Die Coronakrise spüren auch zunehmend die Maschinenbauer. Zugleich steigt der Bedarf an medizinischer Schutzkleidung, was zu einer Preisexplosion geführt hat. In Italien werden weniger neue Fälle registriert. Alle News zum Coronavirus im Live-Ticker.

Live-Ticker zum Coronavirus hier aktualisieren

  • 22:45 Uhr: Jena führt teilweise Mundschutzpflicht ein
  • 21:11 Uhr: Italien verlängert Ausgangsverbote
  • 20:40 Uhr: Autor von Hitsong «" Love Rock 'n' Roll" an Coronavirus gestorben
  • 19:35 Uhr: Zahl der Corona-Ansteckungen in Italien stabilisiert sich
  • 19:10 Uhr: Dritter Test von Merkel negativ
  • 17:31 Uhr: Ausgehbeschränkungen sollen auch in Brandenburg verlängert werden
  • 15:45 Uhr: Saarland verlängert Corona-Maßnahmen bis zum 20. April
  • 15:03 Uhr: Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime
  • 13:22 Uhr: Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen bis zum 19. April


Jena führt teilweise Mundschutzpflicht ein

22:45 Uhr: Wie die Ostthüringer Zeitung unter Berufung auf die Stadtverwaltung berichtet, führt die Stadt Jena eine Mundschutzpflicht in Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr ein.

"Neben Masken werden auch Tücher oder Schals als Schutz anerkannt. Diese müssen aber auch die Nase und den Mund abdecken", heißt es. Der Erlass soll ab kommender Woche gelten.

Italien verlängert Ausgangsverbote

21:11 Uhr: Die italienische Regierung verlängert die strengen Ausgangsbeschränkungen für die 60 Millionen Bürger wegen der Corona-Krise bis mindestens Ostern. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit. Bisher galten die Ausgangsverbote bis zum kommenden Freitag. Sie waren vor rund drei Wochen, am 10. März, angelaufen.

Autor von Hitsong "I Love Rock 'n' Roll" an Coronavirus gestorben

20:40 Uhr: Der US-Musiker Alan Merrill, Autor des Hitsongs «I Love Rock 'n' Roll», ist im Alter von 69 Jahren nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Merrill sei am Sonntag in einem Krankenhaus in New York gestorben, teilte seine Tochter bei Facebook mit. Er habe gerade an einem neuen Album gearbeitet.

Merrill hatte «I Love Rock ‘n’ Roll» 1975 als Mitglied der Band Arrows geschrieben. 1982 veröffentlichte die Sängerin Joan Jett ein Cover des Songs, das weltweit zum Erfolg wurde. Jett trauerte nun via Twitter um Merrill. «Mit großem Dank und Traurigkeit wünsche ich ihm eine sichere Reise auf der anderen Seite.» Auch Musiker Meat Loaf, in dessen Band Merrill eine Zeit lang Gitarrist gewesen war, betrauerte den Tod seines früheren Kollegen. Merrill sei ein «großartiger und sehr talentierter Mensch» gewesen, schrieb er bei Facebook. «Ich bin jetzt sehr traurig.»

Zahl der Corona-Ansteckungen in Italien stabilisiert sich

19:35 Uhr: Der Anstieg der Zahl der aktuell positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen in Italien ist so niedrig wie seit Beginn der landesweiten Ausgangssperren nicht. Die Zahl der aktuell Erkrankten nahm bis Montag um 1648 auf 75 528 zu - so wenig wie seit dem 10. März nicht. In die Zahl sind Tote und Geheilte nicht eingerechnet. Die Zahl der Gesamtinfektionen stieg auf 101 739, wie der Zivilschutz mitteilte. Auch hier war der prozentuale Anstieg geringer. Die Zahl der Verstorbenen ist allerdings nach wie vor so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Bis Montag kamen 812 Tote hinzu, insgesamt sind es nun 11 591.

Auch dritter Corona-Test bei Kanzlerin Merkel negativ

19:10 Uhr: Auch beim dritten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit. Er ergänzte: "Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen."

Infizierte werden der Polizei gemeldet

Polizeieinsatz mit Festnahme eines Verdächtigen in Stralsund. (Symbolbild)

17:43 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat die kommunalen Gesundheitsämter angewiesen, täglich aktuelle Listen mit Adressen aller Corona-Infizierten an die Polizeibehörden zu übermitteln. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Montag ein entsprechendes internes Schreiben an die Landkreise und kreisfreien Städte, über das die Fraktion der Linken im Schweriner Landtag die Öffentlichkeit informiert hatte.

Polizisten müssten rechtzeitig wissen, "ob sich am Einsatzort gegebenenfalls eine COVID-19-infizierte Person aufhält", heißt es demnach zur Begründung der Maßnahme.

Der Landesdatenschutzbeauftragte Heinz Müller sagte der Nachrichtenagentur AFP, er halte die Anordnung für zulässig, da der Schutz der Polizisten vor einer Infektion in diesem Fall wichtiger sei als das Patientenrecht. In Mecklenburg-Vorpommern wurden inzwischen 366 Menschen positiv getestet. 90 Prozent von ihnen müssen in "häuslicher Isolation" auf ihre Genesung warten.

