Krawalle bei "Gelbwesten"-Protest in Paris: Die Bilder der Verwüstung

Brennende Autos und Barrikaden, Tränengas und Wasserwerfer: In gelbe Westen gekleidete Menschen liefern sich in Paris heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Rund um die Champs Elysées kam es zu schweren Ausschreitungen. Ganze Straßenzüge wurden verwüstet. Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt.

Bei den Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung war es am Samstag in Paris zu schweren Ausschreitungen gekommen. Randalierer errichteten Barrikaden, zündeten Autos an und warfen Fensterscheiben ein. Ganze Straßenzüge wurden verwüstet. Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt.
Die "Gelbwesten" gehen aus Protest gegen steigende Spritkosten und die Reformpolitik der Regierung auf die Straße. Der Ärger richtet sich direkt gegen Präsident Emmanuel Macron, dessen Politik sie als abgehoben empfinden.
Bis Samstagnachmittag gingen nach Behördenangaben rund 75.000 Menschen im ganzen Land auf die Straßen, wie mehrere Medien berichteten. Demnach wurden mehr als 200 Menschen festgenommen. Laut Innenminister Christophe Castaner wurden allein in Paris über 100 Menschen verletzt - darunter mehrere Sicherheitskräfte.
Am Pariser Triumphbogen entstanden Schäden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro. Der Leiter der nationalen Denkmalbehörde, Philippe Bélaval, beklagte am Sonntagabend, Randalierer hätten Ausstellungsräume verwüstet und Kunstwerke zerstört.
So hätten die Demonstranten ein Gipsmodell aus den 30er Jahren "kurz und klein" geschlagen und eine Napoleon-Büste aus Marmor "enthauptet". Außerdem wurden Graffities auf das historische Monument gesprüht.
Ordnungskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer gegen die Randalierer ein. Polizisten stellten DNA-Spuren sicher.
Die Krawalle verlagerten sich weiter in die Straßen rund um den berühmten Prachtboulevard. Dort wurden Autos angezündet - über der ganzen Gegend hingen schwarze Rauchwolken. Ladengeschäfte wurden demoliert, Restaurant-Terrassen verwüstet.
Präsident Emmanuel Macron machte sich am Sonntag ein Bild von der Lage. Er besuchte den Pariser Triumphbogen an der Spitze der Prachtstraße Champs Élysées.
Macron verurteilte die Krawalle scharf. "Ich werde immer Protest akzeptieren, ich werde immer der Opposition zuhören, aber ich werde nie Gewalt akzeptieren", sagte er während einer Rede beim G20-Gipfel in Buenos Aires. Wer so gewalttätig sei, wolle keine Veränderung, sondern nur Chaos.
Die offizielle Bilanz der Behörden: Mehr als 100 Verletzte. Die Justizministerin gab am Sonntagabend an, dass sich 372 Menschen in Paris in Polizeigewahrsam befänden. Der Pariser Polizeichef Michel Delpuech sprach von "beispielloser Gewalt" - 412 Menschen seien vorläufig festgenommen worden.
Bereits in der vergangenen Woche hatte es Krawalle in Paris gegeben. Das Ausmaß der Gewalt ist dieses Mal jedoch viel größer. Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu Zwischenfällen. Die Regierung erwägt, den Ausnahmezustand zu verhängen.