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19.02.2013, 18:10 Uhr

Premiere: Torlinien-Technologie bei Fußball-WM 2014

Zürich/Berlin (dpa) - In nüchternen 13 Zeilen verkündete der Fußball-Weltverband FIFA den endgültigen Beschluss einer historischen Regeländerung: Die FIFA wird im kommenden Jahr in Brasilien wie erwartet erstmals bei einer Weltmeisterschaft die Torlinien-Technologie einsetzen.

"Tor oder nicht Tor" - hitzige Diskussionen wie beim legendären Wembley-Tor gehören dann der Vergangenheit an. Und auch einen Aufschrei wie 2010 nach dem Torklau von Bloemfontein, als der Treffer des Engländers Frank Lampard im WM-Achtelfinale gegen Deutschland nicht anerkannt wurde, wird es nicht mehr geben.

Nach dem erfolgreichen Test bei der Vereins-WM im Dezember 2012 wird die neue Technik auch beim Confederations Cup in diesem Sommer einem weltweiten Publikum vorgestellt, teilte die FIFA am Dienstag mit und bestätigte damit die bereits im Juli vergangenen Jahres getroffene Entscheidung.

Wembley-Tor von 1966

Wembley-Tor war nicht die einzige wichtige Fehlentscheidung. >

In jedem der zwölf WM-Stadien soll das neue System installiert werden. Ein zeitnaher Einsatz der technischen Hilfsmittel in der Champions- oder Europa League scheint derzeit aber ausgeschlossen. UEFA-Präsident Michel Platini hatte sich bisher immer als Gegner der Technik gezeigt. Bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gilt sie als sehr umstritten. Und auch in der Bundesliga wird es noch dauern, ehe die Torlinien-Technologie zum Einsatz kommt.

Vier Anbieter streiten sich derzeit um den Zuschlag, darunter zwei deutsche Firmen, die die Testphase durchlaufen haben und bald ebenfalls zugelassen werden könnten. Eine Entscheidung, welche Technik bei der WM zum Einsatz kommt, soll Anfang April fallen. Das bereits beim Tennis erprobte Hawk-Eye zur Überwachung der Torlinie (Torkamera) und das GoalRef-System (Chip im Ball) sind bereits lizenziert und haben den "FIFA-Stempel" als Zertifikat.

Bei Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff stieß die Entscheidung auf große Zustimmung. "Gegen ein funktionierendes System ist überhaupt nichts zu sagen. Das wird man als Sportler der Fairness wegen akzeptieren", sagte Bierhoff der Nachrichtenagentur dpa. "Die Liga hatte sich ja immer rausgehalten. In anderen Sportarten wie Tennis gibt es ja solche Technologien schon. Das Bedeutende ist eben die Funktionalität. Wenn die sichergestellt ist, finde ich es positiv", ergänzte Bierhoff am Rande des SpoBiS-Kongresses in Düsseldorf.

Bereits am 5. Juli 2012 hatte das FIFA-Regelkomitee IFAB einstimmig Grünes Licht für die Einführung technischer Systeme gegeben, die dem Schiedsrichter anzeigen, ob der Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht. Vor sieben Monaten war auch der weitere Einsatz von Torrichtern genehmigt worden. Jeder Veranstalter soll künftig selbst entscheiden können, ob Torrichter eingesetzt werden. "Der Fußball hat sein menschliches Gesicht behalten. Wenn man Hilfe hat, muss man die auch einsetzen. Für uns als FIFA war klar, was 2010 passiert ist, darf sich nicht wiederholen", lautete die Reaktion von FIFA-Präsident Joseph Blatter damals.

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Hawk-Eye, GoalRef, Torassistent: Wer bekommt den Zuschlag? >

Seit Beginn der Jahrtausends war die Hilfe durch die Technik auch bei den FIFA-Granden immer wieder kontrovers debattiert worden. Zunächst schienen die technischen Möglichkeiten nicht ausgereift, dann die Kosten für eine flächendeckende Einführung viel zu hoch. Erst nach den Fehlentscheidungen bei der WM 2010 hatte sich Blatter aufgeschlossen gegenüber Technologien gezeigt.

Bei der UEFA findet die Torlinien-Technologie bislang keinen Zuspruch. "Ich bin gegen Technik an sich", sagte Platini noch im Sommer bei der EM. In Polen und der Ukraine waren stattdessen Torlinienrichter zum Einsatz gekommen - mit mäßigem Erfolg. So hatte der Ungar Istvan Vad seinem Schiedsrichter Viktor Kassai einen klaren Treffer der Ukraine gegen England nicht signalisiert. "Endlich, nach all den Jahren hat sich bei der FIFA der gesunde Menschenverstand durchgesetzt", twitterte Englands ehemaliger Stürmerstar Gary Lineker.

In der Bundesliga wird es mit der Einführung der neuen Technik noch dauern. Der Vorstand der Deutschen Fußball Liga hatte im November 2012 beschlossen, in der 1. und 2. Bundesliga vorerst noch nicht auf die neue Technik zu setzen und erst einmal die Tests abzuwarten. Eine Einführung für die Saison 2013/2014 sei daher ausgeschlossen, hieß es damals. Der Ligaverband und die deutschen Proficlubs haben vor allem Bedenken wegen der Ungenauigkeit der beiden zugelassenen Verfahren.

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84 Meinungen zu "Revolution im Weltfußball"

  • CaroKaffee
    Donnerstag, 21.02.2013, 11:26 Uhr
    willi89 | 535 Beiträge leute , die zuviel CaroKaffee trinken , sollten sich zu themen , von denen sie keine ahnung haben , besser nicht äußern. _________ Na diese "Aussage" trifft wieder genau ins "schwarze" und bestätigt, wie flach so mancher Fußball-Fan ist!
  • CaroKaffee
    Donnerstag, 21.02.2013, 11:11 Uhr
    Wooooooow!!! .....na das ist doch mal DIE Nachricht! Da sieht man`s - Sport und Geldmacherei. Fußball ödet mich so an, weil dieser Schrott so überbewertet wird, Geldsummen im Raum stehen für die man schon fast kein "Erfassungsvermögen" mehr besitzt, damit Hauptsache im Fußball jeder und jedes zu seinem Recht( !!!!!!!) kommt und anderswo, werden olympische Sportdisziplinen "erledigt und abgehakt" aus Kostengründen.
  • allgaeuer1968
    Mittwoch, 20.02.2013, 17:58 Uhr
    Wieso will sich der Blatter jetzt noch mit sowas wichtig machen ?...............Das stinkt doch schon wieder zum Himmel................Der Trottel hätte das schon vor 5 Jahren haben können,wieso jetzt ?
  • wuerttembergFN
    Mittwoch, 20.02.2013, 17:02 Uhr
    jeder kriagt e Bällele, no isch e Ruah
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