Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist am Samstag zum Auftakt eines Staatsbesuchs in Portugal von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa empfangen worden. Anschließend standen Gespräche mit dem portugiesischen Regierungschef António Costa auf dem Terminplan, wie die staatliche Nachrichtenagentur Lusa meldete. Mit Spannung wurde erwartet, ob sich Lula nach seinen umstrittenen Äußerungen zur Rolle der USA und der EU im Ukraine-Krieg um eine Schadensbegrenzung bemühen würde.

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Lula hatte vor einigen Tagen bei einem Besuch in China gesagt: "Die USA müssen aufhören, den Krieg zu fördern und anfangen, über Frieden zu reden. Die EU muss anfangen, über den Frieden zu reden."

Kritik der USA an Brasilien wegen Umgang mit Fakten und Friedensgesprächen

Die USA hatten Lula deshalb scharf kritisiert. "Brasilien hat die russische und chinesische Propaganda nachgeplappert, ohne die Tatsachen zu betrachten", sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, vergangenen Montag in Washington. Es sei zutiefst problematisch, wenn Brasilien behaupte, dass die USA und Europa nicht am Frieden interessiert oder für den Krieg mitverantwortlich seien.

Bei Lulas Gesprächen in Portugal dürfte es auch um das seit Jahren auf Eis liegende EU-Mercosur-Handelsabkommen gehen. Mit Portugal sollen 13 bilaterale Vereinbarungen unterzeichnet werden. "Die Reise ist Teil eines Neustarts der Beziehungen Brasiliens zu seinen wichtigsten Partnern, wie schon zuvor bei Besuchen in China, in den USA sowie in Argentinien und Uruguay", zitierte Lusa aus einer Erklärung des brasilianischen Präsidentenamtes.

Nach Portugal wurde Lula am Mittwoch in Spanien erwartet.  © dpa

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