Ein Brief geht um die Welt: Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Dienstag das Schreiben einer kleinen Wienerin an US-Präsident Donald Trump überreicht. Die elfjährige Paula äußert darin ihre Sorge über den Klimawandel. Nun machen ihre Zeilen Schlagzeilen.

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Dienstag einen besonderen Weg gewählt, um sein Missfallen an der Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump zu äußern.

Als er bei der UNO-Vollversammlung in New York zum traditionellen Empfang der Staatsoberhäupter des US-Präsidenten geladen war, überreichte der Ex-Bundessprecher der Grünen Trump den Brief eines elfjährigen Mädchens aus Wien. Die kleine Paula schildert darin ihre Sorge über den Klimawandel.

Paulas Brief im Wortlaut

"Lieber Mr. President", schreibt Paula auf Englisch, "ich heiße Paula, bin elf Jahre alt und lebe in Österreich. Ich schreibe Ihnen diesen Brief, weil ich etwas Wichtiges zu sagen habe. Es würde mich freuen, wenn Sie sich dafür einen Moment Zeit nehmen könnten.

Mr. President, der Klimawandel ist real. Die Leute können es in der ganzen Welt sehen. Wenn sich das Klima ändert, betrifft uns das alle. Sie und mich. Menschen in den USA, in Österreich, China, Norwegen, in großen Städten und auf kleinen Inseln.

Ich bitte Sie und andere Weltführer, zusammen Lösungen im Bezug auf den Klimawandel zu erarbeiten.

Es ist Zeit, um unsere Zukunft zu retten. Wir haben nur einen Planet Erde.

Danke dafür, dass sie meinen Brief gelesen haben, Mr. President.

Mit freundlichen Grüßen, Paula"

Alexander Van der Bellen verärgert über Trump

Über den Vortrag Trumps vor der UNO-Vollversammlung zeigte sich Van der Bellen "enttäuscht", wie er sagte. "Wenn ich es boshaft formulieren will, war das eine Rede an seine Wähler in der US-Provinz", zitiert ihn die APA.

Unverständnis äußerte Van der Bellen laut Austria Presse Agentur auch bezüglich der Haltung des US-Präsidenten zum Atomabkommen mit dem Iran, das Trump infrage stellt.

Bisher halte der Iran das Abkommen auf "Punkt und Beistrich" ein. "Trump hat auch nicht gesagt, was der Iran nicht erfüllt", so Van der Bellen. (af)