Auch in Baden-Württemberg geben einzelne Gesundheitsämter Daten von Corona-Infizierten an die Polizei weiter. Die Praxis wurde unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verteidigt, da der Polizei Schutzkleidung fehle. Der Datenschutzbeauftragte Baden-Württembergs, Stefan Brink, sagte, in Einzelfällen könne das Abrufen von Patientendaten rechtlich gedeckt sein. Nicht zulässig sei es, "dass die Polizei alle Infiziertendaten bei allen Gesundheitsämtern abruft".

Woidke will Ausgehbeschränkungen in Brandenburg verlängern

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg.

17:31 Uhr: Die Ausgehbeschränkungen in Brandenburg in der Corona-Krise sollen nach den Plänen von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) um zwei Wochen ausgeweitet werden. "Die bisher gültigen Festlegungen unter anderem zum Aufenthalt im öffentlichen Raum werden vom 6. bis 19. April verlängert", teilte die Staatskanzlei am Montag in Potsdam mit. Das Kabinett werde darüber an diesem Dienstag beraten.

Regierungssprecher Florian Engels verwies auf die steigende Zahlen der Menschen, die in Brandenburg mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind. "Es gibt keinen Anlass, jetzt nachzulassen bei den Bemühungen." Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten zuvor deutlich gemacht, dass eine schnelle Lockerung der Beschränkungen nicht im Raum steht.

Seit Montag vergangener Woche dürfen die Brandenburger draußen nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder einer Person außerhalb des Haushalts bei 1,5 Metern Abstand unterwegs sein. Für das Betreten öffentlicher Orte gibt es Ausnahmen wie Arbeit, Einkaufen, Arztbesuche oder dringende Behördentermine. Bis zum 19. April galt ohnehin die Regelung, dass die meisten Läden geschlossen sind. Ausnahmen gelten für Krankenhäuser und Arztpraxen, Supermärkte, Banken, Poststellen und Tankstellen.

Das Kabinett will auch über einen neuen Bußgeldkatalog entscheiden. Darin sollten Bußgelder bei Verstößen festgeschrieben werden, die landesweit angewendet werden.

Corona-Infektionen in Bundeswehr stark angestiegen

17:09 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in der Bundeswehr ist einem Bericht zufolge deutlich angestiegen. Der Sanitätsdienst gehe von 187 bestätigten Infizierungen und 767 begründeten Verdachtsfällen aus, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Montag vorab. Gegenüber dem vergangenen Freitag habe es einen Anstieg von 36 Infektionen und 41 Verdachtsfällen gegeben.

Am 11. März betrug die Zahl der Infizierungen neun. Den ersten bestätigten Fall eines infizierten Soldaten hatte es Ende Februar gegeben.

Putin fordert harte Strafen für Quarantäne-Verstöße

Wladimir Putin betritt in einem Schutzanzug einen Krankenhaussaal für COVID-19-Patienten in Kommunarka, außerhalb von Moskau.

16:53 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin fordert harte Strafen wegen Verstößen gegen Coronavirus-Quarantäne. Es gebe bereits in ganz Russland Einschränkungen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Putin am Montag bei einem Gespräch mit den Bevollmächtigten der Präsidialadministration in den Regionen. Gleichwohl würden die Regeln oft nicht eingehalten. "Und die örtlichen Behörden verschließen da die Augen", kritisierte Putin. Das zeuge nicht nur von fehlender Disziplin und Vernunft. "Das ist kriminelle Achtlosigkeit", sagte er.

Der Kremlchef begrüßte die Entscheidung der Hauptstadt Moskau, eine Ausgangssperre für alle Bürger zu verhängen – mit Ausnahme etwa von Einkäufen, Wegen zur Arbeit und zum Müllcontainer. Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin kündigte an, dass bereits an diesem Dienstag ein Gesetz über die Strafen in allen drei Lesungen verabschiedet werde. Demnach drohen bei Verstößen gegen die Quarantäne Strafen von zwei Millionen Rubel (22.800 Euro) bis zu sieben Jahre Haft.

Zugleich betonte Putin einmal mehr, dass Russland früh Maßnahmen ergriffen und dadurch eine explosionsartige Ausbreitung der COVID-19-Erkrankungen verhindert habe. Er sprach sich dafür aus, Erfahrungen anderer Länder im Kampf gegen die Pandemie zu berücksichtigen.

Die wirtschaftlichen Verluste sind nach Kremlangaben zweitrangig. Putin ordnete auch an, in den Regionen mehr Krankenbetten, Tests und Medikamente zur Verfügung zu stellen. Wie das geschehen soll, war allerdings unklar. In Moskau gibt es zum Beispiel nicht einmal einfachste Dinge wie Masken, Desinfektionsmittel oder Schutzausrüstungen zu kaufen. Nach offiziellen Angaben lag die Zahl der Sars-CoV-2-Infizierten in Russland am Montag bei mehr als 1800. Etwa zehn Menschen starben demnach im Land bisher an dem Virus.

