In den vergangenen Jahrzehnten galt möglichst fettarme Ernährung als gesund. Momentan liegt der Fokus eher auf der Zuckerreduktion. Und das nicht ohne Grund: Zucker wurde bisher fast bedenkenlos konsumiert, ist aber in hohen Mengen mitverantwortlich für Übergewicht, Diabetes, die nicht alkoholische Fettleber, Karies, Alzheimer und Krebs.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) essen wir ungefähr viermal mehr Zucker, als wir sollten. Man sollte also schon Zucker essen? Ja, er kommt ja auch in der Natur vor, zum Beispiel in Obst. Da kommt er aber in einer ganzen Frucht verpackt daher - zusammen mit vielen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen.

Was die Natur (und damit der Körper) allerdings nicht kennt, ist purer Zucker. Industriell hergestellt und verarbeitet wird er zum Risikofaktor. Soweit so gut. Es gibt viele Artikel und Informationen darüber, warum wir Zucker meiden sollten.

Fakt ist: Wir sollten ihn zumindest reduzieren. Das ist oft einfacher gesagt als getan, daher habe ich heute fünf Tipps für euch, die bei mir ganz gut helfen:

Bewusstsein schaffen

Zuallererst sollte man sich bewusst darüber werden, wo und wann man überhaupt Zucker konsumiert. Bei manchen Lebensmitteln ist das offensichtlich, bei manchen eher weniger. Wichtig ist also, Etiketten zu lesen und sich darüber bewusst zu werden, wo eigentlich überall Zucker drin ist.

Wir haben das Schlank-Programm aus dem Fernsehen ausprobiert.

Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Habe ich vermehrt Lust auf Süßes, wenn ich im Stress bin? Oder traurig? Aus welchen Gründen verlangt mein Körper nach Zucker? Oft liegt es an der berühmten Blutzuckerachterbahn: Isst man einfache Kohlenhydrate wie Weißmehl oder Zucker, die schnell verdaut werden, steigt der Blutzucker zwar erstmal an, sinkt aber ebenso schnell wieder ab.

Und dann folgt der berühmte Heißhunger. Isst man komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte oder kombiniert sie mit gesunden Fetten (zum Beispiel süßes Obst mit Nüssen), ist die Verdauung langsamer und so auch der Blutzuckerabfall. Heißhungerattacken werden vermieden.

Sich Verbündete suchen

Gemeinsam ist alles leichter! Daher hilft es auch die Personen im direkten Umfeld mit ins Boot zu holen. So kann man sich gegenseitig motivieren und Lebensmittel, die Zucker enthalten, tauchen weniger oft im Blickfeld auf. Was noch hilft: Das Vorhaben öffentlich zu machen!

Sei es auf Facebook oder einfach gegenüber den Arbeitskollegen – hat man das Gefühl beobachtet zu werden, ist die Wahrscheinlichkeit am Ball zu bleiben wesentlich höher.

Nicht einkaufen

Was nicht da ist, kann nicht gegessen werden. Hat man stattdessen gesunde Alternativen daheim (wie zum Beispiel zuckerfreie Desserts), kann man sehr viel Zucker einsparen. Beim Einkaufen selbst hilft es, sich vorher zu überlegen, was gekauft werden soll. Hält man dann am Einkaufszettel fest, spart man nicht nur Geld, sondern auch Kalorien.

Alternativen finden

Zucker ist auch ein Geschmacksträger, daher muss der Gaumen oft erst auf zuckerfreie Ernährung "umtrainiert" werden. Isst man aber eine Weile weniger süß, stellt sich der Körper um und einst gern Gegessenes schmeckt viel zu süß.

Es gibt außerdem unzählige gesündere Alternativen zu weißem Haushaltszucker, wie zum Beispiel Honig oder die Süße aus Früchten (richtiges Obst, nicht die industriell hergestellte Fruktose). Ich esse zum Beispiel wahnsinnig gerne die fleischigen Medjool Datteln. Man kann damit sehr viele gesunde Süßigkeiten zubereiten, aber auch pur sind sie ein Genuss und ein idealer Süßigkeitenersatz.

Keine Perfektion verlangen

Von heute auf morgen überhaupt keinen Zucker mehr zu essen ist sehr schwer. Der Körper kann mit Symptomen wie Kopfschmerzen auf den Entzug reagieren. Außerdem ist es auch für den Kopf einfacher, wenn man den Zuckerkonsum schrittweise reduziert.

Und hat man einmal einen Ausrutscher und isst an einem Tag wieder mehr: Machen Sie sich nicht selbst fertig, sondern einfach am nächsten Tag wieder besser machen! Ich selbst blogge und spreche so viel über gesunde Ernährung, schaffe es aber auch nicht zu 100 Prozent auf Zucker zu verzichten.

Wie schon erwähnt, geht es aber nicht um Perfektion, sondern darum, den Zuckerkonsum zu reduzieren – so leben wir länger und gesünder, und müssen trotzdem auf nichts verzichten!

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Ulli Göbl vereint auf "Fit & Glücklich" ihre Liebe zu gutem Essen und Sport mit dem Versuch, die Balance im Leben zu finden. Neben Workouts findet man dort viele Rezepte, DIY-Tutorials und Reiseberichte. Die Bloggerin ist nebenberuflich Fitness- und Ernährungstrainerin.