• Am Sonntagmorgen ist im Burgenland ein Schlepper-Van verunfallt.
  • Dabei wurden 16 Person teils schwer verletzt.
  • Es ist nicht der erste Unfall mit einem Schlepperfahrzeug in Österreich in diesem Jahr.

Mehr Panoramathemen finden Sie hier

Ein Schlepperfahrzeug ist Sonntagfrüh bei Wallern (Bezirk Neusiedl am See) von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. 16 Personen wurden laut Landessicherheitszentrale Burgenland verletzt, davon zwei schwer. Zwei Notarzthubschrauber waren im Einsatz. Der rumänische Lenker hatte sich der Anhaltung durch eine Bundesheerpatrouille entzogen und war mit überhöhter Geschwindigkeit Richtung Apetlon gefahren, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Dabei kam es zum Crash.

Der Unfall ereignete sich kurz vor 06:30 Uhr auf der L205 nahe der Grenze zu Ungarn. Einer Bundesheerpatrouille war laut Marban ein verdächtiges Fahrzeug aufgefallen, die Soldaten wollten das Kfz daher anhalten. "Der Lenker hat daraufhin beschleunigt und ist in einer Kurve von der Straße abgekommen", berichtete der Polizeisprecher.

Der Chauffeur verlor in einer Linkskurve die Kontrolle über das Fahrzeug und stieß gegen eine Baumgruppe, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando in einer Aussendung mit. In dem stark überfüllten Kfz befanden sich laut Marban der Chauffeur sowie 15 Männer aus Indien, Pakistan und Afghanistan. Die Soldaten leisteten Erste Hilfe, hieß es von der Exekutive.

Mehrere Verletzte kamen ins Krankenhaus

Die Verletzten wurden in mehrere Krankenhäuser gebracht. Der Hubschrauber "Christophorus 3" flog einen Insassen mit schweren Blessuren ins Krankenhaus Eisenstadt, teilte die Landessicherheitszentrale auf Anfrage mit. Ein weiterer Schwerverletzter wurde vom "Christophorus 9" ins Krankenhaus Wiener Neustadt transportiert.

Jeweils drei Personen wurden mit leichten Blessuren in die Kliniken nach Kittsee und ins niederösterreichische Hainburg (Bezirk Bruck a.d. Leitha) sowie in die Unfallambulanzen der Spitäler Frauenkirchen und Wiener Neustadt in Niederösterreich gebracht. Zwei weitere Leichtverletzte wurden im Spital Eisenstadt ambulant behandelt. Im Einsatz standen auch die Feuerwehren Pamhagen und Apetlon.

Der 1979 geborene Lenker wurde festgenommen. Er werde einvernommen, teilte Marban mit. In Folge entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob Untersuchungshaft beantragt wird.

SPÖ-Landesgeschäftsführer Fürst kritisiert Sicherheitspolitik der ÖVP

SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst kritisierte in einer Aussendung am Sonntag Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und die Sicherheitspolitik der ÖVP, denn der starke Anstieg der illegalen Grenzübertritte und das florierende Schlepperwesen dokumentierten, "dass die ÖVP Innenminister offensichtlich unfähig sind, diese Probleme in den Griff zu bekommen". Er forderte: "Die Bundesregierung und der Innenminister müssen sofort handeln oder zurücktreten, das Ignorieren dieser Probleme ist grob fahrlässig." Laut Fürst brauche es Asylzentren außerhalb Europas und Abschiebeabkommen mit den Herkunftsländern.

Das Burgenland ist in den vergangenen Jahren mehrmals Schauplatz von Vorfällen mit Schleppertransporten gewesen. Im August 2015 war ein Lkw mit 71 toten Migranten auf einer Autobahnbucht bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) entdeckt worden. Die Flüchtlinge waren im luftdicht verschlossenen Laderaum des aus Ungarn kommenden Fahrzeugs erstickt.

Nicht der erste Unfall mit einem Schlepperfahrzeug

Die drei Haupttäter wurden inzwischen in Ungarn zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Im Oktober 2021 hatte eine Bundesheerpatrouille zwei tote Migranten auf der Ladefläche eines Kastenwagens in Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) gefunden. Der 19-jährige Schlepper wurde heuer im Juni nicht rechtskräftig zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Am 13. August waren drei Flüchtlinge bei einem Unfall mit einem Schlepperfahrzeug auf der Nordostautobahn (A6) beim Grenzübergang Kittsee (Bezirk Neusiedl am See) im Nordburgenland getötet und 17 Migranten teils schwer verletzt worden. Der Lenker hatte vor einer Polizeikontrolle flüchten wollen, verlor aber die Kontrolle und der Kastenwagen überschlug sich. Der 30-jährige russische Staatsbürger befindet sich in Untersuchungshaft.

Die "Krone" berichtete am Sonntag von einem weiteren Vorfall am Freitag beim Grenzübergang Andau (Bezirk Neusiedl am See). Bei der Kontrolle eines Lkw stießen die Beamten auf 27 Flüchtlinge aus Ägypten, Afghanistan und Indien, unter ihnen zwei Kinder. Zwei Männer sollen aufgrund des Sauerstoffmangels bereits kollabiert gewesen sein. Der Fahrer wurde festgenommen.  © APA