Gefüllte Kühlschränke und Bankkonten im Tausch gegen kritisches Aufbegehren: Vor 20 Jahren ist Wladimir Putin erstmals zum russischen Präsidenten gewählt worden. Seit 2018 befindet sich der 67-Jährige bereits in seiner vierten Amtszeit. Russland ohne Putin ist heute undenkbar – wie hat er das geschafft? 

Ministerpräsident Kretschmann für Mundschutz beim Einkaufen

16:48 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält einen Mundschutz beim Einkaufen wegen des Coronavirus für sinnvoll, will ihn aber noch nicht zur Pflicht machen. "Dazu müssen wir erst die ausreichende Zahl an Masken haben, ohne dass der vorrangige Einsatz im medizinischen und pflegerischen Bereich beeinträchtigt wird. Dieser hat absolute Priorität", teilte Kretschmann am Montag in Stuttgart mit.

Er werde das Thema am Mittwoch in der Runde der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin aufrufen. Die österreichische Regierung hat wegen des Coronavirus eine Mundschutz-Pflicht für Einkäufe angekündigt.

Saarland verlängert Corona-Maßnahmen

Der Bereich vor dem Saarbrücker Hauptbahnhof ist fast menschenleer.

15:45 Uhr: Die saarländische Landesregierung hat die Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus bis einschließlich 20. April verlängert. Das teilte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Montag mit. "In Anbetracht der Entwicklungen halten wir eine Verlängerung der Maßnahmen im Geleitzug der anderen Bundesländer für dringend erforderlich", betonte er (siehe auch 13:22 Uhr).

Das Saarland habe sehr früh reagiert. "Wir können erste Erfolge ablesen, aber die Lage bleibt aufgrund der nach wie vor steigenden Infektionszahlen sehr ernst." Würden die Maßnahmen zu früh gelockert, riskiere man einen Rückfall. "Handeln wir jetzt nicht entschlossen, beginnen wir am Ende von vorn. Durch die heutige Entscheidung sorgen wir über den 3. April hinaus für Planungssicherheit", erklärte Hans.

Die Regelungen im Saarland waren am 21. März in Kraft getreten und zunächst auf 14 Tage befristet. Es gilt eine Ausgangsbeschränkung und ein deutlich begrenztes Freizeit-Angebot.

Umstrittenes Corona-Notstandsgesetz in Ungarn verabschiedet

15:30 Uhr: Das Parlament in Ungarn hat wegen der Corona-Krise ein umstrittenes Notstandsgesetz verabschiedet, das Regierungschef Viktor Orban mit weitreichenden Vollmachten ausstattet.

Das Gesetz wurde am Montag mit der deutlichen Mehrheit der Abgeordneten von Orbans Fidesz-Partei angenommen, die im Parlament in Budapest über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügen. Orban kann nun im Rahmen des Notstands von unbegrenzter Dauer per Dekret regieren.

Kritiker befürchten, dass das Gesetz das Machtgefüge in Ungarn weiter zugunsten der Regierung verändert. Für Beunruhigung sorgt auch eine Klausel, die die Möglichkeit einer "erzwungenen parlamentarischen Pause" vorsieht.

Dem Coronavirus wird europaweit mit bisher nicht gekannten Maßnahmen entgegengetreten. Ungarn, Polen und Großbritannien gehen allerdings noch ein Stück weiter: Die dortigen Regierungen nutzen die Krise, um ihre Macht auszudehnen.

Niedersachsen verhängt Aufnahmestopp für Pflegeheime

Ein Alten- und Pflegeheim, hier in Lübeck, Schleswig-Holstein.

15:03 Uhr: Das Land Niedersachsen hat nach dem Tod mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Pflegebedürftiger in Wolfsburg einen Aufnahmestopp für Pflegeheime angeordnet. Ausnahmen gebe es nur, wenn eine 14-tägige Quarantäne für neue Bewohner gewährleistet sei, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann am Montag in Hannover.

Die SPD-Politikerin appellierte zudem an Angehörige, auf Besuche älterer Angehöriger zu verzichten. "Bitte besuchen Sie Ihre Lieben nicht. Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Mutter oder Ihren eigenen Vater, sondern alle." Es gebe viele Hinweise, dass die Besuchsverbote für Alters- und Pflegeheime nicht beachtet worden seien.

Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind 17 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie die Stadt am Montag mitteilte. Bei den meisten von ihnen seien vor dem Tod keine COVID-19-Symptome aufgetreten.

"Wir waren am Boden zerstört": Das Coronavirus kam auch auf Lisas Trauminsel Mauritius an - im Podcast hören Sie die ganze Geschichte:

Bund: Inzwischen 20 Millionen Schutzmasken ausgeliefert

14:31 Uhr: Für den Kampf gegen das Coronavirus sind über den Bund inzwischen 20 Millionen dringend benötigte Atemschutzmasken beschafft worden.

Sie wurden an Länder und Kassenärztliche Vereinigungen für die Verteilung an Kliniken, Praxen und Pflegeheime ausgeliefert, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Berlin sagte. Die Beschaffung von Schutzausrüstung laufe weiter. Auch Unternehmen anderer Branchen hätten mittlerweile umgestellt und produzierten Masken, darunter etwa in der Textilindustrie.

