• Ein Vater und sein damals 17-jähriger Sohn haben ein 15-jähriges Mädchen, das unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand, missbraucht und die Tat gefilmt.
  • Beide gaben vor Gericht alles zu.
  • Sie wurden nun vom Wiener Schöffensenat am Straflandesgericht verurteilt.

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Mit einem - wie es die Staatsanwältin bezeichnete - "verstörenden und verwerflichen" Sexualverbrechen hat sich am Montag ein Wiener Schöffensenat am Straflandesgericht auseinandersetzen müssen. Ein Vater und sein damals 17-jähriger Sohn haben ein 15-jähriges Mädchen, das unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand, missbraucht und die Tat gefilmt. Beide gaben vor Gericht alles zu. Sie wurden nun vom Wiener Schöffensenat am Straflandesgericht verurteilt. Sexualverbrechen hat sich am Montag ein Wiener Schöffensenat am Straflandesgericht auseinandersetzen müssen.

Ein damals 17-Jähriger und sein Vater haben im März in einer Wohnung in Floridsdorf ein durch Alkohol und Drogen beeinträchtigtes, 15-jähriges Mädchen missbraucht und die Tat auch noch gefilmt. Die beiden bekamen zwei bzw. 6,5 Jahre Haft. Die Urteile sind bereits rechtskräftig.

Die Männer flüchteten nach der Tat

Zur Anklage gebracht wurde neben dem Missbrauch einer wehrlosen Person und der pornografischen Darstellung einer minderjährigen Person auch eine absichtlich schwere Körperverletzung. Am darauffolgenden Tag randalierte der Bursche in Rudolfsheim-Fünfhaus dermaßen, dass sein Vater glaubte, ihn gegen aufgebrachte Passanten verteidigen zu müssen und einen 33-jährigen Familienvater mit der Eisenstange niederschlug. Die Männer flüchteten danach, weshalb der mittlerweile 18-Jährige auch wegen des Imstichlassens eines Verletzten angeklagt wurde.

Die beiden, die sich im Ermittlungsverfahren nicht geständig gezeigt hatten, gaben vor Gericht nun alles zu. Allerdings wollten sie keine weiteren Aussagen machen. "Man kann auf Frauen nicht einfach so zugreifen. Das ist kein Selbstbedienungsladen", sagte Richter Philipp Krasa in seiner Urteilsbegründung. "Frauen müssen in Ruhe gelassen werden."

Der damals 17-jährige Rumäne hatte am 25. März mit Freunden im Stadtpark gefeiert, wo auch die 15-Jährige mit dabei war. Bereits dort wurden reichlich Alkohol und Drogen konsumiert, ehe die Gruppe in die Wohnung des 18-Jährigen fuhr, weil er "sturmfrei" hatte, wie er berichtete. In der Wohnung angekommen, wurde weiter gefeiert - auch als der 45-jährige Vater in der Zwischenzeit nach Hause kam.

Irgendwann schlief die 15-Jährige ein und der Vater, der noch eine 14-jährige Tochter hat, sowie der Sohn nutzten die Wehrlosigkeit "schamlos aus", so die Anklägerin. Das Mädchen bekam von den Übergriffen überhaupt nichts mit und war um so schockierter, als sie von den Filmaufnahmen und den anderen Partyteilnehmern erfuhr, was geschehen war. Die Aufnahmen wurden sogar herumgereicht. Die 15-Jährige erstattete daraufhin Anzeige.

Die vorher unbescholtenen Männer wurden am nächsten Tag noch einmal straffällig

Am darauf folgenden Tag wurden die bisher unbescholtenen Männer erneut straffällig. Der Sohn randalierte im 15. Wiener Gemeindebezirk, indem er gegen Autos und Baustellengitter trat. Passanten wollten ihn daraufhin zur Rede stellen. Im Innenhof einer Wohnanlage in der Pillergasse wurde er von mehreren Verfolgern umzingelt. Einem 33-Jährigen, der erst später hinzukam, wurde plötzlich von dem Vater mit einer Eisenstange gegen den Kopf geschlagen.

Der Schlag war laut Gerichtsmediziner Wolfgang Denk "sehr kräftig" und zog einen Schädelbruch mit teilweiser Einblutung ins Gehirn nach sich. "Ich hab' gar nichts mehr gesehen. Mir war schwarz vor den Augen", berichtete der 33-Jährige im Zeugenstand. Danach versetzte der Sohn dem auf dem Boden Liegenden auch noch Fußtritte, ehe die beiden flüchteten. Der 45-Jährige muss dem schwer verletzten Mann ein Schmerzengeld in der Höhe von 5.620 Euro zahlen.  © APA

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