Forscher enträtseln Erbgut von Bonobo-Affen
Das berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature". Sie vermuten, dass sich die Bonobos und Schimpansen räumlich sehr früh getrennt haben. Zu den Menschaffen zählen zudem noch die Gorillas und die Orang-Utans.
"Bonobos und Schimpansen sind so eng miteinander verwandt, aber sie haben ganz unterschiedliche Verhaltensweisen", sagte der federführende Wissenschaftler Kay Prüfer vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig zum Ausgangspunkt der Studie. Schimpansen leben in Äquatorialafrika und werden je nach ihren Lebensgebieten in verschiedene Gruppen eingeteilt. Bonobos leben südlich des Kongos in der Demokratischen Republik Kongo. Schimpansen-Männer kämpfen aggressiv miteinander. Sie kooperieren aber, wenn es um die Verteidigung des Lebensraumes geht und sie bekämpfen andere Gruppen. Das gibt es bei den Bonobos nicht. Die Männchen leben unter Leitung der Weibchen. Bonobos sind ihr Leben lang verspielt und pflegen ein aktives Sexualleben, auch wenn es nicht immer der Fortpflanzung dient.
"Vor einer Million Jahren hat der gemeinsame Vorfahre von Bonobos und Schimpansen gelebt", sagte Prüfer. Nach der evolutionsgeschichtlichen Trennung der beiden Affenarten habe es keine genetische Vermischung mehr gegeben. Die Grenze zog der Fluss Kongo, der vor 1,5 bis 2,5 Millionen Jahren entstand. "Da sind sie nicht rübergangen, es ist bekannt dass diese Affen nicht schwimmen." Somit haben Menschen zumindest bei einem kleinen Teil ihres Genoms mehr Gemeinsamkeiten mit ihren tierischen Verwandten als diese untereinander.
Die Forschungsergebnisse, an denen Wissenschaftler aus der ganzen Welt, darunter Österreich, Dänemark, USA und Spanien, beteiligt waren, seien jedoch nur eine Vorarbeit. Jetzt könne weiter untersucht werden, welche Bedeutung die gefundenen Ergebnisse etwa für die Entwicklung des Aussehens oder des Verhaltens haben. "Wir sind noch nicht soweit zu sagen, welcher der genetischen Unterschiede Auswirkungen auf das Verhalten hat."
Für ihre Forschungen analysierten die Wissenschaftler das Erbgut des Bonobo-Weibchens Ulindi aus dem Leipziger Zoo. Die Menschenaffen-Anlage Pongoland ist eine Forschungseinrichtung der Max-Planck-Gesellschaft. Hier leben auch alle vier Menschaffenarten.
20 Meinungen zu "Bonobo-Erbgut entschlüsselt"
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Mandylion
Donnerstag, 14.06.2012, 17:49 Uhr leute, animal nicht beachten solche meinungen gibt man nur von sich,wenn man sich nicht gescheit ernährt. das bei vielen affenarten,das alpha-männchen gernemal die jungtiere eines anderen erzeugers tötet und gelegentlich verspeist,ist unserem animal egal. ist ja seine verwandschaft......... man liest sich -
rejans
Donnerstag, 14.06.2012, 14:49 Uhr Dass Menschen, Menschenaffen und andere Affen mehr oder weniger evolutionär miteinander verwandt sind ist ja eigentlich nichts neues; aber was sagt die Quantifizierung "3 %" aus? Immerhin sind wir (homo sapiens sapiens) "zu 4 %" genetisch mit dem Neandertaler verwandt. -
hightvoltage
Donnerstag, 14.06.2012, 14:49 Uhr wow....klasse....endlich kann man das gen der haare nicht dem homo sapiens einschleusen???? dann haben wir volles haar bis zum einstieg in die kiste. die Friseure haben vollbeschäftigung. die farbenindustrie brummt.... und die rasierer brummen -
gaststar
Donnerstag, 14.06.2012, 14:32 Uhr Daß Justice70 seine Verwandten nicht essen möchte ist logisch, ist doch seine Verwandtschaft zu ihnen sehr deutlich ausgeprägt. -
DrCoMaH
Donnerstag, 14.06.2012, 13:56 Uhr Schon lustig, dass gerade die Bonobos so viel mit uns gemeinsam haben, da die ja dafür bekannt sind, sich ununterbrochen aus allen denkbaren Anlässen zu paaren. :D Passt irgendwie nicht zu unserer oft verklemmten Gesellschaft. -
wolfgangjurock
Donnerstag, 14.06.2012, 13:53 Uhr Wen wundert das?? Der Verdacht der nahen Verwandtschaft kommt doch spätestens beim Zappen durch die privaten Fernsehkanäle auf.. @cerkoles: Stimmt nicht ganz. Bonobos sind keine Stressf*cker, sondern StressVERMEIDUNGSf*cker. Und im Vermeidungsverhalten sind Menschen doch auch schon immer stark gewesen :-). Und dann immer noch besser auf diese Art. Denn wenn Menschen mit ihren technischen Möglichkeiten anfangen ihre Konflikte in Schimpansenmanier zu lösen, gibt's gleich wieder Millionen Tote und Verletzte.
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