Im Thurgauer Ort Gachnang sind mehr als 60 Kühe aufgrund einer Vergiftung verendet. Weitere Tiere liegen im Sterben. Ursache ist ein Kadaver, der beim Mähen ins Futter gelangte.

Ausnahmezustand an einem Hof im Weiler Strass in Gachnang (Thurgau): Seit dem 11. April sind dort 63 von 130 Kühen verendet, wie der "Landbote" berichtet.

Grund sei, dass die Tiere vergiftetes Futter gefressen hätten. "Wir müssen davon ausgehen, dass dies noch nicht das Ende ist", wird Landwirt Fritz Stettler zitiert. Mindestens sechs weitere Tiere seien so stark betroffen, "dass wir um sie fürchten müssen".

Gefährliches Nervengift

Aufgrund der Symptome bestätigte das Tierspital der Universität Zürich den Verdacht, dass es sich um einen "schweren Fall von Botulismus" handele, der "alle bekannten Dimensionen" übertreffe. Botulismus bedeutet lebensbedrohliche Fleischvergiftung.

Was mancher Star mit seinem Körper macht, hat tragische Folgen.

Beim Mähen der Wiese sei laut dem Landwirt vermutlich ein Fuchs, ein Hase oder eine Katze in den Silierladewagen gelangt.

Wenn Fleisch verwest, kann es passieren, dass Bakterien ein starkes Nervengift entwickeln: Botulinumtoxin - aus der Schönheitsindustrie kennt man es als Botox. Es ist das stärkste Gift, das die Natur produziert.

Bevor es Menschen in der Humanmedizin oder zu Schönheitszwecken gespritzt werden kann, muss es aufbereitet und extrem verdünnt werden. In einem Fläschchen findet sich nur ein milliardstel Gramm des Gifts.

Keine Gefahr für Konsumenten

Die Dimension des Falles erklären sich Experten dadurch, dass die Tiere wohl extrem hohe Toxinmengen zu sich nahmen.

Konsumenten müssten sich keine Sorgen machen: Die Mastkälber hätten nichts von dem betroffenen Futter gefressen, das Gift gehe nicht in die Milch über. (af)