Vor 15 Jahren: Hurrikan "Katrina" verwüstet die US-Südstaaten

Über 1.800 Tote und mehr als 100 Milliarden Dollar Schaden: Das ist die Schreckensbilanz von Hurrikane Katrina, der in den frühen Morgenstunden des 29. August 2005 auf die US-Südküste traf. Ein Rückblick auf eine der größten Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte.

Am 29. August 2005 trifft der Wirbelsturm Katrina auf die Küste Louisianas. Bereits vier Tage zuvor war Katrina über Süd-Florida gezogen und hatte weitreichende Schäden verursacht. Im Golf von Mexiko gewann der Hurrikan nochmals erheblich an Energie und traf das amerikanische Festland in den folgenden Tagen mit ungewöhnlicher Härte.
Heftige Regenfälle und Flutwellen sorgen für zahlreiche Dammbrüche. Das sich in einer Senke zwischen dem Lake Pontchartrain und dem Mississippi River befindende New Orleans wird innerhalb kürzester Zeit von Wassermassen überflutet. (Aufnahme links: 9. März 2004 / Aufnahme rechts: 31. August 2005)
Bis zu 80 Prozent des Stadtgebiets fielen den Wassermassen zum Opfer. An manchen Orten stand das Wasser sogar bis zu 7,50 Meter hoch. Hinzu kam, dass aufgrund eines weitrechenden Stomausfalls keinerlei Wasser abgepumpt werden konnte.
Auch die US-Air Force war im Einsatz. Mit Transportmaschienen der Luftwaffe wurden kranke und verletzte Menschen aus dem Katastrophengebiet geflogen und in umliegende Staaten transportiert.
Nachdem selbst der Superdome, ein Football-Stadion im Herzen New Orleans, welches als Notunterkunft für geflüchtete diente, von den Wassermassen bedroht wurde, evakuierte man viele Menschen in den Astrodome in Huston. Die Arena diente zwei Wochen lang als Notunterkunft für 25.000 Menschen.
Auch Tage später steht New Orleans noch unter Wasser. Anhaltende Stromausfälle und ein zögerliches Vorgehen der Behörden erschwerten die Situation zunehmend. Das Brackwasser stellte zudem ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar. In den Wassermassen treiben Leichenteile, Exkremente und andere Gefahrenstoffe durch die Stadt.
Bis zu 125.000 Soldaten der Nationalgarde waren im Einsatz. Sie sicherten die Stadt und unterbanden Plünderungen und Gewaltausbrüche. Man verteilte Notrationen an Bedürftige und versuchte eine geregelte Evakuierung sicherzustellen.
Am Abend des 2. September unterzeichnete Präsident Bush ein Hilfspaket in Höhe von 10,5 Milliarden US-Dollar und befahl 7.200 aktiven Truppen, bei den Hilfsmaßnahmen zu helfen. Aufgrund der zögerlichen Reaktion auf den Hurrikan bezeichnete der oberste Notfallmanager von New Orleans die Bemühungen als "nationale Schande".
Auch am 3. September versuchen noch immer Menschen aus dem Katastrophengebiet zu entkommen. Nationalgardisten beschlagnahmen dabei auch immer wieder Waffen von den Flüchtenden.
Auch Monate später, wie hier am 25. Oktober, ist die Verwüstung in den Golfstaaten noch klar zu erkennen. Die Aufräumarbeiten kommen nur schleppend voran.
Auch ein halbes Jahr nach dem verheerenden Sturm ist die Verwüstung in New Orleans überall zu sehen. Weite Teile der Stadt sind vollkommen zerstört und viele Bewohner haben ihre Häuser und Besitztümer für immer verloren.
Selbst drei Jahre nach der Katastrophe leben noch über 120.000 der ehemaligen Bewohner von New Orleans über das gesamte Land verteilt. Von den evakuierten Personen lebte noch immer jeder Zweite in Notunterkünften oder bezog Mietgutscheine. Insgesamt verloren fast 2.000 Menschen ihr Leben. Der Sachschaden belief sich auf ca. 108 Milliarden US-Dollar.