Barcelona-Profis verzichten auf 70 Prozent der Gehälter

14:28 Uhr: Die Spieler des spanischen Fußballmeisters FC Barcelona um Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen werden in der Coronakrise nun doch auf große Teile ihres Gehalts verzichten. In einer Erklärung über die sozialen Medien kündigten Superstar Lionel Messi und Sturmkollege Luis Suarez an, dass die Mannschaft auf 70 Prozent ihrer Bezüge verzichten werde.

Darüber hinaus würden die Spieler Geld zur Verfügung stellen, damit die Angestellten des katalanischen Vereins weiterhin ihre vollen Gehälter bekommen. Barca hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, für alle Angestellten im sportlichen und nicht-sportlichen Bereich Kurzarbeit anmelden zu wollen.

Facebook macht 100 Millionen Dollar für Medien locker

14:26 Uhr: Facebook will in der Coronakrise regionale Medien mit 100 Millionen Dollar unterstützen. Davon sollen 25 Millionen Dollar als Förderung verteilt werden, erklärte das Online-Netzwerk am Montag.

Eine erste Förderrunde ging an 50 Redaktionen in den USA und Kanada. Die restlichen Mittel sollen den Medienunternehmen über Marketingausgaben zukommen.

Dabei gehe es im Kern darum, dass Facebook bei ihnen Anzeigenplatz erwirbt, berichtete der US-Sender NBC. Facebook hatte bereits Anfang 2019 angekündigt, über einen Zeitraum von drei Jahren regionale Medien mit 300 Millionen Dollar zu unterstützen.

Brüssel fordert offene Grenzen für Saisonarbeiter

14:24 Uhr: Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten dazu aufgefordert, die Freizügigkeit von Saisonarbeitskräften während der Coronakrise nicht einzuschränken. Die Einführung von Grenzkontrollen zur Eindämmung der Pandemie sei "verständlich", erklärte die Behörde am Montag.

"Doch müssen systemrelevante Arbeitskräfte ihr Ziel trotzdem unbedingt ohne Zeitverlust erreichen können." Erntehelfer müssten in der Krise wie auch etwa medizinisches Personal, Sicherheitskräfte und Arbeitskräfte im Verkehrssektor als systemrelevant eingestuft werden, fügte eine Kommissionssprecherin hinzu.

Inflation sinkt in der Coronakrise - im März nur noch 1,4 Prozent

14:20 Uhr: Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich inmitten der Coronakrise verlangsamt.

Im März lag die Jahresinflationsrate bei 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden anhand erster Daten mitteilte. Im Januar und Februar waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat jeweils noch um 1,7 Prozent gestiegen.

Zwei weitere Covid-19-Tote in Wolfsburger Pflegeheim - Schon 17 Opfer

14:08 Uhr: Im Wolfsburger Hanns-Lilje-Heim sind zwei weitere Menschen gestorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Damit steigt die Zahl der Opfer in dem Alters- und Pflegeheim für Demenzkranke auf 17, wie die Stadt Wolfsburg am Montag mitteilte.

Bei den meisten von ihnen seien vor dem Tod keine COVID-19-Symptome aufgetreten. "Am Sonntag hatten wir insgesamt 79 positive getestete Personen in dem Heim", sagte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Dieter Mohrs (SPD) bei einer Pressekonferenz. Um weitere Infektionen zu verhindern, seien positiv und negativ getestete Heimbewohner räumlich strikt voneinander getrennt worden.

IOC: Olympia in Tokio wird am 23. Juli 2021 eröffnet

14:08 Uhr: Die auf 2021 wegen des Coronavirus verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli eröffnet werden und am 8. August enden. Diesen neuen Termin fast genau ein Jahr nach der eigentlich geplanten Eröffnungsfeier gab das Internationale Olympische Komitee am Montag bekannt.

Netanjahu in Quarantäne - Beraterin mit Coronavirus infiziert

14:05 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begibt sich vorsorglich in Quarantäne, weil sich Medienberichten zufolge eine seiner Beraterinnen mit dem Coronavirus infiziert hat.

Der Regierungschef und sein enger Mitarbeiterstab würden vorerst in Quarantäne bleiben, bis die notwendigen Untersuchungen abgeschlossen seien, teilte sein Büro am Montag mit. Anschließend würden das Gesundheitsministerium und Netanjahus Leibarzt ein Ende der Quarantäne festlegen.

Zuvor war Netanjahus Beraterin für strengreligiöse Angelegenheiten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie israelische Medien berichteten.

Luft wegen Corona-Sperren auch in deutschen Städten sauberer

13:56 Uhr: Die Luftverschmutzung in deutschen Städten hat im Zuge der Corona-Ausgangsbeschränkungen bereits deutlich abgenommen.

Dies zeigt ein Vergleich von Satellitenbildern aus den vergangenen Tagen mit jenen ein Jahr zuvor, die die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit EPHA am Montag veröffentlichte. Das ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen für Gesundheits- und Umweltschutz.

