Trinken auch Fische?
Die Frage ist nicht mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten, denn den Ausschlag dafür, ob Fische trinken müssen oder nicht, gibt ihr Lebensraum vor. So müssen Meeresfische im Salzwasser trinken, Süßwasserfische dagegen nicht. Der Grund dafür liegt in einem physikalischen Vorgang begründet, der Osmose genannt wird. Er bewirkt, dass zwei Flüssigkeiten sich durch eine semipermeable, also teilweise durchlässige, Wand so lange vermischen, bis die Salzkonzentration auf beiden Seiten ausgewogen ist.
Lebt ein Fisch im Salzwasser, ist der Salzgehalt im Inneren seines Körpers dank Elektrolyte, Aminosäuren, Harnstoff etc. zwar gegeben, aber er ist niedriger als der des umgebenden Wassers, in dem er schwimmt. Das führt dazu, dass der Fisch durch die Haut ständig Wasser an seine Umgebung abgeben muss und so unweigerlich mitten im Ozean austrocknen, also "verdursten" müsste, würde er nicht regelmäßig frisches Wasser aufnehmen. Das ihn umgebende Salzwasser eignet sich dafür jedoch nicht, da es das Gleichgewicht der Elektrolyte stören würde.
Doch die Natur wusste sich zu helfen. "Bei den Fischen haben sich im Laufe der Evolution entsprechende Mechanismen und Organe entwickelt, die die Salze aus dem Wasser filtern", erklärt Meeresbiologe Dr. Kim Detloff im Interview mit "n-tv.de". Die Kiemen oder spezielle Drüsen im Körper des Fisches funktionieren wie individuelle Entsalzungsanlagen und sorgen dafür, dass Salze wieder ausgeschieden werden, ansonsten aber sehr wenig Flüssigkeit beispielsweise durch den Urin verloren geht.
Lebt ein Fisch im Süßwasser, also in Seen oder Flüssen, finden die osmotischen Gesetze in umgekehrter Richtung statt. Denn in diesem Fall ist der Salzgehalt im Körper des Fisches deutlich höher als der des ihn umgebenden Wassers. Das führt dazu, dass die Fische ständig über ihre Haut Wasser aufnehmen. Dadurch entsteht in ihrem Körper jedoch ein Wasserüberschuss, dem sie entgegenwirken müssen, indem sie wiederum viel Wasser "ablassen". Hier ist also nicht trinken, sondern das Gegenteil vonnöten, um die Gesundheit des Fischs zu gewährleisten, der andernfalls platzen könnte. Die Urinmenge eines Süßwasserbewohners ist demnach zehn- bis hundertmal größer als die eines Meeresfisches.
Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang Fischarten, die wie der Lachs aus dem Meer in die Flüsse oder wie der Aal zum Laichen aus dem Süßwasser ins Meer wandern. Durch raffinierte Osmose-Regulationen leben diese Fische als "Teil-Trinker", die die Salzabgabe über den Harn je nach Umgebungswasser ändern können und im Meerwasser deutlich mehr der Salze ausscheiden, die sie im Süßwasser im Körper behalten.
82 Meinungen zu "Haben Fische eigentlich Durst? "
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holzauge64
Gestern, um 11:02 Uhr Na klar! Ich muß auch immer Wasser im Aquarium nachfüllen! ;-D -
VolVoe
Samstag, 02.02.2013, 12:40 Uhr endlich ein thema, über das sich zu streiten lohnt ... vergessen sind Afghanistan, Syrien, Ägypten, Mali, und die paar selbstmordattentäter alle paar tage ... -
iwaswos3
Freitag, 10.08.2012, 09:31 Uhr Ansichtsweisen gibt es verschiedene, auch im Artikel auf wikipedia werden verschiedene Ansichten beschrieben. Der Begriff "Natur" lässt sich nun mal nicht in wenigen Worten erklären und definieren, solche Begriffe gibt es nun einmal. Im Artikel steht auch der Hinweis ...als Vorstellung..., soll heißen dass das nicht die Definition von "Natur" ist, sondern dass man sie sich groß so vorstellen kann und es keine klaren Grenzen gibt, die zieht jeder woanders. Wenn dir die Aussage "die Natur hat..." dann ersetze Natur einfach durch zB Evolution ;-) Und ja, der Mensch erschafft sogar Atome, manche Atome gibt es in der Natur nicht, sondern nur in Labors oder Teilchenbeschleunigern oder wie auch immer ;-) -
quichotte
Mittwoch, 08.08.2012, 11:53 Uhr ontopic: Wirklich interessanter Artikel. Das habe ich noch nicht gewusst. off topic: iwaswos: "Du könntest auch auf wikipedia schauen, da gibts einen Eintrag unter "Natur". Darin heißt es gleich zu Beginn: Natur bezeichnet als Vorstellung alles, was nicht vom Menschen geschaffen wurde." Das ist sicher die Meinung von wikipedia, aber erlaube mir den Hinweis, daß es auch eine andere Sicht auf diese Dinge gibt. Die mag dir unwissenschaftlich erscheinen und antiquiert, aber sie ist für die Betroffenen glaubhafter als der Spruch "die Natur hat" oder ein Eintrag bei wikipedia. Gem. der von dir angeführten Definition, sind also alle Zuchtpflanzen, domestizierten Tierarten, geklonten Kinder/Lebewesen/Organismen.. ebenso die von Menschen geschaffenen eigenen Kinder, kein Teil der Natur ? Oder um es mit einem anderen Denker und Wissenschaftler zu sagen, der gerne ohne Socken herumlief: Der Mensch kann nur erkennen, nicht erschaffen. Denn alles was er vermeintlich erschafft, setzt er aus dem zusammen was schon da ist. .. Oder um es anders zu sagen: Was genau, hat denn der Mensch wirklich "erschaffen" ? Atome, Gold, Papier ?.. was ? Wenn er aus Steinen ein Haus baut ist das für mich ebenso Natur, wie wenn ein Vogel aus Gras ein Nest baut. -
Peteng
Mittwoch, 08.08.2012, 10:15 Uhr @desatamonti, S. 11 "Sagt mal, gibt es eigentlich eine dümmere Frage als Diese?!!" ------------- Ja, deine Frage ist eindeutig noch viel dümmer. Die in diesem Artikel aufgeworfene Frage ist nämlich nicht trivial. Offensichtlich geben sich bei dir Ignoranz und Überheblichkeit ein Stell-dich-ein. Und dein nächster Beitrag ist nicht viel besser. Von Logik scheinst du keine Ahnung zu haben. Versuche es bitte mal mit lesen und lernen, und verstehen. -
Blubbubb
Mittwoch, 08.08.2012, 09:09 Uhr @desatamonti: Beitrag ordentlich gelesen? Gäbe es keine Salzregulierung, würde ein Meerwasserfisch serwohl dehydrieren. Kannst du im übrigen mal testen: schwimm einfach mal ein bisschen im Ozean und trink nur Meerwasser - mal sehen, wie schnell du da dehydrierst....





























