München Blues
Vor seinem Laden liegt eines Tages ein betrunkener Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Situationen sind übrigens rein zufällig und keineswegs gewollt – es handelt sich also um eine ganz und gar fiktive Erzählung!) vor der Tür. Alles, was ihm blieb ist eine Einladung zur „Wies’n“ von der Immobilienfirma „Global Real Estate“ und ein Dossier.
Das steckt Gossec ein, nachdem er den Samariter gespielt hat und den alltagsuntauglichen Politiker Hirschböck mit einem Taxi nach Hause geschickt hat, ist der Fall erledigt. Bis, ja bis ein paar Tage darauf sein Freund Julius von besagter Firma „entmietet“ wird.
Der hilfsbereite Wilhelm wil [München-Blues] l seinem Freund helfen, die Zwangsräumung dessen Wohnung zu verhindern. Dabei kommt es zum etwas handgreiflichen und nasenblutenden Kontakt mit einem Handlanger einer offensichtlich viel gewichtigeren „Mauschel-Clique“. Es geht um das Schlachthofviertel, dessen Neubebauung und Verwendung geldgierigen Hintermännern das „Goldwasser“ im Munde zusammenlaufen lassen.
Der Autor erzählt hautnah und authentisch, gewährt einen Einblick in die Welt bayrischer Outlaws und Rechtsbeuger und staffiert seinen Protagonisten mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, Geradlinigkeit und einem Hauch von krimineller Derbheit aus. Mit zudem einem ausgeprägten Maß an Lokalkolorit entsteht so ein Regionalkrimi der ganz eigenen Art, der München mit einem Schattenwurf versieht, dessen man im sonstigen High-Society-Blick auf die Stadt gar nicht gewahr wird. „In München ein Verbrechen - na, des gibt’s ned“ möchte man sagen und wird - zumindest in Bronski’s witziger Realfiktion eines Besseren belehrt. Das macht Spaß und ist auch spannend.
Max Bronski München Blues Antje Kunstmann 173 Seiten, EUR 16,90 ISBN 3888974631
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