Abschied für immer: Diese Politiker sind 2020 von uns gegangen

Im Jahr 2020 gingen einige Menschen aus Wirtschaft und Politik von uns, die Deutschland und die Welt mitgeprägt haben. Von Thomas Oppermann über Norbert Blüm bis John Lewis: Von diesen Menschen mussten wir Abschied nehmen. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Der frühere französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing schloss am 2. Dezember in seinem Haus in Loir-et-Cher für immer seine Augen. Mit 94 Jahren ist er an den Folgen einer COVID-19-Infektion gestorben. Von 1977 bis 1981 war er Frankreichs Präsident. Ab 2004 gehörte er dem Verfassungsrat an.
Markus Bartel starb mit nur 50 Jahren am 25. November. Der Unionspolitiker übernahm 2017 das Amt des Vorsitzenden der Dortmunder CDU-Ortsunion West. Im Juli 2019 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden im Stadtbezirk Innenstadt-West gewählt. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht bekannt.
Harald Ringstorff war einst Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns. Am 19. November verschied der SPD-Politiker im Alter von 81 Jahren. Er gehörte 1989 zu den Gründungsmitgliedern der SPD in Rostock. Von 1998 bis 2008 war er Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern. 2008 kündigte er seinen politischen Rückzug an.
An den Folgen einer COVID-19-Infektion starb der palästinensische Verhandlungsführer und Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Saeb Erekat. In Jerusalem erlag er am 10. November mit 65 Jahren der Krankheit. Breits in den 90er Jahren handelte er die Osloer Friedensverträge zwischen der PLO und Israel aus.
Mario Ohoven kam am 31. Oktober bei einem Verkehrsunfall nahe Düsseldorf ums Leben. Er war seit 1998 bis zu seinem Tod im Alter von 74 Jahren Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW).
Überraschend verstarb auch SPD-Politiker und Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann. Der 66-Jährige brach am 25. Oktober nach Dreharbeiten mit dem ZDF plötzlich zusammen. Von 2013 bis 2017 war er der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Im August hatte Oppermann bekanntgegeben, nicht mehr für die Bundestagswahl 2021 kandidieren zu wollen.
Mit 80 Jahren ging Wolfang Clement am 27. September von dieser Welt. Im August dieses Jahres wurde berichtet, dass Clement an Lungenkrebs erkrankt sein soll. Der SPD-Politiker war 1998 Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens und von 2002 bis 2005 Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit. Clement hinterlässt seine Ehefrau Karin und fünf Töchter.
Er war einer der ganz großen in der deutschen Modeindustrie: Gerhard "Gerry" Weber ist am 24. September im Alter von 79 Jahren in Münster gestorben. Weber hatte das Modeunternehmen 1973 mit seinem Freund Udo Hardieck als Hatex KG in seiner Heimatstadt Halle/Westfalen gegründet.
Sie war die Ausnahme im männerdominierten US-Justizwesen: Richterin Ruth Bader Ginsburg war seit 1997 am Supreme Court, dem obersten Gericht des Landes, tätig, bis sie am 18. September mit 87 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. Zeit ihres Lebens vertrat sie bei Themen wie Abtreibung oder gleichgeschlechtliche Ehe eine liberale Haltung.
Der indische Politiker Pranab Mukherjee war von 2012 bis 2017 Präsident der Republik Indien und prägte das Land maßgeblich. Im Laufe seiner politischen Karriere war er unter anderem Außen,- Verteidigungs- und Finanzminister. Am 31. August starb der 84-Jährige an den Folgen einer COVID-19-Infektion.
Mit 94 Jahren erlag der frühere SPD-Chef Hans-Jochen Vogel am 26. Juli seiner Parkinson-Erkrankung in München. Der Politiker war von 1960 bis 1972 Oberbürgermeister von München, anschließend Bundesminister der Justiz und hatte 1981 kurzzeitig das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin inne. Von 1987 bis 1991 war er Parteivorsitzender der SPD.
Die Tochter des südafrikanischen Freiheitskämpfers Nelson Mandela, Zindzi Mandela, starb am 13. Juli mit nur 59 Jahren in einem Krankenhaus in Johannesburg. Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt. Wie ihr Vater war auch sie politisch aktiv. Seit 2015 war Mandela Botschafterin ihres Heimatlandes in Dänemark.
Georg Ratzinger, der Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI., schied am 1. Juli aus dem Leben. Wenige Tage zuvor erhielt der 96-Jährige Besuch von seinem Bruder, der sich von ihm verabschieden wollte. Damals wurde bereits berichtet, dass der ehemalige Leiter der Regensburger Domspatzen im Sterben liege.
Er war eine US-Bürgerrechtsikone und ein Wegbegleiter von Martin Luther King: John Lewis spielte eine Schlüsselrolle bei der Beendigung der Rassentrennung in den USA. 2011 erhielt er mit der Presidential Medal of Freedom die höchste zivile Auszeichnung. 2019 hatte Lewis bekannt gegeben, dass bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert worden war.
Am 17. Mai verunglückte Prinz Otto von Hessen mit seinem Motorrad. Der 55-jährige Landgraf verlor nach Angaben der Polizei die Kontrolle über seine Maschine und prallte gegen die Leitplanke. Er erlag seinen Verletzungen noch am Unfallort. Otto von Hessen war Franchise-Nehmer von vier "McDonald's"-Filialen.
"Die Rente ist sicher": Mit diesem Satz schrieb der ehemalige Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm Geschichte. Mit 84 Jahren starb der CDU-Politiker am 23. April. Blüm war von 1982 bis 1998 Bundesminister für Arbeit und Soziales und einer der beliebtesten Politiker. Der legendäre Satz ging zurück auf eine Plakatkampagne. Dort stand: "Denn eins ist sicher: die Rente".
Erst umjubelter Rennsportler, dann erfolgreicher Unternehmer: Sir Stirling Moss schloss am 12. April in seinem Haus in London nach langer Krankheit seine Augen. Der 90-Jährige startete ab den 1950ern in der Formel 1 und hatte 16 Grand-Prix-Siege. Nach seiner aktiven Zeit als Fahrer stieg er zum erfolgreichen Geschäftsmann auf. 1999 wurde er von der Queen in den Adelsstand erhoben.
Barbara Rütting war ein echtes Multitalent. Neben ihren politischen Aktivitäten war sie als Schauspielerin und Autorin tätig. Am 28. März endete ihr Leben mit 92 Jahren im Kreis ihrer Familie. 1982 trat Rütting den Grünen bei. Sechs Jahre lang war sie für die Partei im Bayerischen Landtag tätig, musste ihr Mandat aber aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.
Mit 89 Jahren verstarb am 11. März der FDP-Politiker Burkhard Hirsch. Von 1975 bis 1980 war er Innenminister von Nordrhein-Westfalen und von 1994 bis 1998 Vizepräsident des Bundestages. Im Laufe seiner politischen Karriere hatte er sich insbesondere für den Schutz der demokratischen Bürgerrechte eingesetzt.
Hosni Mubarak war mehr als 30 Jahre lang in Ägypten an der Macht. Im Zuge des Arabischen Frühlings wurde er gestürzt und musste einige Zeit ins Gefängnis. 2017 freigesprochen, verbrachte er seine letzten Jahre überwiegend in einem Krankenhaus in Kairo. Am 25. Februar endete sein Leben mit 91 Jahren.