Klimawandel vergrößert Todeszonen in der Ostsee
Mit Sedimentdaten und Simulationen wiesen die Wissenschaftler vom Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (IOW) nach, dass hohe Temperaturen und nicht nur die Überdüngung der Ostsee mit Nährstoffen für die Ausbreitung dieser Zonen verantwortlich sind. Derzeit beginnen diese Bereiche in der zentralen Ostsee bei einer Tiefe von etwa 70 Metern und ziehen sich von dort bis zum Meeresboden.
Die IOW-Forscher erhielten ihre Daten durch Sedimentkerne. Diese gleichen einem Archiv, das die im Wasser herrschenden Bedingungen zur Zeit ihrer Ablagerung speichert. So konnten die Wissenschaftler die Geschichte der vergangenen rund 1000 Jahre der Ostsee rekonstruieren. In der daraus entstandenen Temperaturkurve spiegeln sich die Mittelalterliche Warmzeit, die Kleine Eiszeit und die jüngste Erwärmung seit 1900 wider, wie die Forscher im Fachjournal "Nature Climate Change" berichten.
So lagen die durchschnittlichen Sommertemperaturen des Ostseewassers während der mittelalterlichen Warmzeit von 950 bis 1250 mit über 16 Grad Celsius auf einem ähnlichen Niveau wie heute mit etwa 17 Grad Celsius. Damals soll an der deutschen Ostseeküste sogar Weinanbau möglich gewesen sein.
Exakt in den warmen Perioden seien in den Bohrkernen eine deutlich erkennbare Schichtung zu finden. "Diese ungestörte Ablagerung ist ein sicheres Zeichen für sauerstoffarme Bedingungen", sagte IOW- Forscherin Karoline Kabel. Die sogenannte Laminierung entstehe, da unter solchen Bedingungen keine vielzelligen Organismen existieren und den Boden durchwühlen könnten. In kälteren Zeiten, in denen genügend Sauerstoff im Tiefenwasser vorhanden und höheres Leben möglich war, seien die Sedimentkerne homogen, die Schichtung fehlt.
Für die Entwicklung der Todeszonen seien vor allem Cyanobakterien (Blaualgen) verantwortlich. "Während der warmen Perioden finden wir sehr viel organischen Kohlenstoff in den Sedimenten, was unter anderem auf eine erhöhte Biomasseproduktion hinweist", sagte Kabel. Zudem sei bekannt, dass sich Cyanobakterien in der Ostsee erst bei einer Temperatur von mehr als 16 Grad und ruhigen Windbedingungen massenhaft vermehren und die charakteristischen Blüten bilden. Das während einer Blüte gebildete organische Material sinkt ab und wird auf unter Verbrauch von Sauerstoff in der Tiefe abgebaut.
108 Meinungen zu ""Todeszonen" breiten sich aus"
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kalinatroncalzium
Dienstag, 31.07.2012, 08:49 Uhr Wir haben es hier mit der Überlagerung dreier Phänomene zu tun. 1. der Klimawandel, das ist ein geogener Prozess, auf den der Mensch keinen Einfluss hat. Er läuftab, ob wir es woolen oder nicht. Wir waren bisher im Interstadial wechseln jetzt zur Warmzeit. 2. Globale Erwärmung. Das ist ein vom Menschen verursachter Prozess, der nicht mehr zu stoppen ist, sondern nur noch verlangsamt werden kann. Hier gibt es Handlungsbedarf!!! 3. Sediment- und Schadstoffeintrag durch die großen Flüsse. Hier gibt es enormen Handlungsbedarf, besonders im östlichen Teil der Ostsee -
Darfichmal
Montag, 02.07.2012, 16:48 Uhr Nö KEA Also ich habe keine akuten Probleme aber das hatte ich ja auch geschrieben. Wenn es mal eine Weile nicht regnet bemüh ich eben den Wasserschlauch, freu mich das ich dann gleich an der frischen Luft bin und das die Fenster nicht dreckig werden. Und von Klimawandel habe ich auch nicht geredet. Was wir sehr wohl feststellen sind Wetterschwankungen. Nur die Aufzeichnungen decken grade mal ein Jahrhundert ab. Recht wenig auf das Alter der Erde bezogen. -
Sardonis
Montag, 02.07.2012, 16:13 Uhr Wer war blos damals daran Schuld und warum ging damals die Welt davon nicht unter??? Fargen über Fragen!! Zitat: Nach heutigem Kenntnisstand lagen die Durchschnittstemperaturen der nördlichen Hemisphäre im wärmsten Abschnitt der Mittelalterlichen Warmzeit (zwischen 950 und 1000) etwa 0,1 °C bis 0,2 °C unter der vorletzten CLINO-Periode.[1] Die Anbaugrenzen in den deutschen Mittelgebirgen reichten etwa 200 m höher als gegenwärtig, so dass die Kulturlandschaft Deutschlands im Hochmittelalter ihre größte Ausdehnung erfuhr. Der Flächenanteil des Waldes ging in dieser Phase auf unter 20 % zurück.[2] Das im Vergleich zur Völkerwanderungszeit wärmere Klima erlaubte den Weinanbau sogar in Ostpreußen, Pommern und Südschottland. Getreideanbau war in Norwegen bis fast zum Polarkreis möglich. Gleichzeitig zog sich das Packeis im nördlichen Atlantik nach Norden zurück. Ebenso ermöglichte die Erwärmung den Skandinaviern die dauerhafte Besiedelung Islands (seit etwa 870) und Grönlands (seit 986, siehe Grænlendingar). Weniger stark ausgeprägt verlief die Mittelalterliche Warmzeit in anderen Teilen der Welt, jedoch lässt sie sich sogar in Neuseeland nachweisen.[3] In anderen Teilen der Welt führte sie zu deutlich feuchterem Klima, etwa in der Wüste Namib, die während dieser Zeit besiedelt war. (Quelle Wikipedia)
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