Greenpeace Deutschland wird 40: Eine bewegte Geschichte in Bildern

Um Missstände in der Umweltpolitik aufzudecken, sorgt Greenpeace Deutschland nun seit genau 40 Jahren mit spektakulären Aktionen für Aufmerksamkeit. Dabei machen sich die Umweltschützer nicht nur Freunde. Ein Überblick über Proteste, die in Erinnerung bleiben werden.

Es ist die erste Aktion von Greenpeace Deutschland: Am 13. Oktober 1980 protestieren die Umweltschützer gegen eine Firma, die im Auftrag der Bayer AG verdünnte Schwefelsäure in die Nordsee pumpt.
Um die Schädigung von Plankton und Fischen zu verhindern, ketteten sich die Aktivisten an das Schiff und hinderte es so am Auslaufen.
Protest hoch oben: Im Jahr 1981 verharren Greenpeace-Aktivisten 26 Stunden auf einem 35 Meter hohen Schlot, der unter anderem lindanhaltige Pestizide ausstößt und damit Luft, Wasser und Böden mit giftigen Chemikalien verseucht. Mit Erfolg aus Sicht der Demonstranten: Drei Jahre später wird die Betreiberfirma geschlossen.
Das stinkt dem Minister: Nachdem Greenpeace-Aktivisten einen Haufen toter Fische vor dem Landwirtschaftsministerium von Baden-Württemberg abgeladen hat, zeigt sich der Minister Gerhard Weiser erbost. Die Ziel der Aktion war es auf das Fischesterben in deutschen Gewässern aufmerksam zu machen.
Auch Atomwaffen sind den Greenpeace-Aktivisten ein Dorn im Auge. Hier wird das britische Kriegsschiff "HMS Arc Royal" von den Umweltschützern mit entsprechenden Transparenten in Empfang genommen, als es 1989 im Hamburger Hafen eintrifft.
Um auf die Gefahr von FCKW aufmerksam zu machen, blockiert Greenpeace 1992 die Tore des BASF-Werks in Ludwigshafen.
Immer wieder zeigen die Greenpeace-Mitglieder, was sie von Atomkraft halten. Hier ketteten sie sich 1992 an die Ausfahrt des Atomkraftwerks Greifswald und versperrten somit den Weg.
Mehrere Wochen blockieren Aktivisten von Greenpeace 1993 das Atommüll-Endlager Morsleben, das aus ihrer Sicht nicht die nötigen Sicherheitsbestimmungen erfüllt.
Acht Mitglieder protestieren hier vor der Ankunft von Jacques Chirac gegen Atomtests der französischen Regierung, indem sie sich von der Bonner Konrad-Adenauer-Brücke abseilten und dabei an einem Banner hingen.
Mitglieder von Greenpeace bilden vor dem Kernkraftwerk Neckarwestheim (Baden-Württemberg) 1996 eine Menschenkette mit Transparenten, die die Losung "Stoppt Castor" ergeben. Sie protestieren damit gegen den geplanten dritten Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben.
Die damalige Umweltministerin Angela Merkel besucht eine Greenpeace-Demonstration vor dem Bonner Ministerium im Jahr 1998. Demonstranten protestieren mit künstlichem Rauch und Bannern auch hier gegen Atomtransporte, die ihrer Meinung nach nicht sicher und gefährlich für das Land sind.
Ein Greenpeace-Aktivist "reitet" 1998 auf einem rund fünf Meter hohen und zwei Tonnen schweren "Energie-Dinosaurier" aus Schrott-Teilen in der Bremer Innenstadt. Das Ungetüm steht nach Angaben der Umweltschutzorganisation als Symbol für die "nicht zukunftsfähige Stromversorgung aus Atomkraft und Kohle".
Mit 50 in Eisblöcken eingefrorenen Babypuppen demonstriert Greenpeace 2004 vor dem Berliner Reichstag gegen die Patentierung von menschlichem Leben. Zur selben Zeit debattiert der Bundestag über die umstrittene Umsetzung der EU-Gen-Patentrichtlinie in deutsches Recht.
Auch dieses Mal demonstriert Greenpeace gegen die Zerstörung des Meeres und macht mit einem 20 Meter langen und sieben Meter breiten Original-Schleppnetz auf die Überfischung aufmerksam. Allein für 1 kg Seezunge sterben laut Greenpeace 9 kg Beifang.
Vor dem bayerischen Maximilianeum hält eine Greenpeace-Aktivistin hier ein Transparent, das sich gegen genmanipulierten Mais richtet.
2007 demonstrieren Greenpeace-Aktivisten auf der IAA in Frankfurt am Main gegen die Automobil-Industrie, die aus Sicht der Aktivisten einen großen Anteil am Klimawandel haben.
Gegen das Freihandelsabkommen zwischen USA und der EU demonstrieren Aktivisten von Greenpeace 2015 anlässlich des SPD-Parteikonvents am Willy-Brandt-Haus.
Und es werde dunkel: Dieser Protest richtet sich gegen die angebliche Verwicklung zwischen der Kohleindustrie und der Bundesregierung am Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.
Auch diese Aktion hat es auf die CDU abgesehen. Greenpeace-Aktivisten stehlen das "C" des CDU-Parteilogos am Konrad-Adenauer-Haus und präsentieren es später vor Fridays-for-Future-Demonstranten mit der Forderung nach Einhaltung der Pariser Klimaziele. Ansonsten habe die Politik der CDU nichts mit "christlich" zu tun, so die Aktivisten.