Israel fühlt sich durch die militärische Aufrüstung des Iran in Syrien bedroht. Ein Minister des Kabinetts von Premier Benjamin Netanjahu schickt deshalb eine deutliche Warnung an Baschar al-Assad und dessen Regime - die Rede ist von Liquidierung.

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Aus Israel kamen am Montag deutliche Töne gegenüber dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad und dessen Regime angeschlagen. Hintergrund ist die Aufrüstung des Iran in Syrien, wodurch sich Israel bedroht fühlt.

Der israelische Energieminister Yuval Steinitz sagte der Nachrichtenseite "Ynet", dass sich sein Land zwar bislang nicht in den syrischen Bürgerkrieg eingemischt habe, doch "wenn der syrische Präsident Baschar al-Assad dem Iran weiterhin erlaubt, auf syrischem Territorium zu operieren, wird Israel ihn liquidieren und sein Regime stürzen".

Steinitz verdeutlichte seine Warnung: "Sollte Assad dem Iran erlauben, Syrien in eine Militärbasis zu verwandeln, das dem Iran erlaubt, uns von syrischem Boden aus zu attackieren, sollte er wissen, dass dies das Ende für ihn bedeutet."

Netanjahu: Konfrontation mit dem Iran "besser jetzt als später"

Am Sonntag hatte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärt, dass eine Konfrontation mit dem Iran wegen dessen Militärpräsenz in Syrien "besser jetzt als später" erfolgen solle.

Netanjahu sagte zu Beginn einer Kabinettssitzung in Jerusalem: "Wir sind fest entschlossen, die iranische Aggression noch in den Anfängen zu stoppen, auch wenn dies mit einem Kampf verbunden ist." Israel wolle keine Eskalation, sei aber auf jedes Szenario vorbereitet.

Irans Militärpräsenz in Syrien ist Netanjahu seit Monaten ein Dorn im Auge, da er sie als Bedrohung seines Landes ansieht. Seiner Ansicht nach versucht Teheran mit der vom Iran unterstützten Hisbollah eine neue Frontlinie gegen Israel in Syrien zu errichten. Teheran betont hingegen, man sei auf Ersuchen der syrischen Regierung dort.

Die iranischen Revolutionsgarden hätten in den vergangenen Monaten hochmoderne Waffen nach Syrien geschafft, "um uns an der Front und an der Heimatfront zu treffen", sagte Netanjahu. Bei den Waffen handele es sich um Kampfdrohnen, Boden-Boden-Raketen und iranische Flugabwehrsysteme.

Trumps Entscheidung über Atomabkommen steht bevor

Nach Abschluss des Atomabkommens 2015 hatten die USA unter Präsident Barack Obama ihre Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nicht abgeschafft, sondern nur ausgesetzt.

Bis zum 12. Mai will nun US-Präsident Donald Trump darüber entscheiden, ob die wegen des Atomabkommens mit Teheran ausgesetzten Sanktionen gegen den Iran außer Kraft bleiben. Dies wird de facto auch als Entscheidung über den Verbleib der USA im Atomabkommen mit dem Iran angesehen.

Mit dem Argument, dass ein Atomabkommen den Iran nicht daran hindere, in einigen Jahren eine Atomwaffe zu bauen, hatte Netanjahu lange Zeit gegen den Deal gekämpft. In der vergangenen Woche präsentierte er eine Reihe von Dokumenten, die seiner Ansicht nach beweisen, dass Teheran beabsichtigt, sein Atomwaffenprogramm zu einem späteren Zeitpunkt zu reaktivieren.

Der Iran hat Israel mehrfach mit Zerstörung gedroht. Deshalb sieht der jüdische Staat eine Aufrüstung Teherans mit Atomwaffen als eine Bedrohung seiner Existenz. (tfr/dpa)