"Eltern haften für ihre Kinder" - so der allseits bekannte Leitsatz. Doch diese juristische Grundregel trifft nicht immer zu. Wenn die Kleinen das zehnte Lebensjahr überschreiten, können sie für ihr Fehlverhalten im Straßenverkehr verantwortlich gemacht werden. Grundsätzlich sind Kinder bereits ab sieben Jahren deliktsfähig und die Haftungsfrage mitunter kompliziert.

Der Frühling ist in Deutschland angekommen, die Sonne scheint, die Tage werden wieder länger. Für die Kinder bedeutet das zunehmend schöne Wetter, dass sie wieder mehr Zeit an der frischen Luft verbringen - und mit Fahrrad, Roller und Co. verstärkt am Verkehr teilnehmen oder am Straßenrand mit einem Ball spielen. Sollten die Kinder in einen Unfall verwickelt sein und es zu Sach- und im schlimmsten Falle sogar Personenschäden kommen, ist die Klärung der Haftungsfrage umso bedeutender.

Kinder unter sieben Jahren sind nicht deliktsfähig

Kinder unter sieben Jahren sind von juristischer Seite aus nicht deliktsfähig und können nicht zur Rechenschaft gezogen werden, weiß der ADAC. Diese sogenannte Besserstellung der Kinder gilt mit einer wesentlichen Einschränkung auch für die Altersgruppe der Sieben- bis Zehnjährigen.

Haftung bei vorsätzlichem Verhalten

Wenn das Verhalten der sieben bis zehn Jahre alten Kinder vorsätzlich war, haftet in der Regel der Nachwuchs. So ein Fall ist beispielsweise gegeben, wenn ein Kind mutwillig ein Fahrzeug mit einem spitzen Gegenstand zerkratzt. Die Haftungsfrage ist aber auch hier nicht zweifelsfrei und hängt vom Einzelfall ab - etwa der geistigen Reife der Kinder, erläutert der ADAC.

Kinder ab zehn Jahren haften selbst

Nach Vollendung des zehnten Lebensjahres haften Kinder prinzipiell selbst. Soll heißen: Geht das Kind beispielsweise über eine rote Ampel, ist es für etwaige, daraus resultierende Schäden auch verantwortlich.

Vernachlässigte Sorgfaltspflicht

Ob das Kind nun zwischen sieben und zehn Jahre oder sogar älter ist: Nicht in allen Fällen haften die Kinder selbst. Nämlich dann nicht, wenn die Eltern ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sind. Auch hier ist der Einzelfall zu berücksichtigen. Denn Sorgfaltspflicht bedeutet nicht, dass Eltern ihre Kinder rund um die Uhr bewachen müssen.  © 1&1 Mail & Media / CF