Derzeit keine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten geplant

13:49 Uhr: Eine Schutzmaskenpflicht in Supermärkten wie in Österreich ist nach Angaben des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) derzeit nicht geplant. Er schließe aber nicht aus, dass das auch in Deutschland eine Möglichkeit sein könnte, sagte Söder am Montag in München. Aber: "Derzeit ist das nicht geplant, das zu tun."

Ermittlungen gegen mehr als 450 Menschen in Türkei

13:46 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind in der Türkei innerhalb von zwei Wochen Ermittlungen gegen 459 Menschen eingeleitet worden. In den meisten Fällen gehe es um "manipulative" Beiträge in sozialen Medien, sagte Justizminister Abdülhamit Gül am Montag. Außerdem werde unter anderem wegen des Verkaufs gefälschter Atemschutzmasken und Verstöße gegen die Quarantäne ermittelt.

Insel Phuket abgeriegelt - Rückholprogramm für Thailand

13:40 Uhr: Die bei Touristen beliebte thailändische Insel Phuket riegelt zum Schutz vor dem Coronavirus ihre Grenzen für Fahrzeuge ab. Die Maßnahme gilt nach Angaben des Gouverneurs der Provinz von Montag bis 30. April.

Außerdem wurden dort alle Strände, Zoos und Tiershows geschlossen, ebenso das Rotlichtviertel. In Thailand gilt seit Donnerstag der Ausnahmezustand.

Söder: Länder müssen sich bei Corona-Patienten gegenseitig helfen

13:34 Uhr: Bei der medizinischen Behandlung der Corona-Patienten müssen sich die Bundesländer nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) besser untereinander abstimmen.

Da einige Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg deutlich stärker betroffen seien als andere, werde man in Deutschland überlegen müssen, wie eine Verteilung funktionieren könne, sagte Söder am Montag in München. Hier gebe es derzeit noch viel Optimierungs- und Verbesserungsbedarf.

In Bayern gebe es schon einige Kommunen wie Rosenheim in Oberbayern, in denen die Klinikkapazitäten ausgelastet seien.

Söder: "Lage ist weiter sehr, sehr ernst"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

13:22 Uhr: Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. "Die Lage ist weiter sehr, sehr ernst", erklärte der CSU-Chef auf einer Pressekonferenz in der Bayerischen Staatskanzlei. Söder betonte zugleich mehrmals, dass es keine Verschärfungen der Maßnahmen im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus geben wird. Mitte April soll bundesweit beurteilt werden, wie es weitergeht.

Zur Versorgung der Corona-Patienten in Bayern will der Freistaat seine Klinik-Kapazitäten mit Hilfskrankenhäusern deutlich erhöhen. Der Plan sehe den Neuaufbau oder die Reaktivierung von bis zu 26 sogenannten Hilfskliniken vor, sagte Söder. "Ein Engpass ist und bleibt Material", sagte er mit Blick auf die Versorgung mit Schutzmasken und Atemgeräten. Am Wochenende seien eine Million neue Masken unter Polizeibegleitung verteilt worden. Das Gesundheitssystem werde weiter "aufgerüstet" und "hochgefahren".

In Bayern, das Bundesland ist neben Baden-Württemberg am stärksten von der Corona-Krise betroffen, gebe es bei den Infizierten-Zahlen weiter eine exponentielle Entwicklung. Es sei aber ein "ganz leichter Trend erkennbar", die Kurve der Infektionen flache etwas ab, bemerkte Söder. Die Verdoppelung sei zwar auf fast fünf Tage angewachsen, es gebe aber nach wie vor keinen Anlass für eine Entwarnung.

Startdatum von Olympia 2021 steht fest

13:02 Uhr: Die wegen der Corona-Pandemie verschobenen Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli kommenden Jahres eröffnet werden. Auf diesen Termin einigten sich das Internationale Olympische Komitee, die Stadt Tokio und der japanische Staat, wie japanische Medien am Montag nach einer Exekutivsitzung des OK in Tokio berichteten. Die Sommerspiele sollten eigentlich vom 24. Juli bis 9. August dieses Jahres stattfinden, die Eröffnung der Paralympics war für 25. August geplant gewesen.

Die Spielen waren vor einer Woche wegen der grassierenden Coronavirus-Pandemie ins nächste Jahr verlegt worden. Die zentralen Fragen rund um die beispiellose Verschiebung des größten Sportereignisses der Welt soll eine Krisengruppe beantworten.

EZB-Vize für Einführung von Corona-Bonds

11:54 Uhr: Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, hat sich für die Einführung von europäischen Corona-Anleihen in der Virus-Krise ausgesprochen. "Ich bin für Corona-Bonds", sagte er am Montag dem spanischen Radiosender COPE. Die Corona-Krise sei ein Schlag, der uns alle treffe.

In der EU ist zuletzt ein Streit über die Einführung von Corona-Staatsanleihen (Bonds) entbrannt. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte sich zuletzt verärgert über Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geäußert, die sich zurückhaltend zu einer gemeinsame Schuldenaufnahme zeigte.

Italien fordert mit anderen Ländern der Eurozone wie Spanien oder Frankreich eine gemeinsame Schuldenaufnahme. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Corona-Bonds wie auch Österreich oder die Niederlande jedoch ab.

