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06.07.2012, 13:41 Uhr

Neuer Wettersatellit im All

Darmstadt/Kourou (dpa) - Erst gebannte Stille, dann erlösender Applaus. Als Europa einen neuen Wettersatelliten ins Weltall schießt, schauen die Mitarbeiter der Europäischen Organisation zur Nutzung von meteorologischen Satelliten (Eumetsat) in Darmstadt wie gebannt auf große Bildschirme.

Zu sehen ist der Start ihres "MSG-3" vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana. In den letzten 30 Sekunden vor dem Abheben der Trägerrakete "Ariane-5" am Donnerstagabend um 23.36 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit herrscht völlige Stille, dann brandet Jubel auf.

Europa hat einen Satelliten der zweiten Generation - einen Meteosat Second Generation (MSG) - für die Vorhersage extremer Wetterlagen wie Stürme und Dürren losgeschickt. "Damit werden wir eine höhere Sicherheit für kurzfristige Wetterwarnungen haben", sagte Eumetsats Satelliten-Direktor Mikael Rattenborg. "MSG-3" soll einen seiner Vorgänger ersetzen.

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Europa, Afrika und der Nordatlantik werden aus einer Höhe von 36 000 Kilometern beobachtet. Die Satelliten können alle 15 Minuten ein komplettes Bild liefern, im Extremfall für einen kleineren Ausschnitt sogar alle fünf Minuten. Sie sind schneller und besser als die erste Satelliten-Generation. Die Aufpasser können jetzt sogar einen Vulkanausbruch erkennen. Sie sind ein gemeinsames Projekt von Eumetsat und der Europäischen Weltraumagentur Esa, deren Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt fast benachbart zu Eumetsat ist.

Ihre Daten schicken die Satelliten zu Eumetsat. Genutzt werden die Informationen von Meteorologen und nationalen Wetterdiensten. "Wettersatelliten sind in den vergangenen Jahrzehnten zu einem unerlässlichen Standard der Meteorologie und der Klimatologie geworden", erklärt der Diplom-Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

"MSG-3" soll nach zehn Tagen seine geostationäre Umlaufbahn erreichen. Diese ersten Tage hat das Esa-Kontrollzentrum in der Hand. "Diese Startphase ist besonders kritisch, bis die Satelliten an ihrem Platz ausgesetzt sind", sagte Esa-Direktor Thomas Reiter. Am Freitag war "MSG-3" nach Plan unterwegs.

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Die Satelliten liefern auch Daten für die besten Tage der Ernte, ob es schön wird und gegrillt werden kann. Ganz oben auf der Liste stehen aber Warnungen für Unwetter und Gefahren für den Luftverkehr. "Flughäfen können kurzfristig reagieren", sagte Rattenborg.

Eumetsat betreibt gegenwärtig aus der zweiten Satelliten-Generation "Meteosat-8" und "Meteosat-9". "MSG-3" ist die Nummer 10, der dritte Satellit in dieser Reihe. Er wird vermutlich für "Meteosat-8" einspringen. Die Gesamtkosten der aus vier Satelliten bestehenden Reihe ist auf 2,2 Milliarden Euro veranschlagt. Die erste Meteosat-Generation startete 1977, die zweite 2002.

"Von der ersten zur zweiten Generation geschah ein Quantensprung", sagte Claudia Ritsert-Clark von Eumetsat. Eine dritte Generation ist schon geplant. Sie soll von 2018 an schrittweise zum Einsatz kommen und die Wettervorhersage noch einmal revolutionieren.

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5 Meinungen zu "Neuer Wettersatellit im All "

  • HerrVonWelle
    Montag, 09.07.2012, 11:34 Uhr
    @AmiRocker "Wir wäre es, wenn sie überhaupt mal anfangen das Wetter semiverlässlich vorherzusagen. Bisher sieht es immer so ein bisschen wie Kaffeesatzlesen aus ." Ohne vernünftige Daten ist es unmöglich eine Vorhersage über das Wetter zu treffen. Man muss also schon vorher einen Satelliten ins All schicken um damit arbeiten zu können ;-) Außerdem ist die Vorhersage gar nicht so schlecht wie man glaubt, Prognosem für den Zeitraum für eine Woche sind schon recht gut. Besonders wenn man es mal damit vergleicht, was vor 10 Jahre für Vorhersagen getroffen wurden.
  • oliver176
    Freitag, 06.07.2012, 10:57 Uhr
    Es gibt genügend Satelliten im All die das Wetter überwachen. Die liefern auch heute schon alle 15 min. ein brauchbares Bild. (natürlich nur am Tag - in der Nacht sind auch die Blind) z.B. bei: http://www.sat24.com/de/de oder http://www.dwd.de für die Nacht gibts halt Infrarot und Radar. Gut das ein neuer raufgeschickt wird, einer hat ja vor 1-2 Jahren schon den Geist aufgegeben und nur noch Datenmüll gesendet. Bei den Unwettern der letzten Woche hifts trotz allem recht wenig, da sich die Wolken expotenzell in sehr kurzer Zeit zu Unwetterzellen entwickelt haben. 50 Verletzte beim Rock-Konzert (letzte Woche) waren auch vor 10 Jahren schon vermeidbar. Leider versacken diese Unwetterinfos in den deutschen Amtsstuben, wie z.B. in Berlin vor 10 Jahren geschehen, und werden nicht wie z.B. Verkehrsmeldungen direkt an die regionalen Radiostationen weitergegeben. So nützt auch der beste Satellit nichts. Auf Infos wann das beste Grillwetter ist kann ich getrost verzichten, ebenso auf einen der Quote geschuldeten halbnackten Wetterfrosch der für den nächsten Tag Badewetter ankündigt oder manipulierte Wetterdaten um das Wetter unterhaltsamer zu gestalten (passiert wirklich, selbst in einer Redaktion erlebt).
  • Geldi
    Freitag, 06.07.2012, 10:14 Uhr
    Diese technischen Möglichkeiten finde ich wirklich faszinierend. Ein Satellit wird in 36.000 km Entfernung von der Erde gezielt positioniert und liefert über diese immense Entfernung Daten zur Erde. Für mich ist das immer noch nicht so richtig vorstellbar, obwohl ich mit diesen Errungenschaften ja quasi auch aufgewachsen bin. Nun müssen nur noch die Wetterfrösche lernen, die Satellitendaten richtig zu deuten und uns DANN zu übermitteln, wenn die vorhergesehene Wetterlage auch tatsächlich in dem angekündigten Zeitraum eintreten wird.
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