Handy-Nutzung, Marihuana-Konsum oder Garantie-Ansprüche bei Gebrauchtwagen - in 2013 gab es einige wegweisende Auto-Urteile, die Autofahrer kennen sollten. Hier eine Übersicht.

Das Autojahr 2013 war aus juristischer Sicht so spannend wie schon lange nicht mehr. Gleich mehrere wichtige Urteile wurden gefällt, angefangen mit einem Gerichtsentscheid zur Handy-Nutzung am Steuer.

Handy am Steuer: Vieltelefonierern droht Fahrverbot

Wer eh schon mehrere Verkehrsdelikte auf dem Kerbholz hat, dem droht auch bei einem Bagatelldelikt wie dem Telefonieren am Steuer ein Fahrverbot. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm. Im konkreten Fall begann ein Autofahrer bereits sieben Verkehrsverstöße - drei davon wegen der Handy-Nutzung während des Fahrens. Der achte Verstoß, das erneute Telefonieren am Steuer, führte nicht nur zu einer Geldbuße von 80 Euro, sondern auch zu einem Entzug der Fahrerlaubnis für einen Monat.

Marihuana-Konsumenten droht pauschaler Entzug der Fahrerlaubnis

Ebenfalls ist die Fahrerlaubnis in Gefahr, wenn man Marihuana und Alkohol konsumiert - unabhängig davon, ob man nun berauscht Auto fährt. Zu diesem fast schon revolutionären Urteil kam das Bundesverwaltungsgericht. Die Begründung: Wer sich generell berauscht, der sei eine potenzielle Gefahr für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer, denn es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der- oder diejenige auch irgendwann unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen ins Auto steigt.

Gebrauchtwagen: Käufer haben mehr Garantierechte

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass eine Garantieklausel im Kaufvertrag nicht rechtens ist, wenn diese eine Kostenübernahme ausschließt, sobald der Käufer Reparaturen nicht in einer Vertragswerkstatt vornehmen lässt. Mit anderen Worten: Gebrauchtwagenkäufer können ihren Wagen auch in einer freien Werkstatt reparieren lassen, ohne dass der Garantieanspruch verloren geht.

Parkendes Auto: Handbremse und eingelegter Gang nötig

Wer sein Auto parkt, sollte künftig nicht nur die Handbremse anziehen, sondern auch einen Gang einlegen. Ansonsten werde die Sorgfaltspflicht verletzt. Zu diesem Schluss kam das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen. Das Urteil sei zwar in Bezug auf ein Behördenfahrzeug gefallen. Allerdings ist es denkbar, dass der Gerichtsentscheid auch auf zivile Pkw übertragen werden kann, berichtet unter anderem die "Bild".

Papiere im Auto: Volle Rückerstattung der Versicherungssumme

Glück im Unglück: Wenn ein Auto gestohlen wird und die Fahrzeugpapiere im Auto lagen, hat der Besitzer dennoch ein Recht auf Erstattung der vollen Versicherungssumme. Auch wenn der Diebstahl dadurch vermeintlich provoziert wurde. Zu diesem Urteil kam das Oberlandesgericht Hamm. Im konkreten Fall wollte eine Versicherung nicht zahlen, da das Diebstahlrisiko durch das Liegenlassen der Papiere gewissermaßen fahrlässig erhöht wurde.  © 1&1 Mail & Media / CF