Österreich erlässt Schutzmasken-Pflicht bei Einkäufen

11:30 Uhr: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie müssen die Menschen in Österreich künftig eine Schutzmaske beim Einkaufen tragen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag in Wien mit.

Kreuzfahrtschiff mit Toten und Corona-Infizierten findet keinen Hafen

Das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" am Freitag in der Bucht von Panama-Stadt.

11:05 Uhr: Mit vier Toten und zwei Corona-Verdachtsfällen an Bord hat das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" am Sonntagabend (Ortszeit) Kurs auf die Karibik genommen. Dafür fuhren die "Zaandam" und ein zweites Kreuzfahrtschiff, die "Rotterdam", in den Panamakanal ein, wie die Kanalbehörde mitteilte. Zuvor seien rund 400 gesunde Passagiere von der "Zaandam" auf die "Rotterdam" gebracht worden. Der genaue Zielhafen der Kreuzfahrtschiffe blieb weiter unklar.

Die niederländische Reederei Holland America Line konnte zunächst keine konkreten Angaben dazu machen, wo die Pasasgiere von Bord gehen können. Der Chef des Kreuzfahrt-Anbieters, Orlando Ashford, erklärte, sein Team arbeite "rund um die Uhr" daran, "einen Zielhafen zu finden". Die Situation sei "schwierig und noch nie dagewesen".

Entgegen erster Pläne sollten die beiden Schiffe als "Tandem zusammenbleiben. Die "Rotterdam" war zur Unterstützung geschickt worden, um die "Zaandam" mit Lebensmitteln, Personal und Corona-Tests zu versorgen. Zunächst war geplant, dass sie ins kalifornische San Diego zurückkehren sollte.

In einem in sozialen Netzwerken veröffentlichten Video forderte Ashford die Passagiere beider Schiffe auf, Abstand zu halten. Mindestens zwei der insgesamt 1800 "Zaandam"-Passagiere wurden nach Angaben der Reederei vom Freitag positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Vier Passagiere seien gestorben.

Das Kreuzfahrtschiff "Zaandam" war am 7. März in Buenos Aires gestartet und hatte das Kap Horn umfahren. Mehrere südamerikanische Häfen lehnten die Aufnahme der kranken Passagiere aus Angst vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ab. Tagelang lag das Schiff vor der Küste Panamas vor Anker. Ob der eigentliche Zielhafen Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida die "Zaandam" anlegen lässt, ist noch ungewiss.

Maschinenbauer denken über Stellenstreichungen nach

Siemens Turbinenwerk in Görlitz.

10:40 Uhr: Stellenabbau wird für die deutschen Maschinenbauer in der Corona-Krise zunehmend ein Thema. "Personalabbau - auch von Teilen der Stammbelegschaft - ist für 12 Prozent der Unternehmen bereits Thema", sagte Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA am Montag mit Blick auf eine Umfrage des Verbandes. Daran hatten sich 965 Mitgliedsfirmen beteiligt. Die exportorientierte Branche, die schon im vergangenen Jahr die weltweite Konjunkturabkühlung zu spüren bekommen hatte, beschäftigt mehr als eine Million Mitarbeiter.

Der Umfrage zufolge rechnen knapp 96 Prozent der Unternehmen 2020 mit Umsatzrückgängen, die sie im Verlauf des Jahres nicht mehr kompensieren könnten. Gut 60 Prozent hiervon beziffern diese auf 10 bis 30 Prozent. Um die Rückgänge abzufangen, haben den Angaben zufolge bereits drei Viertel der befragten Maschinenbauer die Kapazitäten runtergefahren, überwiegend über Arbeitszeitkonten, aber auch durch Einstellungsstopps und Kurzarbeit.

Der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, stieg innerhalb von zwei Wochen von 60 auf 84 Prozent. "Mit der Ausbreitung des Virus nehmen logischerweise auch die Probleme in den Betrieben zu", erläuterte Wiechers. Teile und Komponenten, die vor einigen Wochen in Asien bestellt worden seien, seien nicht in den deutschen Werken angekommen. "Hinzu kommen Ausfälle europäischer, auch deutscher Lieferanten. Das führt zu spürbaren Produktionsbelastungen und auch Produktionsausfällen", sagte Wiechers.

Easyjet lässt komplette Flotte am Boden

Mehrere Flugzeuge von Easyjet am Flughafen Berlin-Tegel. (Archivfoto von März 2019)

09:45 Uhr: Die britische Fluggesellschaft Easyjet lässt wegen der Corona-Pandemie seit Montag ihre gesamte Flotte am Boden. Bereits zuvor hatte die Airline ihren Flugverkehr infolge der Grenzschließungen und Reisebeschränkungen stark eingeschränkt.

Easyjet führte nach eigenen Angaben bis Sonntag noch über 650 Rückführungsflüge durch und brachte mehr als 45.000 Kunden nach Hause. "Wir werden weiterhin mit Regierungsbehörden zusammenarbeiten, um zusätzliche Rückführungsflüge nach Bedarf durchzuführen", teilte das Unternehmen mit. Wann die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden können, sei noch nicht absehbar.

