Vor neun Jahren, am 3. Mai 2007, verschwand die damals dreijährige Madeleine McCann aus der Ferienwohnung ihrer Eltern Gerry und Kate im portugiesischen Praia da Luz. Zahlreiche Theorien ranken sich um das Verschwinden des Mädchens.

Der ersten Theorie der portugiesischen Polizei zufolge sei Maddie von einem Pädophilen-Ring entführt worden. Die Polizei hatte Hinweise erhalten, dass zwei Männer und eine Frau 30 Kilometer vom Entführungsort entfernt fremde Kinder fotografiert hätten.

Kurz darauf ging die Polizei jedoch von einem Einzeltäter aus. Ein damals etwa 30-jährige Brite war aufgrund der Aussagen einer Reporterin des "Sunday Mirror" ins Visier der Ermittler geraten. Während eines Interviews mit der Zeitung habe er sehr merkwürdige Äußerungen zum Fall von sich gegeben.

Daraufhin hatte die Polizei unter anderem sein Haus durchsucht. Zuvor hatte er als Übersetzer selbst bei der Suche nach Maddie geholfen. Als die Ermittlungen seitens der Behörden am 21.08.2008 eingestellt wurden galt er nicht mehr als Verdächtiger.

Die Eltern unter Verdacht

Nach dem Fund von Blutspuren in der Ferienwohnung der McCanns am 5. August kam daraufhin der Verdacht auf, dass Maddie gar nicht entführt wurde. Dieser These zufolge sei Madeleine bei einem Unfall gestorben.

Ihre Eltern hätten die Leiche verborgen, um dies zu vertuschen. Der damalige portugiesische Chefermittler Gonçalo Amaral gilt bis heute als stärkster Verfechter dieser Theorie. Im Juli 2008 veröffentlichte er sogar ein Buch, in dem er seinen Verdacht ausführlich erklärt.

Gerry und Kate McCann wehrten sich vehement gegen die Vorwürfe, ein Rechtsstreit zwischen den McCanns und Amaral folgte. Zwar wurde Amaral 2015 zu einer Entschädigungszahlung von insgesamt 500.000 Euro an das Ehepaar verurteilt, ein Beschluss des Oberlandesgerichts Lissabon annullierte das Urteil jedoch wieder.

Vor genau neun Jahren ist die damals dreijährige Madeleine McCann in Praia da Luz an der portugiesischen Algarveküste verschwunden. Noch immer dauert die Suche an. Doch eine neue Theorie über ihren Verbleib lässt einen traurigen Schluss zu.

Alte Theorie wird zu neuster Erkenntnis

Im Juli 2013 nahm Scotland Yard die Ermittlungen wieder auf. Verschiedene "Personen von Interesse" wurden überprüft und mehrere Phantombilder veröffentlicht.

Bereits damals entstand die These, dass Maddie eventuell Einbrechern in die Quere gekommen sei. Dieser Verdacht scheint sich nun zu konkretisieren. Laut Scotland Yard, stehen mehrere Männer unter Verdacht, Maddie während eines Einbruchs in die Ferienwohnung der McCanns entführt zu haben.

Telefongespräche zwischen den Verdächtigen scheinen zu bestätigen, dass diese sich am Abend von Maddies Verschwinden am Schauplatz des Verbrechens befanden. Sir Bernard Hogan Howe, Chef von Scotland Yard, bezeichnet die neuen Hinweise als "finale Spur".

Die bereits neun Jahre andauernde Suche nach der Wahrheit im Fall Maddie geht also weiter. Neben den unzähligen verschiedenen Theorien hat der Fall auch immense Kosten verursacht. So hatten bis Ende 2015 allein die McCanns eine Summe von umgerechnet mehr als einer Million Euro investiert.