• SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner empfiehlt sieben Eckpunkte für eine Impfstrategie gegen des Coronavirus.
  • Sie fordert etwa eine zentrale Organisation, wohnortnahe Impfaktionen und eine gute Aufklärung der Bevölkerung.
  • Das Gesundheitsministerium hat zwar noch keine Strategie vorgelegt, arbeitet aber bereits daran.

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"Die Vorbereitungen für die größte Impfaktion, die Österreich je erlebt hat, müssen spätestens jetzt beginnen", sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Das Gesundheitsministerium hat bisher noch keine Impfstrategie für Österreich vorgelegt, jedoch betont, daran zu arbeiten.

"So wie viele, setze auch ich große Hoffnungen in einen Impfstoff gegen Corona", sagte Rendi-Wagner zu dem der APA übermittelten Strategiepapier. "Unser Land braucht nach dem zweiten harten Lockdown eine positive Perspektive. Dazu zählt auch eine gut geplante österreichweite Corona-Impfstrategie, damit sich so viele Menschen wie möglich in kurzer Zeit schützen können. Ziel im Sinne eines Herdenschutzes ist es, rund zwei Drittel der Bevölkerung zu impfen - und das freiwillig", betonte die ehemalige Gesundheitsministerin.

1. Zentrale Organisation und Logistik

An erster Stelle der Impfstrategie sollte laut Rendi-Wagner eine zentrale Organisation und Logistik stehen. Dazu gehöre die zentrale Beschaffung sowie Finanzierung der Impfstoff- und Durchführungskosten durch das Gesundheitsministerium.

Zudem brauche es einen Rahmenplan der Infrastruktur für sicheren Transport, Lagerung, Verteilung und Impfaktionen.

2. Niederschwellige und wohnortnahe Impfaktionen

Als zweiten Punkt empfiehlt die Medizinerin niederschwellige und wohnortnahe Impfaktionen mit der Errichtung von fixen und mobilen Impfstationen sowie breite Personalrekrutierungen und Schulungen von Ärzten, Medizin-Studenten und Sanitätern.

Auch mobile Impfteams für gefährdete Bevölkerungsgruppen (z.B. in Alters- und Pflegeheimen) sollten zum Einsatz kommen.

3. Dreistufigen Priorisierung von Personengruppen

Weiters rät die SPÖ-Chefin zu einer dreistufigen Priorisierung von Personengruppen. Stufe eins umfasst Risikopersonen, die aufgrund ihres Alters ab 65 Jahren oder ihres Gesundheitszustandes ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben, sowie Menschen, die in der Betreuung von COVID-19-Erkrankten arbeiten.

Unter Stufe zwei fasst Rendi-Wagner das gesamte Gesundheitspersonal und für das Gemeinwesen relevante Personen wie Lehrer, Polizisten und Feuerwehrleute zusammen. Zuletzt sollte dann die gesamte Bevölkerung ab Zulassungsalter der Impfstoffe geimpft werden.

4. Breite Informations- und Aufklärungsoffensive

Viertens fordert die Gesundheitsexpertin eine breite Informations- und Aufklärungsoffensive. Um eine Durchimpfungsrate im Sinne eines Herdenschutzes zu erreichen, brauche es klare, verständliche und transparente Infos über Nutzen, Wirksamkeit und mögliche Risiken der Impfung. Vertrauen sei hier entscheidend.

5. Digitales und telefonisches Anmeldesystem

Fünfter Punkt der Strategie ist ein digitales und telefonisches Anmeldesystem mit gestaffelten Zeitfenstern für Impftermine.

6. Elektronischer Impfpass

Außerdem sollte es eine Impf-Dokumentation mittels elektronischem Impfpass geben.

7. Wissenschaftliches Monitoring von Wirksamkeit und Sicherheit

Siebentens und letztens sollte es auch ein wissenschaftliches Monitoring von Wirksamkeit und Sicherheit geben, hielt Rendi-Wagner fest.

"Eine zentrale Corona-Impfstrategie ist wichtig, damit rasch so viele Menschen wie möglich geschützt werden können", erläuterte die SPÖ-Vorsitzende. Es brauche eine Impfstrategie für Österreich - und nicht neun für alle Bundesländer.  © APA

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