Nach dem Anschlag mit zwei Todesopfern und mehreren Verletzten in Münster nahe dem Restaurant Kiepenkerl ist das Entsetzen groß. Die Reaktionen aus Deutschland und dem Ausland.

Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier haben sich nach dem blutigen Zwischenfall in Münster bestürzt gezeigt.

Bundespräsident Steinmeier tief betroffen

"Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern und den Angehörigen. Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die einen geliebten Menschen verloren haben und in tiefer Sorge sind", teilte Steinmeier mit. "Wir müssen von einer schweren Gewalttat ausgehen." Er dankte allen Ordnungs- und Rettungskräften im Einsatz.

Merkel erklärte, es werde alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan. "Allen Einsatzkräften vor Ort gilt mein Dank." Sie stehe in ständigem Austausch mit Bundesinnenminister Horst Seehofer, Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Opfern und Angehörigen der Bluttat in Münster ebenfalls sein Beileid ausgesprochen.

Alle seine Gedanken seien bei den Opfern, schrieb er am Samstagabend auf Twitter. "Frankreich teilt das Leid Deutschlands."

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, zeiht sich erschüttert über den Zwischenfall in Münster. "Wir trauern mit #Muenster. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen", schrieb Juncker auf Twitter. Er dankte "all jenen, die ihnen in diesen schweren Momenten helfen".

Auch der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont zeigte sich in Berlin "tief betroffen von dem schweren Vorfall" in Münster. "Mein ganzes Mitgefühl und Solidarität den deutschen Bürgern, den Vertretern vor Ort und der Bundesregierung", schrieb der frühere Regionalpräsident Kataloniens.

Das Bundesinnenministerium hatte bestätigt, dass vier Menschen gestorben sind. Darunter auch der mutmaßliche Täter.

Die Deutsche Presse-Agentur dpa und das Recherche-Netzwerk von NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichteten, dass der Anschlag keinen terroristischen Hintergrund habe.

Bei dem mutmaßlichen Täter von Münster handele es sich demnach um einen psychisch labilen Einzeltäter. Es gebe Hinweise darauf, dass es sich um einen 1969 geborenen Deutschen handelt.

"Furchtbare Nachrichten", twitterte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen".

Auch Vizekanzler Olaf Scholz meldete sich zu Wort:

Bundesinnenminister Horst Seehofer weist darauf hin, dass die Polizei in Münster und ganz NRW mit Hochtouren an der Aufklärung des Sachverhalts arbeite. "Die Sicherheitsbehörden des Bundes stehen in engem Austausch mit den Behörden in Nordrhein-Westfalen".

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist bestürzt: Er empfindet den heutigen Samstag als "traurigen und schrecklichen Tag für unser Land".

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) dankte auf Twitter den Rettungskräften vor Ort. "Müssen alles tun, um Hintergründe der Tat aufzuklären", schrieb sie.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Opfern von Münster sein Beileid ausgesprochen. "Die schreckliche Nachricht aus meiner Heimat hat mich tief getroffen", sagte der aus dem Westmünsterland stammende CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

"Den Angehörigen der Opfer gilt mein aufrichtiges Mitgefühl. Den Rettungskräften, Sanitätern und Ärzten sowie allen Kräften vor Ort danke ich für ihren Einsatz."

Linken-Fraktionsvorsitzender Dietmar Bartsch twitterte, er sei in Gedanken bei den Hinterbliebenen der Getöteten. "Den Verletzen wünsche ich rasche und vollständige Genesung." Auch er dankt den Rettungskräften.

Svenja Schulze (SPD), Bundesministerin für Umwelt und Naturschutz, reagierte mit Entsetzen auf die Nachrichten aus ihrer Heimat.

Der Parteivorstand der SPD twitterte ein schwarzes Bild und drückte ebenfalls seine Anteilnahme aus.

SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles wandte sich an die Angehörigen und Opfer von Münster: "Ich bin erschüttert über die Nachrichten, die uns aus Münster erreichen. Ich hoffe, dass unsere Behörden schnell Klarheit über die Hintergründe dieses Vorfalls gewinnen können und wünsche den Einsatzleuten vor Ort viel Kraft für ihre Arbeit."

Auch die Alternative für Deutschland sendet Beileid und Genesungswünsche. Außerdem bittet sie, die Polizei nicht bei ihrer Arbeit zu behindern.

Der Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe, erklärte die Hintergründe des Zwischenfalls seien bislang noch unklar."Ganz Münster trauert über dieses schreckliche Ereignis. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Getöteten. Den Verletzten wünschen wir schnelle und baldige Genesung", sagte Lewe am Samstag vor Journalisten. Er dankte den Einsätzkräften für ihre Arbeit.

Der Münsteraner Bischof hat die Menschen nach dem blutigen Zwischenfall in der Altstadt zum Innehalten aufgerufen.

"Ich lade alle Menschen im Bistum Münster ein, sich heute miteinander im Gebet für die Opfer zu verbinden", sagte Felix Genn am Samstagabend. "In meinen Gedanken und Gebeten bin ich bei den Opfern und ihren Familien."

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas reihte sich in Kette der Kondolenz-Beiträge ein.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hofft, dass es bald Klarheit über die Hintergründe der Tat gibt.

FDP-Chef Christian Lindner spricht von einer "entsetzlichen, unverständlichen Tat".

Tatort-Schauspieler sind entsetzt

Jan-Josef Liefers, der den Gerichtsmediziner Boerne im Münsteraner Tatort spielt, meldete sich per Facebook. Er schrieb: "Ohne alle Details und Motive zu kennen, reichen die Bilder und entsetzlichen Nachrichten aus Münster, um mir das Herz zu brechen." Münster sei einer der friedlichsten und freundlichsten Orte, die er kenne "und so wird es bleiben, trotz dieses feigen und kranken Anschlags".

Auch sein Tatort-Kollege Axel Prahl, der Kommisar Frank Thiel spielt, meldete sich zu Wort: "Münster, bleib wie Du warst und wie wir Dich lieben: offen, friedlich, freundlich, stark und stolz. Lass Dich jetzt nicht unterkriegen."

Für einen Affront sorgte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der den tödlichen Vorfall in Münster für einen verbalen Angriff auf den französischen Amtskollegen Emmanuel Macron nutzte.

(ska/mcf/mwo)

Mit Material der dpa