Eine weltweite Cyber-Attacke hat zehntausende Computer von Unternehmen, Behörden und Verbrauchern lahmgelegt und einen Mann durch Zufall zum Held gemacht. Der IT-Experte hat den Angriff gestoppt - unwissentlich und für schlappe 10,69 Dollar.

Die weltweite Cyber-Attacke mit Erpressungssoftware wurde laut Experten in der Nacht zum Samstag von einem IT-Forscher gestoppt.

Der Betreiber des Blogs "MalwareTech", ein 22-jähriger Brite, fand nach eigenen Angaben einen Web-Domainnamen im Computercode der Schadsoftware und registrierte ihn.

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Offensichtlich sei die Domain von den Angreifern als eine Art Notbremse für ihre Software gedacht gewesen, erklärte Ryan Kalember von der IT-Sicherheitsfirma Proofpoint der Zeitung "Guardian" am Samstag.

Die Registrierung durch "MalwareTech" dämmte die Attacke ein, auch wenn sich damit für bereits befallene Rechner nichts änderte.

Der Zufallsheld gibt sich bescheiden

Auch die IT-Sicherheitsfirma Malwarebytes stellte fest, dass mit der Anmeldung der Domain die Ausbreitung des Erpressungstrojaners gestoppt wurde.

Der Sicherheitsforscher von "MalwareTech" selbst räumte ein, dass ihm anfangs nicht bewusst gewesen sei, dass er mit dem Schritt die Attacke abwürgen würde.

"Ich kann nur sagen, dass ich versehentlich eine internationale Cyber-Attacke gestoppt habe", schrieb er auf Twitter.

Der Coup war auch noch äußerst günstig: Der Kauf der Domain habe ihn lediglich 10,69 Dollar gekostet. Das sind 9,78 Euro.

Ob zufällig oder nicht: Der Mann hat sich ein Lob verdient, finden viele Twitter-Nutzer. "Du kannst die Lorbeeren ruhig einheimsen", schreibt eine Frau. Ein Mann meint: "Intuition basiert auf Wissen und Erfahrung. Alles in allem: gute Arbeit gemacht! Wir schulden dir ein Bier." (dpa/mcf)

Die Bundeswehr hat nun auch eine Truppe im Cyberspace. Doch was tut sie dort – und warum? Ein Experte mahnt an, dass noch viele Fragen offen sind. Zum Start leisten sich die Cyber-Soldaten gleich eine peinliche Panne.