• Nach dem Absturz einer Boeing 737-800 in China sind die Rettungskräfte zur Unglücksstelle vorgedrungen.
  • Zuvor war ein Video in sozialen Medien aufgetaucht, welches die Maschine bis zum Aufprall in einem fast senkrechten Sturzflug zeigt – bislang ein Rätsel für Experten.
  • Der Flugschreiber konnte noch nicht geborgen werden - er könnte Anhaltspunkte liefern, wie es zum Unglück kommen konnte.

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Beim Absturz einer Passagiermaschine im Süden Chinas sind vermutlich alle 132 Insassen ums Leben gekommen. Wie der chinesische Staatssender CCTV am Dienstag berichtete, wurden Wrackteile der Boeing gefunden, jedoch noch keine Überlebenden. Mehrere Hundert Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren im Einsatz. Behörden gaben aber noch keine offiziellen Opferzahlen bekannt.

An Bord der Boeing 737 waren 123 Passagiere und neun Crewmitglieder. Das Unglück passierte in einer entlegenen, hügeligen Gegend nahe der Stadt Wuzhou in der südchinesischen Region Guangxi. Das Flugzeug mit der Flugnummer MU5735 war auf dem Weg von Kunming in der Provinz Yunnan nach Guangzhou in der Provinz Guangdong.

Maschine fällt fast senkrecht vom Himmel – Experten rätseln über Grund

Wie genau es zu dem Unglück kommen konnte, ist bislang noch völlig unklar: Die etwa sieben Jahre alte Maschine der Fluggesellschaft China Eastern Airlines war plötzlich aus mehr als 8.800 Metern fast senkrecht in die Tiefe gestürzt, wie die Luftfahrtbehörden mitteilten. Videos des Absturzes wurden in den sozialen Medien geteilt.

Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, denn das Unglück ist in vielfacher Hinsicht ungewöhnlich, wie Luftfahrt-Experte Andreas Späth im Gespräch mit dem "SWR" erklärt: "Normalerweise verunglücken Flugzeuge nicht, wenn sie auf Reiseflughöhe sind". Auch der fast senkrechte Aufprall auf den Boden mit hoher Geschwindigkeit, wie ihn die Videoaufnahmen nahelegen, sei ungewöhnlich: "Man kann nicht erkennen, ob die Maschine zu dem Zeitpunkt vollkommen intakt war."

Laut chinesischen Staatsmedien wurde der Flugschreiber, der Anhaltspunkte über die Unglücksursache liefern könnte, bislang noch nicht gefunden.

Flugzeugabsturz in China erinnert an Unglücksserie der Boeing 737 Max

Indes wurde über die Ursache des plötzlichen Absturzes spekuliert. "Selbst wenn beide Triebwerke der Boeing 737 gleichzeitig ausgefallen wären, wäre es unmöglich, mit einer derartigen Geschwindigkeit zu fallen, weil das Flugzeug noch eine Strecke gleiten könnte", wurde ein Experte in chinesischen Staatsmedien zitiert.

Der Unfall erinnert an zwei Abstürze von Maschinen des Typs Boeing 737 Max aus den Jahren 2018 und 2019. Damals war der Auslöser das Verhalten des Software-System MCAS. Dieses sollte den Piloten helfen, das Flugzeug in der richtigen Position zu halten. Es wurde notwendig, weil die Maschine eine modifizierte Version der 737 aus den 60er Jahren ist.

Die Max bekam größere Triebwerke - und dadurch konnte in manchen Fällen die Nase des Flugzeugs nach oben gehen. Die Software sollte dann gegensteuern und leicht korrigieren. Doch wie sich herausstellte, konnte MCAS auch in anderen Situationen eingreifen und die Maschine plötzlich nach unten lenken. Bei den beiden Abstürzen kamen 346 Menschen ums Leben.

Luftfahrt-Experte: Absturzserie der Max nicht mit aktuellem Unfall vergleichbar

Einen Zusammenhang zwischen dem aktuellen Absturz und den Unglücken mit der Boeing 737 Max wies Luftfahrt-Experte Späth unmissverständlich zurück: "Es ist wichtig, hier einen ganz klaren Strich zu ziehen." Die 737-800 sei ein früheres Flugzeugmodell und funktioniere auf konventionelle Art. Die Probleme mit der Steuerungssoftware könnten im Fall der in China abgestürzten Maschine deshalb nicht die Ursache sein.

Späth sieht allerdings zwei andere mögliche Ursachen für den Unfall. Zum einen könne es sich um eine "menschlich bedingte Ursache handeln" – angefangen bei menschlichem Versagen bis hin zu einer möglichen, missglückten Flugzeugentführung. Zum anderen könne es zu "mechanischen oder strukturellen Problemen am Flugzeug" selbst gekommen sein. Letztlich Aufschluss über den Absturz könnten aber nur der Voice-Recorder und der Flugschreiber der Maschine liefern.

Der US-Flugzeugbauer Boeing kündigte indes seine Unterstützung bei der Untersuchung an. "Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und der Besatzung von China Eastern Airlines Flug MU 5735", teilte der Konzern mit. Technische Experten stünden bereit, um bei der Untersuchung der Unglücksursache unter der Führung der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde zu helfen. (mgb)

Verwendete Quellen:

  • Material der dpa
  • swr.de: Luftfahrt-Experte: Flugzeug-Absturz in China hatte nichts mit Problemen der Boeing 737 MAX zu tun

132 Menschen an Bord: Flugzeug im Süden Chinas abgestürzt

In der südchinesischen Provinz Guangxi ist am Montag ein Passagierflugzeug abgestürzt. Das Unglück ereignete sich in der Nähe der Stadt Wuzhou über ländlichem Gebiet. An Bord der Maschine der Fluggesellschaft "China Eastern" befanden sich 123 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder.
Teaserbild: © dpa / Uncredited/Xinhua/AP/dpa