Mit dem iPhone-Betriebssystem iOS 14.6 hat Apple viele Probleme beseitigt. Doch offenbar saugt die Software den Akku schneller leer als frühere Versionen. In manchen Fällen helfen wohl simple Tricks.

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Die Klagen der iPhone-Nutzerinnen und -Nutzer reißen nicht ab. Offenbar sorgt das aktuelle Betriebssystem iOS 14.6 dafür, dass die Akkus einiger Apple-Smartphones schneller leergesaugt werden als bei früheren Software-Versionen. Seit der Veröffentlichung von iOS 14.6 beschweren sich zahlreiche iPhone-Anwender darüber, dass sich die Akku-Laufzeit ihrer Smartphones deutlich verkürzt habe.

Betroffen sind alte und neue iPhone-Modelle

Betroffen sind offenbar nicht nur ältere Telefone wie das iPhone 7, sondern auch die aktuellen Topmodelle von Apple. So schreibt ein Nutzer im Online-Forum "Reddit", dass sein knapp zwei Monate altes iPhone 12 Pro Max "wirklich ruiniert" worden sei. Während der Akku kurz nach dem Kauf noch zwei Tage gehalten habe, müsse er das iPhone nun am Ende jedes Tages aufladen.

Ein anderer Nutzer berichtet, sein Akku sei nach einem Tag nur noch halb voll – obwohl er das Telefon kaum benutzt habe. Ein Screenshot seiner Akku-Aktivität zeigt, dass die Energie dauerhaft sinkt, obwohl das iPhone demnach nur eine Stunde und 20 Minuten benutzt worden ist. In dieser Zeit war der Bildschirm eine Stunde eingeschaltet.

Das Problem scheint aber nicht alle Modelle zu betreffen: Ein Nutzer schreibt, er habe bei seinem iPhone 11 Pro Max seit dem Update auf 14.6 keine Probleme mit dem Akku bemerkt. Der Akku werde genauso schnell entladen wie bisher.

Auf eine Anfrage des SPIEGEL am Donnerstagmorgen, was die Probleme verursache und welche Lösungen es für Nutzer gebe, hat Apple bislang nicht geantwortet.

iPhone-Nutzer helfen sich selbst: Diese Tricks können das Problem unter Umständen beheben

Während Apple schweigt, helfen sich iPhone-Anwender selbst. Offenbar lassen sich die Akku-Probleme nämlich teilweise umgehen. Ein Anwender schlägt etwa vor, die optimierte Batterieladung auszuschalten. In manchen Fällen helfe auch, zunächst ein Backup zu machen, dann die Einstellungen zurückzusetzen, und schließlich das Backup wieder aufzuspielen. Einige Apple-Forumsmitglieder haben die Podcast-App als Fehlerquelle ausgemacht und empfehlen, die Anwendung zu löschen.

Mit dem angekündigten Betriebssystem iOS 15 könnte das Problem gelöst werden. Zumindest attestieren Beta-Tester der Software ein besseres Akku-Management. Das neue iOS wird voraussichtlich im Herbst veröffentlicht, wenn Apple neue Smartphones vorstellt. iOS 15 bringt neue Funktionen mit sich wie geteilte Bildschirme für FaceTime, automatische Erkennung von Telefonnummern auf Fotos und eine vom Onlinezwang befreite Sprachassistentin Siri.

Die Akku-Probleme könnten aber schon vorher beseitigt werden. Denn in den kommenden Wochen wird noch ein Update für iOS 14 nachgeschoben. In der vergangenen Woche hat Apple die vierte Betaversion von iOS 14.7 freigegeben. Das bedeutet, dass nach einigen Testläufen die Software wohl bald für alle Nutzer zum Download angeboten wird.

Auf eine gezielte Leistungsbremse für bestimmte Apps, um den Akku zu schonen, hat Apple bisher verzichtet. Dafür steht der Smartphone-Hersteller OnePlus derzeit in der Kritik. So hat die Vergleichsplattform "Geekbench" die Topmodelle des chinesischen Konzerns aus dem Programm genommen, weil unter anderem das OnePlus 9 die volle Leistung zwar bei Benchmarks abrufen soll, die Performance bei einigen Spiele-Apps aber drosselt.  © DER SPIEGEL

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