Michael Schumachers Unfall jährt sich zum vierten Mal. Ein aktuelles Interview mit seiner Managerin Sabine Kehm gibt einen neuen Einblick, warum die Familie so beharrlich über seinen Gesundheitszustand schweigt.

Auch vier Jahre nach Michael Schumachers Unfall ist sein Schicksal allen präsent. Auch nach vier Jahren hören seine Fans nicht auf, besorgt nach seinem Gesundheitszustand zu fragen. Vier Jahre, in denen seine Familie und seine engsten Vertrauten seine Privatsphäre kategorisch schützen. Vier Jahre, in denen immer wieder gefragt wird, warum so gar nichts zu erfahren ist.

In all den Jahren landeten diverse Anfragen auf dem Tisch seiner Managerin Sabine Kehm. Im Frühjahr erklärte sie erstmals in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" ausführlicher, warum die Familie so konsequent schweigt: "Jeder Satz ist doch der Auslöser für neue Nachfragen, jedes Wort ist Fanal für weitere Informationen. Es wäre nie Ruhe."

Zudem ließe sich die Frage, wie es Michael Schumacher geht, "nicht in ein paar Sätzen beantworten". Es handele sich um einen "ständigen" Prozess. Sie wolle Interpretationen verhindern - und sehe daher keine Alternative.

Ihr Schweigen aber erklärt sich vor allem, wenn sie betont: "Michael war sein Privatleben auch vor dem Unfall heilig. Und alle haben das akzeptiert."

Sabine Kehm: "Es war sein geheimer Wunsch"

Was sie im Frühjahr noch nicht sagte: Schumacher war nicht nur sein Privatleben heilig, er soll sogar den Wunsch gehabt haben, ganz aus der Öffentlichkeit zu verschwinden.

Das verriet Kehm jetzt der französichen Zeitung "L'Equipe". "Er hatte mir gesagt: Ruf mich nicht an, um Sachen zu planen, ich werde verschwinden", zitiert das Blatt die Managerin.

Diese Zitate erklären vieles. Dass Schumacher Privates gern privat hielt, war lange bekannt. Nicht bekannt war sein Drang, komplett von der Bildfläche zu verschwinden. "Es war sein geheimer Wunsch", sagt Kehm, "aus diesem Grund gebe ich nichts bekannt."

So bleiben seine Fans weiter im Dunkeln über seinen Zustand - in der Gewissheit aber, dass es so genau seinem Willen entspricht.

Bekannt ist lediglich: Seit September 2014 erholt sich Schumacher in seinem Schweizer Anwesen am Genfer See. Alle notwendigen Maßnahmen wurden getroffen, um ihm dort die Reha im Kreis seiner Familie zu ermöglichen. (af)