Twitter löscht zwei Botschaften von Jair Bolsonaro

8:21 Uhr: Twitter löscht zwei Botschaften von Jair BolsonaroDer Internetdienst Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht, in denen der Staatschef den Sinn von Isolationsmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hatte. Die Botschaften hätten gegen die bei Twitter geltenden Regeln verstoßen, erklärte das US-Unternehmen am Sonntag. Es würden solche Botschaften gelöscht, die den Informationen der Gesundheitsbehörden zu der Pandemie widersprächen und das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus erhöhen könnten.

Bolsonaro hat wiederholt eine "Hysterie" über das Virus angeprangert und die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als "kleine Grippe" bezeichnet. Der rechtsradikale Staatschef warnte auch vor Schäden für die brasilianische Wirtschaft durch die Anti-Corona-Maßnahmen regionaler und kommunaler Behörden und plädierte für eine rasche Rückkehr zur Normalität im öffentlichen Leben.

Bei den von Twitter gelöschten Botschaften handelt es sich um zwei Videos, die zeigen, wie Bolsonaro sich persönlich über Empfehlungen seines eigenen Gesundheitsministeriums für den Kampf gegen die Pandemie hinwegsetzt. Der Präsident ist dabei zu sehen, wie er am Sonntag durch die Hauptstadt Brasília läuft, sich mit Unterstützern trifft und sie drängt, die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Im Brasilien gab es laut den amtlichen Zahlen bis Sonntag rund 3.900 Corona-Infektionsfälle. 114 Todesfälle durch die Pandemie wurden im bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas gezählt.

Immer mehr Länder fahren das öffentliche Leben herunter bis fast zum Stillstand. Nur in Weißrussland geht der Alltag weiter wie gewohnt - auch weil Präsident Alexander Lukaschenko der Meinung ist, dass von dem Corona-Virus keine Gefahr ausgehe. Er bescheinigt dem Rest der Welt vielmehr eine "Psychose".

"Preisexplosion" bei medizinischer Schutzkleidung

7:56 Uhr: Der in der Coronakrise drastisch gestiegene Bedarf an Schutzkleidung in den medizinischen Einrichtungen in Deutschland hat laut einem Medienbericht zu einer "Preisexlosion" geführt. So sei etwa der Einkaufswert für hochwertige sogenannte FFP2-Atemschutzmasken innerhalb weniger Tage um 3.000 Prozent von 0,45 auf 13,52 Euro pro Stück gestiegen, gegeben, berichten jetzt NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" aufgrund gemeinsamer Recherchen.

Eine FFP2-Atemschutzmaske.

Auf dem Markt für medizinische Schutzkleidung herrschen den Berichten zufolge "Chaos" sowie zunehmend auch unseriöse Praktiken. "Es ist Wildwest. Jeder versucht jetzt, sich zu bereichern, die Not der Krankenhäuser auszunutzen", sagte Olaf Berse, Geschäftsführer von Clinicpartner, einer bundesweiten Einkaufsgemeinschaft für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen. Die Angebote seien zum Teil regelrecht kriminell. Filter seien nicht funktionsfähig, die Zertifikate gefälscht. Dies gefährde Patienten und Personal.

Die Gewerbeaufsicht in Niedersachsen warnt den Berichten zufolge vor einem Fall von Betrug durch einen fiktiven Arzneimittelgroßhändler aus Bremen. Die Firma verschicke ein gefälschtes Zertifikat.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte, dass der Staat bei der Versorgung mit medizinischer Schutzkleidung Abhilfe schaffen müsse. "Das ist nichts, was der Markt auch nur im Ansatz lösen könnte", sagte Lauterbach dem Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher". Er forderte die Schaffung einer Bundesagentur, die Firmen in Deutschland mit der Produktion beauftragt.

Corona-Maßnahmen bleiben vorerst: Städtetag zeigt Verständnis

05:30 Uhr: Zehntausende Corona-Fälle in Deutschland, und der Anstieg geht weiter: Die Bundesregierung versucht deshalb energisch, die Debatte über eine Lockerung der Abwehrmaßnahmen einzudämmen. Zu groß ist die Angst, die Menschen könnten die gerade erst durchgesetzten Kontaktbeschränkungen zu ignorieren beginnen. Nachdem Kanzlerin Angela Merkel am Wochenende bereits um Geduld gebeten hatte, weist nun eine ganze Reihe ihrer Minister Forderungen zurück, angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Belastungen möglichst bald über einen Ausstieg aus den schärfsten Maßnahmen zu reden. Unions- und SPD-Minister sind sich nach der ersten Woche Shutdown durchaus einig - doch die Diskussion endet nicht.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) warf den Befeuerern der Debatte Zynismus vor. "Es geschieht auch, um Leben zu retten, und deshalb ist es aus meiner Sicht zynisch, wenn Einige jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, dass gesundheitliche Fragen hintanstehen sollen und dass wirtschaftliche Fragen vorangehen", sagte er am Sonntagabend im ARD-"Bericht aus Berlin".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schrieb auf Twitter: "Öffentliche Forderungen nach Lockerung der Maßnahmen sind verfrüht und deshalb falsch, solange eine deutliche Verlangsamung der Zahl der Neuinfektionen nicht erreicht ist!"

