Riesenschlag gegen die Mafia in Deutschland und Italien: Bei Razzien in beiden Ländern sind 171 Verdächtige festgenommen worden. Elf mutmaßliche Mitglieder der 'Ndrangheta Farao-Marincola gingen den Ermittlern in Deutschland ins Netz.

Bei einer Razzia gegen die italienische Mafiaorganisation ‘Ndrangheta in mehreren deutschen Bundesländern hat die Polizei elf mutmaßliche Mitglieder festgenommen. Das teilte das Bundeskriminalamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

Verdächtige in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, NRW gefasst

Die Verdächtigen seien zwischen 36 und 61 Jahre alt und in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen sowie Nordrhein-Westfalen gefasst worden. Ihnen wird unter anderem Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen.

Die Aktion in Deutschland steht nach Angaben des Bundeskriminalamts in Zusammenhang mit einer Razzia gegen den ‘Ndrangheta-Clan Farao-Marincola in Italien, bei der dort ebenfalls am Dienstag 160 mutmaßliche Mafia-Mitglieder festgenommen worden seien.

Organisiert wie eine "krimielle Holding"

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Mafia in verschiedenen Wirtschafts- und Unternehmensbereichen in Italien sowie im Ausland mitmischte und sich wie eine "kriminelle Holding" organisierte, um Geschäfte in Millionenhöhe zu betreiben, hieß es weiter bei Ansa. © dpa

Nicht zuletzt aufgrund lascher Gesetze ist Deutschland seit Jahren ein Magnet für Mafiosi. Sie haben wenig mit Nadelstreifenanzügen und Maschinenpistolen zu tun, sondern mit Management, Drogen und Geldwäsche. Die Regierung will nun härter durchgreifen - und schaut sich dabei etwas von den Italienern ab.