - die Daily Soaps auch - und jetzt läuft noch ne Gottschalk-Show vorm Abendfilm - also die auch noch reinziehen. Und wenns einem beim ersten Mal nicht passt - dann das nächste Mal gleich noch mal - und noch mal - und noch mal... Und grade, weils einem nicht passt, kann man sich so herrlich drüber aufregen, nicht wahr?? Über den "geldgeilen Rentnerschwarm" - der den Hals nicht vollkriegen kann - von Werbung - und Shows - und vom Fernsehen machen...? Und dann tritt er auch noch ständig in anderen Klamotten auf - und macht sich immmer wieder mal zum Affen??? Unmööööglich, so was - oder??? Da passt der Heine schon wieder ganz gut - das ist beste deutsche Tradition!^^ Dass er es bisher immer wieder geschafft hat, stundenlange Sendungen zusammenzustellen, zu organisieren, zu moderieren - und dabei auch immer wieder mit Pannen, Querschlägen und zuletzt mit einem tragischen Unfall umzugehen, interessiert dabei keine Sau - oder??? Und dass er auch solche Klopse wie die Geschichte mit Reich-Ranicki und seiner Ablehnung des Fernsehpreises souverän gemeistert hat, find ich einfach genial! Ich weiß nicht, wie viele seiner Kollegen ds so locker hätten überspielen können - und dann im Nachhinein auch noch hätten hingehen können und ihm das Ding nachtragen. Also - wenn jemand erkennt, dass die schlechten Vorhersagen alle eingetroffen sind - und das Ding trotzdem noch so lange durchzieht, bis es eingestellt wird - der beweist für mich schon, dass er eigentlich volkommen drüber steht - und weder auf das Geld noch auf die Quote noch angewiesen ist - sondern das Ganze nur noch zum Spaß macht -und weil er es sich leisten kann - auch ohne Quote Fernsehen zu machen.... Wen die Sendung bei mir so neben bei mitlaufen würde, dann würd ich mir die einfach ansehen - und das somit nehmen, wie es läuft. Schlecht ist er ja nun weiß Gott(schalk) nicht...^^ -
WerWeissWasWird
Freitag, 20.04.2012, 17:40 Uhr Wetten das hat mich als Sendung nicht interessiert. Thomas Gottschalk habe ich allerdings immer gemocht. Weil er die Dinge nicht wichtiger machte, als sie waren. Thomas Gottschalk brachte immer eine Portion Leichtigkeit mit. Gut so!








