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19.09.2011, 17:56 Uhr

SuperHeavy - SuperHeavy

Es ist eigentlich nur konsequent. Wenn schon ein Aufeinandertreffen von Schwergewichten aus der Rock- und Popmusik, landläufig gerne als Supergroup genannt, dann bitte auch stolz darauf im Bandnamen darauf verweisen: Mick Jagger, Dave Stewart, Joss Stone, Damien Marley und A.R. Rahman sind SuperHeavy. Was in der Theorie nach eher unvereinbaren musikalischen Gegensätzen, fast nach einem Clash der Zivilisationen und Generationen klingt, klingt in der Praxis auf "SuperHeavy" nach entspannter Zusammenarbeit und durchaus schlüssigem Sound. Super oder schwer ist das Debüt der fünf Ausnahmemusiker nicht.

VonStefan Weber

Vielleicht ist es ja so: Nach fast 50 Jahren Rolling Stones, Sex, Drugs und Keith Richards kann einen nichts mehr umhauen. Mick Jagger betont nun auf jeden Fall, dass es leichter sei, in einer Band zu spielen/singen, in der man nicht die Hauptlast des einzigen Frontmanns trägt. Und ja, er mag der Größte, der immer noch aufrecht stolzierende Gockel der Rockmusik sein. Aber Jagger teilt gerne, spielt sich auf "Super Heavy" zumindest nicht übermäßig in den Vordergrund. Mit Eurythmics-Mann Dave Stewart, Soul-Röhre Joss Stone, Bob-Marley-Sohn Damien und Filmkomponist A.R. Rahman ("Slumdog Millionaire") musiziert der Stones-Frontmann auf Augen- und Ohrenhöhe.

Der Albumopener und Titeltrack ist diesbezüglich programmatisch: Aus einem Bollywood-Streicher-Intro schält sich ein deeper Reggae-Beat, Marley skandiert den Refrain, aus dem Backgroundchor lösen sich Jagger, Stone und Rahman, legen sich mit Verve in die Strophen. Und Stewart? Tritt nicht nach vorne, streut aber an der Gitarre einige schwere Blues-Riffs ein. Und ja, das macht nicht nur Sinn, sondern auch Spaß. Vom Aufbau her ähnlich gelagert - allerdings deutlicher auf Radioeinsatz getrimmt - ist auch die erste, sommerlich leichte Single "Miracle Worker".

Reggae-Rhythmen, Soul-Gesang, verzerrte Gitarren, Blues-Rock und Weltmusik-Elemente: Die fünf Musiker werfen all dies nicht willkürlich in einen Topf, die guten Songs tragen den Stilmix fast durchgängig. Und trotz des "Alle für einen"-Gedankens tritt doch fast bei jedem Song eines der fünf Musketiere in ins Rampenlicht. Beim hymnischen Weltmusik-Pop von "Satyameva Jayathe" - unschwer zu erraten - darf Rahman nach vorne. Nicht nur bei den bereits oben erwähnten Songs steht Marley im Mittelpunkt, auch bei "Energy" das an die Ethno-Big-Beat-Klopper von Asian Dub Foundation erinnert.

Oft ist es dann aber doch Jagger, der nach vorne drängt. Oder drängelt? Die vergleichsweise einfache Akustikballade "Never Gonna Change"? Den straighten Rocker "I Can't Take It Anymore"? Klar, die singt Jagger höchstpersönlich und ohne Kollegenverstärkung. Aber gut, er ist eben dann doch das schwerste unter den SuperHeavy-Gewichten. Auch wenn ihr Album niemanden völlig umhauen wird, "SuperHeavy" klingt konsequenter als man erwartet hat.

Bewertung: überzeugend

SuperHeavy

Titel: "SuperHeavy"
Label: Polydor
Vertrieb: Universal
Erscheinungstermin: 16.09.2011
EAN-Code: 0602527788685

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