• Norbert Hofer hat im ORF-"ZiB2" auf Fragen zur Identitären Bewegung genervt reagiert.
  • Trotz Nachfragen von Moderator Thür wollte der FPÖ-Chef nicht klarstellen, wie das Verhältnis seiner Partei zu der Gruppierung ist.
  • Beim Thema Corona zeigte sich Hofer ungeduldig, aber weitgehend zurückhaltend.

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Ganz und gar keine Lust hatte FPÖ-Chef Norbert Hofer Montag in der ORF-"ZiB2", auf Fragen nach dem Verhältnis seiner Partei zu den Identitären zu antworten.

Nachdem sein Ablenken in Richtung politischer Islam nicht half, ging er zum Gegenangriff auf den ORF über. Das sei "eine nicht sehr intelligente Frage", meint er etwa, als es darum ging, ob der Vorstandsbeschluss aus 2018 über ein Funktionsverbot für aktive Identitäre in der FPÖ noch gilt.

Hofer: "Das geht mir wirklich auf die Nerven"

Auch beharrliche Nachfragen des ZiB-Moderators Martin Thür halfen nicht, Hofer beantwortete Fragen zu den Identitären nicht - ausgenommen nur die eine Anmerkung, dass die Aussage von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz vom November, wonach es "mit dieser Distanziererei jetzt aber definitiv vorbei" sei, nur einen einzelnen Funktionär aus Salzburg betroffen habe.

Statt zu beantworten, wie er zum geplanten Verbot von Symbolen der Identitären steht, warf er dem ORF vor, "die beste Werbung für diese Gruppierung" zu machen - und teilte mit, es sei "gut, dass ich mich vom GIS abgemeldet habe", wo doch der "zwangsfinanzierte ORF nichts besseres weiß als sich über eine Miniminiminigruppe unterhalten zu wollen", obwohl ein islamistischer Terrorist in Wien (Anfang November) Menschen getötet habe.

"Das geht mir wirklich auf die Nerven", sagte Hofer und empfahl Thür "einen Sitzkreis mit den Identitären zu machen". Die "Miniminiminigruppe" der Identitären sei ihm, Hofer, nämlich "herzlich egal", er wolle sich mit dieser nicht "permanent auseinandersetzen müssen".

Ungeduldig, aber weitgehend zurückhaltend beim Thema Corona

Schon beim Thema Corona war Hofer ein wenig ungeduldig geworden - als er wiederholt auf die einige Stunden zuvor von FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch erhobene Forderung angesprochen wurde, das aus ihrer Sicht zu regierungsnah besetzte Nationale Impfgremium umzubesetzen. Diese Frage sei ihm "nicht sonderlich wichtig" und das werde auch nicht der Schlüssel zur Lösung sein, wich Hofer da aus.

Generell zeigte er sich in Sachen Corona - wo die FPÖ oft Zweifel und Kritik an Maßnahmen vorbringt - recht zurückhaltend. Er hoffe, dass "die Impfung Leben retten wird", für Risikopatienten sie sei "jedenfalls ein großer Gewinn".

Die FPÖ wolle niemanden "überzeugen, dass er impfen oder nicht impfen geht", betonte Hofer, und er "glaube jetzt ist die Wissenschaft am Wort". Es müsse eine offene Diskussion über offene Fragen geben - wie jene, ob man trotz Impfung andere anstecken kann. Denn ihm persönlich sei es wichtig, "dass ich niemanden anstecken kann".

Impfzwang - auch indirekt in Form von Privilegien für Geimpfte - lehne Hofer ab. Und äußerte sich kritisch darüber, dass die Regierungsmitglieder erst im April oder Mai - also nach den Gesundheitsberufen und Risikopatienten - geimpft werden. Das sei doch "eigenartig", fand er, die Regierung sei doch für ein Land relevant - und der Zeitpunkt wäre "reichlich spät, wenn man vom richtigen Weg überzeugt ist".  © APA