Der Deutsche Städtetag hat indes verständnisvoll auf die Einschätzung des Kanzleramts reagiert, dass vor dem 20. April die Beschränkungen in der Coronakrise nicht gelockert werden. Städtetagspräsident Burkhard Jung machte aber auch deutlich, dass Deutschland den Ausnahmezustand nicht monatelang durchhalten werde.

Er könne die Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun gut verstehen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister der Deutschen Presse-Agentur. "Der Erfolg der Maßnahmen zeigt sich nicht nach ein oder zwei Wochen." Es brauche genügend Zeit, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten. Gesundheit und Menschenleben zu retten habe nun Priorität.

"Antworten auf die Fragen in der Bevölkerung zur Dauer der Maßnahmen und zu einer stufenweisen Rückkehr zur Normalität brauchen wir allerdings auch", sagte Jung. Der Alltag in den Städten habe sich so stark verändert, "dass wir das nicht monatelang durchhalten können". Der Ausnahmezustand müsse vorübergehend sein. "Wir brauchen danach Strategien der Lockerung, eventuell auch erneuter Zügelung und möglicherweise noch gezieltere Maßnahmen, bis wir nach einigen Monaten wieder zur Normalität zurückkehren können."

Die Regierung will nach Ostern entscheiden, wie es nach dem dann folgenden Wochenende weitergeht. In den meisten Bundesländern müssten die Schüler nach den Osterferien eigentlich am 20. April wieder zur Schule gehen.

Diskussionsbedarf sieht Jung vor allem zur Frage, wie Kapazitäten bei Beatmungsbetten für Corona-Patienten klug gesteuert werden. "Dabei wünschen sich die Städte ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bund, Ländern und kommunaler Ebene", sagte er. "Besonders beachtet werden muss dabei, wie Personen aus Risikogruppen weiter geschützt werden können."

Strategien müssten spätestens direkt nach Ostern gut kommuniziert werden. "Bürgerinnen und Bürger brauchen dringend diese Orientierung, damit sie weiterhin die Maßnahmen akzeptieren können."

Trump rechnet mit 100.000 Corona-Toten

01:54 Uhr: US-Präsident Donald Trump befürchtet, dass die Coronakrise in den USA 100.000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Eindämmungsmaßnahmen auf 100.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Das ist eine furchtbare Zahl."

Trump verwies auf eine am 16. März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausgeht - allerdings ohne Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Der Präsident begründete damit die Verlängerung der Schutzmaßnahmen seiner Regierung.

Intensivmediziner: Corona-Patienten bundesweit zentral verteilen

01:03 Uhr: Intensivmediziner fordern eine zentrale Verteilung von Corona-Patienten auf die Kliniken in Deutschland. Sollte in "zwei bis vier Wochen" der Höhepunkt der Infektionszahlen erreicht sein, würden die Kliniken in einigen Regionen über ihre Belastungsgrenze kommen, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). "Die Bundesregierung muss so schnell wie möglich eine zentrale Stelle einrichten, die in einem solchen Fall die Patienten bundesweit auf weniger ausgelastete Kliniken verteilt."

Dabei sollten das Robert-Koch-Institut, das Gesundheitsministerium, das Innenministerium und die Bundeswehr beteiligt werden, regte er an. Damit eine solche länderübergreifende Verteilung funktioniere, müssten zudem Kliniken mit Intensivstationen staatlich verpflichtet werden, ihre Kapazitäten im bundesweiten Intensivregister seiner Vereinigung zu melden. Von den rund 1.160 Kliniken hätten das erst etwa 700 getan.

Trump erwartet Corona-Höhepunkt in zwei Wochen

00:41 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwartet, dass die Zahl der Toten in der Coronakrise in den USA in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen könnte. Deswegen verlängere er die ursprünglich bis zum 30. März geltenden Richtlinien zur sozialen Distanzierung bis zum 30. April, kündigte Trump am Sonntag im Rosengarten des Weißen Hauses an. Je besser die Richtlinien eingehalten würden, "desto schneller wird dieser Alptraum enden", sagte Trump.

Vor zwei Wochen hatte die Regierung Richtlinien für zunächst 15 Tage veröffentlicht, die unter anderem vorsehen, dass Menschen Abstand zueinander halten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen vermieden werden sollen. Trump zeigte sich optimistisch, dass bis zum Sommer das Schlimmste überstanden sei. "Wir können davon ausgehen, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Erholung sind."

Noch vor wenigen Tagen hatte Trump gesagt, dass er die USA bis Ostersonntag - also in zwei Wochen - wieder weitgehend im Normalbetrieb sehen wolle. Nun sagte er: "Nichts wäre schlimmer, als den Sieg zu verkünden, bevor der Sieg gewonnen ist. Das wäre der größte Verlust von allem." Trump versicherte zugleich: "Wir werden diesen unsichtbaren Fluch, diesen unsichtbaren Feind besiegen."

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Mit Material von dpa, afp und apa.
Teaserbild: © imago images/Hans Lucas