"HMS Queen Elizabeth": Flugzeugträger der Superlative

Die HMS Queen Elizabeth ist das neue Flaggschiff der britischen Marine. Der Flugzeugträger ist das größte und modernste Schiff in der Geschichte der britischen Royal Navy.

Die "Queen Elizabeth"-Flugzeugträgerklasse ist das neue Aushängeschild der Royal Navy. Das erste Exemplar, die "HMS Queen Elizabeth", soll ab 2021 einsatzbereit sein. Mit der "Prince of Wales" ist aktuell auch ein zweiter Flugzeugträger der Klasse im Bau. Die beiden Schiffe sollen die alten Träger der "Invincible"-Klasse ersetzen.
Die "HMS Queen Elizabeth" ist ein wahrer Stahlkoloss. Sie ist das größte Schiff, das je im Dienst der britischen Navy stand. Mit 280 Metern Länge belegt sie Rang 4 unter den weltweit größten Flugzeugträgern. Gleichzeitig ist sie aktuell der modernste ihrer Art.
Der Flugzeugträger bietet bis zu 40 Flugzeugen und zahlreichen Hubschraubern Platz. In Extremfällen können laut Verteidigungsministerium sogar über 50 Flugzeuge auf dem Schiff untergebracht werden.
Die Crew der "HMS Queen Elizabeth" zählt stolze 679 Mann. Die Besatzung besteht unter anderem aus Ingenieuren, Köchen, Piloten, Fluglotsen, Kommunikations-, Informations-, System- und Navigationsspezialisten. Insgesamt bietet das Schiff Platz für 1.600 Menschen.
Der erste kommandierende Offizier der "HMS Queen Elizabeth" ist Jerry Kyd. Der 51-Jährige bekleidet den Rang eines "Captain" und hat seit Mai 2016 den Oberbefehl über das Schiff.
Dieses Besatzungsmitglied ist besonders gut gelaunt. Die Matrosen sind stolz, auf dem neuen Aushängeschild der Royal Navy dienen zu dürfen.
Auch beim Gewicht gehört die "HMS Queen Elizabeth" zu den Superlativen. Sie kommt auf eine Verdrängungsmasse von 65.000 Tonnen. Das entspricht dem Gewicht von 60.000 Kleinwagen.
Eine Besonderheit der "Queen Elizabeth"-Flugzeugträgerklasse gegenüber anderen Flugzeugträgern, sind die zwei Kontrolltürme, auch "Inseln" genannt. Sie ermöglichen eine räumliche Trennung der Schiffsnavigation und der Kontrolle des Flugbetriebs. Dies soll die Koordination des Betriebs des Flugzeugträgers vereinfachen.
Auch der Antrieb unterscheidet das Schiff von seinen amerikanischen und französischen Vorbildern. Während diese auf einen atomaren Antrieb setzen, werden die Flugzeugträger der "Queen Elizabeth"-Klasse konventionell betrieben. Das ist zwar günstiger im Bau. Allerdings macht es den Flugzeugträger von Brennstofflieferungen abhängig.
Der Heimathafen der schwimmenden Militärbasis ist Portsmouth. Damit der Flugzeugträger den Hafen befahren kann, musste das Hafenbecken vertieft werden. 3,2 Millionen Kubikmeter Sediment wurden hierfür aus dem Becken abgetragen.
Insgesamt über 10.000 Menschen arbeiteten in sechs verschiedenen Docks an dem Schiff. Die Kiellegung und die Zusammensetzung des Riesen fand in der Werft im schottischen Rosyth statt. Allein dort arbeiteten laut Navy 3.000 Menschen an dem Flugzeugträger.
Der Bau des Schiffes startete 2009. Die Planung begann allerdings bereits 1998. Während der gesamten Dauer gab es immer wieder Änderungen. Ursprünglich sollten sogar drei Flugzeugträger gebaut werden. Das Projekt blieb bis zum Schluss umstritten, selbst innerhalb der Royal Navy.
Das lag zum Teil auch an den steigenden Kosten des Projekts. Mittlerweile geht man von Kosten von etwa 6,2 Milliarden Pfund für die beiden Flugzeugträger "HMS Queen Elizabeth" und "HMS Prince of Wales" aus. 1998 schätzte man die Kosten des Projekts noch auf etwa ein Drittel. Trotzdem überlebte das Prestige-Projekt seitdem alle Regierungen, sowohl Labour, als auch Tories.
Auch Theresa May nutzt die mediale Aufmerksamkeit des Flugzeugträgers. In Zeiten des Brexit spielt die "HMS Queen Elizabeth" als Symbol britischer Stärke und neuen Selbstvertrauens durchaus in die Karten. Hier spricht sie im August 2017 vor der Besatzung des Schiffes.
Die Britische Regierung begründet die Anschaffung der kostspieligen Flugzeugträger damit, britische Interessen zu Hause und im Ausland zu verteidigen. Damit soll die britische See- und Luftmacht ausgebaut werden und auf weltweite Krisen reagiert werden können. Großbritannien will damit aber sicherlich auch seinen Status als Weltmacht ausbauen.
Hier wird der Flugzeugträger auf den Namen "HMS Queen Elizabeth" getauft.
In einer feierlichen Zeremonie wurde der Flugzeugträger von Queen Elizabeth II. mit einer Flasche "Islay malt"-Whisky getauft. Zur Zeremonie in der Werft von Rosyth gab es auch eine Parade der Navy.
Dazu spielte eine Militärkapelle Musik, und Flugzeuge malten Farben in den Himmel.
Das Spektakel wurde von zahlreichen Zuschauern besucht. Hier trägt ein Vater seine Tochter auf den Schultern. Das Mädchen schwingt den Union Jack, die Nationalflagge des Vereinigten Königreichs.
13 Tage später, am 17. Juli 2014 folgte der Stapellauf das unfertigen Schiffes in Schottland. Die Fertigstellung zog sich allerdings bis 2017.