Eine armenische Flüchtlingsfamilie ging in den vergangenen Monaten in Österreich durch die Hölle. Nach dem Tod des Vaters scheint nun zumindest die drohende Abschiebung der Mutter und ihrer Kinder vorerst vom Tisch zu sein.

Narine Bughdaryan (33) und ihre Kinder Mane (9) und Maxim (7) leben seit sechs Jahren in der Gemeinde Walding in Oberösterreich.

Im Juni ereilte die armenische Flüchtlingsfamilie ein schwerer Schicksalsschlag, als Vater Tigran verstarb. Er war seinem Krebsleiden erlegen.

Nur wenig später der nächste Schock: Der Mutter und ihren Kindern wurde der Abschiebebescheid zugestellt. Und das, obwohl es sich um gut integrierte Menschen handelt, die Deutsch sprechen.

Ein Antrag auf humanitäres Bleiberecht wurde zunächst abgelehnt. Das machte Brigitte Raffeiner, Chefin des Netzwerks "Überbrücken" und Einwohnerin von Walding, in einem emotionalen Facebook-Beitrag publik.

Nun aber die überraschende Wende: Wie die "Kronen-Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, ist der Bescheid hinfällig und die Familie darf doch in Österreich bleiben.

Ein "hochrangiger Beamter" des Innenministeriums wird dort mit folgenden Worten zitiert: "Aktuell kommt es nicht infrage, dass eine Witwe mit zwei Kindern nach Armenien abgeschoben wird."

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums den Bericht, wies allerdings darauf hin, dass der Bescheid zunächst nur aus formellen Gründen zurückgenommen worden sei.

Ob die Familie tatsächlich in Österreich bleiben dürfe, sei jetzt noch nicht abzusehen. Der Sprecher kündigte eine genaue Prüfung an, die sowohl rechtlichen als auch menschlichen Standards gerecht werden solle.

Die Menschlichkeit hat also vorerst gesiegt - zumindest bis ins Frühjahr 2018. Dann soll der "Krone" zufolge ein neues Prüfverfahren eröffnet werden. (fte)