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18.07.2012, 16:32 Uhr

Blick auf Schwarzes Loch: Millionen Mal schärfer als das Auge

Garching/Bonn (dpa) - Mit bislang unerreichter Schärfe haben Astronomen in das Herz einer fernen Galaxie gespäht.

Dank eines Teleskop-Tricks konnten die Forscher mit zweimillionenfacher Vergrößerung auf das zentrale Schwarze Loch der mehr als fünf Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie blicken.

Das berichtete die Europäische Südsternwarte ESO am Mittwoch in Garching bei München. Das ist, als ließe sich aus Frankfurt am Main eine Zeitung in Los Angeles lesen, wie das federführende Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn ergänzte.

Für diesen Rekordblick hatte das internationale Astronomenteam drei große Radioteleskope in Chile, den USA und auf Hawaii zusammengeschaltet. So entstand ein virtuelles Riesenteleskop mit tausenden Kilometern Durchmesser. Die Detailschärfe eines Teleskops hängt von seinem Durchmesser ab. Der Blick des virtuellen Superteleskops ist dadurch rund zwei Millionen Mal schärfer als der des menschlichen Auges, wie die ESO erläuterte.

Die Messungen zeigten, dass die Radiosignale der Galaxie mit der Katalognummer "3C 279" aus einem eng begrenzten Bereich im Zentrum kommen. Die Astronomen vermuten dort ein gigantisches Schwarzes Loch mit der Masse von rund einer Milliarde Sonnen. Wegen der gigantischen Entfernung der Galaxie konnte jedoch selbst das Superteleskop die Umgebung des Schwarzen Lochs nicht detailliert zeigen.

Die Technik, mit der zuvor bereits andere Radioteleskope zusammengeschaltet wurden, soll nun weiterentwickelt und mit anderen Teleskopen ergänzt werden. So hoffen Astronomen, noch detaillierter in ferne Galaxien blicken zu können und vielleicht einmal den Schatten des zentralen Schwarzen Lochs in unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, direkt zu erspähen.

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15 Meinungen zu "Blick auf Schwarzes Loch"

  • Unicum
    Freitag, 22.03.2013, 16:51 Uhr
    @Peter0167 "Mit entsprechenden optischen Verfahren, kann man das Bild der Galaxie wieder rekonstruieren." In einem gewissen rahmen schon. Leider eben nicht immer. Und was optische Bildverarbeitung betrifft sollte man bloss nicht irgendwelchen Krimiserien schauen welche aufzeigen das man aus einem einzigen Bildpixel der Kamera ein Gesicht rekonstruieren kann. Ebenso ist es natürlich auch mit Gravitationslinsen. Aber im Gegensatz zu einer Qualitätslinse in einem Teleskop sind Gravitationslinsen nicht optimal, haben dellen und wellen und die oberfläche ist "matschig" - ich würd sowas nicht kaufen um ne Optik zusammenzubasteln. "... das Universum ist sowas von leer,..." Richtig ist natürlich das unser Weltall zum grossteil einfach aus leere besteht. Aber selbst ein einzelnes Atom kann schon Streuen und bei entfernungen von Lichtjahren macht schon die kleinste Streuung gewaltig was aus. Es ist sogar noch viel leerer,... Selbst wenn ich mal quarks weglasse und mir Atome anschaue: Der Kern ist winzig und ringsrum ist eigentlich auch nix nur so ein paar Elektronen von denen man wegen Heissenberg auch nichts genaues weis.
  • Peter0167
    Freitag, 22.03.2013, 16:10 Uhr
    @pallacH da spielt dir deine Vorstellung einen Streich, das Universum ist sowas von leer, da kannst du auch Milliarden Lichtjahre weit weit sehen, ohne das irgendetwas zwischen dir und dem Objekt liegt. Bestes Beispiel dafür sind kalte Molekülwolken, also Sternentstehungsgebiete, wenn da ein Astronom von "hochverdichteten Gas" redet, sind das in Wirklichkeit Zustände (Hochvakuum), die wir bis heute noch nicht einmal im Labor zustande bekommen. Selbst wenn eine Galaxie den Blick auf eine dahinterliegende versperrt, gelangt das Licht aufgrund des Gravitationslinseneffektes trotzdem zu uns. Mit entsprechenden optischen Verfahren, kann man das Bild der Galaxie wieder rekonstruieren. Optimal ist es natürlich bei solchen Objekten, wenn man direkt senkrecht auf die Scheibe blicken kann, da sich der Kern so besser beobachten lässt. Die wirklich interessanten Dinge sieht man aber auch dort nur außerhalb des sichtbaren Spektrums.
  • pallacH
    Freitag, 22.03.2013, 10:40 Uhr
    @peter0167 danke, schon klar! wenn man aber das zentrum einer entfernten galaxie im optischen bereich erforschen wollte, müßte man schon eine günstige position dafür haben, denke ich. wenn auf einer strecke von einigen 10.000 lj's sich tausende von sternen drängen, wird es schon schwierig werden, im bereich des sichtbaren lichts weit vorzudringen. aber wir haben ja noch radio oder uv-bereich.
  • Peter0167
    Freitag, 22.03.2013, 10:20 Uhr
    ich glaub, zuviel Licht wäre nicht das Problem, unser Schwarzes Loch produziert davon eher zu wenig, denn es bekommt kaum was zu "fressen". Diese Bilder, wo Galaxien immer so hell leuchten, und alles auf kleinsten Raum zusammengepresst scheint, vermitteln da einen völlig falschen Eindruck, in Wirklichkeit ist alles eher zu dunkel und zu weitläufig. Stell dir vor, du fährst im dichten Nebel mit dem Auto, im optischen Bereich kannst du vielleicht 10m bis 20m weit sehen, aber dein Radio geht trotzdem, da langwellige Strahlung nicht absorbiert wird.
  • pallacH
    Freitag, 22.03.2013, 10:07 Uhr
    @peter0167 oh, hatte ich gar nicht beachtet! danke; es könnte ja auch sein, daß man vor lauter licht nicht hineinschauen kann. um die eigene galaxie gut sehen zu können, wäre wohl eine position deutlich oberhalb der hauptebene am besten, desgleichen bei der beobachtung anderer galaxien.
  • Peter0167
    Freitag, 22.03.2013, 09:32 Uhr
    @pallacH Talcs Beitrag stammt aus dem letzten Jahr, aber besser eine späte Antwort, als keine. Im optischen Bereich können wir nicht ins Zentrum "schauen", da uns der Blick durch Staubwolken versperrt ist, aber im Röntgen- und Radiobereich geht das recht gut. Nur unser Schwarzes Loch ist bei weitem nicht so groß und aktiv, wie das im Artikel beschriebene, daher ist dieses auch interessanter.
  • pallacH
    Freitag, 22.03.2013, 09:13 Uhr
    @talc könnte möglich sein, daß wir aus unserer position nicht ins zentrum der milchstraße schauen können!? das kann Dir ein guter hobbyastronom bestimmt sagen bzw. widersprechen.
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