Unter Berufung auf seine Immunität als Sonderattaché der Zentralafrikanischen Republik wollte Boris Becker sich vor einem Insolvenzverfahren drücken. Doch daraus wird offenbar nichts.

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Schützt ein Diplomatenpass Boris Becker in seinem Insolvenzverfahren oder nicht? Nein, sagt der Außenminister der Zentralafrikanische Republik, Charles Armel Doubane, in einem Telefonat mit der Zeitung "Die Welt".

Boris Becker hilft mit seinen Kontakten

Doubane widerspricht damit einer Presseerklärung des Botschafters des Landes in Brüssel, Daniel Emery Dede, vom Sonntagabend.

Wörtlich sagte Doubane der "Welt": "Boris Becker ist kein offizieller Diplomat der Zentralafrikanischen Republik." Der ehemalige Tennisstar helfe der Zentralafrikanischen Republik lediglich mit seinen Kontakten im Sportsektor.

Becker war im Juni 2017 von einem Konkursgericht in London wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden.

Eigentlich hätte das Insolvenzverfahren in dieser Woche auslaufen sollen, Becker wäre schuldenfrei gewesen. Doch Insolvenzverwalter Mark Ford hatte einen Antrag auf Verlängerung gestellt, er wirft Becker mangelnde Kooperation vor. Zum Beispiel verlangt er Auskunft darüber, wo einige von Beckers Trophäen geblieben sind.

"Unser Land tritt für Rechtsstaatlichkeit ein"

Beckers Anwälte sehen die Schuld jedoch bei einem der Gläubiger Beckers. Die Bank habe sich "jeglichem vernünftigen Kompromiss verweigert".

Am Freitag hatten die Anwälte diplomatische Immunität geltend gemacht, um, wie Becker sagte, "diese Farce zu einem Ende zu bringen". Doch wie es aussieht, kann Becker nicht auf die Hilfe der Zentralafrikanischen Republik hoffen.

"Unser Land tritt für Rechtsstaatlichkeit ein", zitiert die "Welt" Außenminister Doubane. "Deshalb kann die Zentralafrikanische Republik Boris Becker vor einem Gericht nicht schützen." (mcf/dpa)

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