Ein Sanitäter hatte mit einer Pöbelei gegen Corona-Demonstranten für Wirbel gesorgt. Nun postet sein Arbeitgeber ein Video von ihm und stellt klar: Er muss nicht gehen.

Ein Sanitäter aus Düsseldorf hatte in der vergangenen Woche aus dem Rettungswagen heraus mit dem Satz »Ihr seid doch Spinner!« Demonstranten beleidigt, die gegen die Coronaregeln auf die Straße gegangen waren.

Ein Video von dem Vorfall hatte sich rasant in den sozialen Medien verbreitet. Der Sanitäter war dafür im Netz sowohl gefeiert als auch kritisiert worden. Tagelang war der Hashtag #IhrSeidDochSpinner einer der meistgenutzten auf Twitter. Nun postete sein Arbeitgeber ein Video und stellte darin klar: Der Sanitäter wird seinen Job behalten.

»Hallo, ich bin Nils, 33 Jahre alt«, sagt der Notfallsanitäter in dem am Wochenende vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Düsseldorf geposteten Video. »Vielleicht kennt ihr meine Stimme aus dem Internet.«

Der Sanitäter stellt daraufhin einen neuen Einsatzwagen vor – und tastet in der Fahrerkabine verdutzt auf der Mittelkonsole herum: »Hier ist ja gar kein Mikrofon.« »Ja Nils, darauf haben wir bewusst verzichtet«, antwortet Kollege Olli.

Das DRK, als Arbeitgeber von Sanitäter Nils, hatte zunächst ein Disziplinargespräch mit offenem Ausgang angekündigt. Die Feuerwehr Düsseldorf schrieb in einem Post, der Vorfall sei »unprofessionell« gewesen. Gleichzeitig nahm die Organisation jedoch den bis dato unbenannten Sanitäter in Schutz und schrieb, die Einsatzkräfte seien seit einem Jahr den Gefahren durch Corona ausgesetzt und teilten daher nicht die Auffassung der Demonstranten.

Das jetzt veröffentlichte Video des DRK stellt allerdings klar, dass der Sanitäter seinen Job behalten wird. »Vielen Dank für die Unterstützung und die tollen Jobangebote in den letzten Tagen. Ich arbeite gerne beim DRK Düsseldorf«, sagt Nils. Das Video beendet er mit einem Aufruf: Alle, die auch in seinem Team arbeiten wollten, sollten sich bewerben.  © DER SPIEGEL