Der Mythos um das Blut

Um das Blut ranken sich Mythen. Der rote Lebenssaft regt die Fantasie an und verleitet immer wieder zu falschen Schlüssen. Wir klären die bekanntesten Blut-Legenden auf.

Die lästigen Stechmücken werden unter anderem von Kohlendioxid, Wärme und bestimmten Botenstoffen im Körpergeruch angezogen. Das Märchen vom "süßen Blut" stimmt dagegen nicht. Dass manche Menschen mehr gestochen werden als andere, steckt damit wohl in den Genen.
In früheren Zeiten sagte Mutti: "Iss rote Beete, das ist gut für Dein Blut." Das stimmt aber nur bedingt. Für die Blutbildung ist Eisen entscheidend. Das ist zwar in den roten Knollen enthalten, doch ist der Verzehr von Fleisch und Fisch weitaus effektiver. Vegetarier können die Aufnahme von Eisen (etwa aus Spinat oder Brokkoli) dadurch unterstützen, dass sie Vitamin-C-reiche Säfte oder Früchte zu sich nehmen.
Als Universalspender für Blut gelten Menschen, die der Gruppe 0 negativ angehören. Zu dieser Gruppe gehören in Deutschland etwa sechs Prozent der Bevölkerung. Die Universalspende gilt aber nur als Erythrozyten-Konzentrat und nicht als Vollblutspende. Diese Flüssigkeit können Ärzte Patienten der Blutgruppe A, B oder AB verabreichen.
Viele Gourmets schwören bei Steaks auf die Zubereitungsart rare oder blutig. Doch trotz des Namens fließt bei diesen zubereiteten Fleischstücken kein Blut. Schon beim Schlachten müssen die Tiere völlig ausbluten, sonst würde das Fleisch schnell verderben. Stattdessen tritt bei einem rare Steak rotes Myoglobin vermengt mit Wasser aus.
Der Aderlass wurde in früheren Jahrhunderten bei vielen Beschwerden angewandt. Die damaligen Bader und Ärzte glaubten, dass Blut sich stauen könne und dann verderbe. Durch einen Aderlass sollte zudem das Ungleichgewicht von Körpersäften ausgeglichen werden. Aber auch noch heute zapfen Ärzte bei seltenen Krankheiten wie Polycythaemia Vera (zu starke Blutbildung) oder Hämochromatose (Eisenstoffwechsel-Krankheit) kontrolliert Blut ab.
Im antiken Griechenland behandelten die Ärzte Epilepsie mit der Zufuhr von Blut. Die Experten meinten, dass mit dem Verlust von Blut die Seele den Leib verlasse. Die Bewusstlosigkeit von Epileptikern sei ein Hinweis, dass die Seele erschlaffe. Also führten die Mediziner ihren Patienten den kostbaren roten Saft zu. Oft mit schlimmen Folgen.
Adelige wie Harry, William und Kate werden als Blaublüter bezeichnet, aber auch ihr Blut ist rot. Der Begriff geht offenbar auf das mittelalterliche Spanien zurück, als Hellhäutigkeit ein Schönheitsideal war. Vor allem Adelige konnten es sich leisten, keiner körperlichen Arbeit nachzugehen. Bei hellhäutigen Menschen sind die blauen Venen besser sichtbar. Der Begriff setzte sich im 19. Jahrhundert in ganz Europa durch.
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