Die Waldbrände in Kalifornien färben den Himmel auch bei San Francisco orangerot ein

Bilder wie aus einem Science-Fiction-Film: Der orangerot gefärbte Himmel über San Franciscos Wahrzeichen, der berühmten Golden Gate Bridge, rührt von den verheerenden Waldbränden her, die in mehreren Bundesstaaten wüten. Menschen sterben, andere verlieren ihr Zuhause.

Auch alle folgenden Bilder stammen aus San Francisco, doch nicht nur Kalifornien ist von den Bränden betroffen. Sie wüten zudem in den Bundesstaaten Oregon und Washington. Die betroffenen Gebiete reichen von Gegenden in Nord-Washington an der kanadischen Grenze bis zum äußersten Süden von Kalifornien an der Grenze zu Mexiko.
Unter den Todesopfern ist unter anderen ein einjähriges Baby. Es starb im Verwaltungsbezirk Okanogan in Washington, als die Eltern mit dem Säugling vor den Flammen flüchteten, wie die örtliche Polizei mitteilte.
Auch die Bay Bridge und die Skyline San Franciscos sind in ein rauchiges Orange getaucht. Die Behörden zählen in der Region etwa 35 große Feuer. Mindestens fünf Städte hätten die Flammen im Bundesstaat Oregon "erheblich zerstört". Dies teilte die Gouverneurin Kate Brown mit.
Im Bezirk Marion in Oregon wurden nach Polizei-Angaben die Leichname von zwei Opfern der Feuerkatastrophe gefunden. Laut Lokalmedien handelte es sich um einen zwölfjährigen Jungen und seine Großmutter.
Auch im nordkalifornischen Bezirk Butte wurden nach Angaben der Behörden drei Todesopfer der Brände entdeckt. Zuvor waren bereits mindestens acht Menschen in Kalifornien durch die Busch- und Waldbrände ums Leben gekommen.
Das sogenannte North Complex Fire in der ländlichen Region hatte sich am Mittwoch rasch ausgebreitet und Tausende Menschen in die Flucht geschlagen. Nach Angaben der Feuerwehr sind dort 2.000 Gebäude beschädigt worden oder ganz abgebrannt.
Weiter südlich im Gebirge der Sierra Nevada griff das seit Freitag wütende Creek Fire weiter um sich. Auf einer Fläche von mehr als 675 Quadratkilometern zerstörte der Waldbrand bereits mehr als 60 Häuser und war am Mittwoch zu null Prozent unter Kontrolle, wie die Feuerwehr erklärte.
Es könne zum "größten Verlust von menschlichem Leben und Eigentum" durch Busch- und Waldbrände in der Geschichte von Oregon kommen, warnte Gouverneurin Brown. Auch der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, nannte das Ausmaß der Feuer "beispiellos und herzzerreißend".
In Kalifornien vernichteten die Flammen bereits eine Rekordfläche von mehr als 8.000 Quadratkilometern.
Mehr als 170.000 Haushalte waren in Kalifornien ohne Strom, da der Energieversorger PG&E wegen der extremen Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Bundesstaates das Stromnetz stilllegte.
Busch- und Waldbrände haben in Kalifornien in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Beim folgenschwersten Waldbrand der kalifornischen Geschichte waren im November 2018 im Norden des Bundesstaats 86 Menschen ums Leben gekommen. (Mit Material der dpa und AFP/hau)