Ein Auto erfasst in London mehrere Fußgänger. Ein Mann wird festgenommen. Laut Polizei hat der Vorfall keinen terroristischen Hintergrund.

Vor dem weltberühmten Natural History Museum in London hat am Samstagnachmittag ein Auto mehrere Fußgänger erfasst und verletzt. Ein Mann wurde nach Angaben der Metropolitan Police festgenommen.

Der Vorfall an der bei Touristen beliebten Exhibition Road im Stadtteil South Kensington hat der Polizei zufolge keinen terroristischen Hintergrund. Es handele sich um einen Verkehrsunfall, teilte sie am Samstagabend über Twitter mit.

Der Unfall hatte sich gegen 15.21 Uhr MESZ ereignet. Eine BBC-Reporterin schilderte, dass das Auto zuvor quer über die Straße gefahren sei. Sie habe gerade das Museum verlassen, als es in der Nähe zu dem Vorfall gekommen sei, berichtete die Journalistin. Es habe ausgesehen, als sei das Auto gegen Poller am Straßenrand gefahren.

Nach Informationen der BBC wurden die betroffenen Passanten nur leicht verletzt. In den Sozialen Medien kursierten Videos, auf denen zu sehen ist, wie ein am Boden liegender Mann von mehreren Männern festgehalten wird. Ob die Videos tatsächlich den später festgenommenen Verdächtigen zeigen, war zunächst nicht sicher zu verifizieren.

Die BBC zitierte auf ihrer Website einen weiteren Augenzeugen: Connor Honeyman erzählte von einem schrecklichen, dröhnenden Geräusch. Viele Menschen hätten geschrien und seien weggerannt. Alle seien in das Museum gelaufen, und die Sicherheitsleute hätten den Haupteingang dann geschlossen. "Es war ein großes Durcheinander, bevor die Polizei kam."

Mehrere Museen vorübergehend evakuiert

Die drei großen Museen in der Nähe trafen besondere Sicherheitsvorkehrungen. Berichten zufolge schlossen das Natural History Museum und das Science Museum vorerst ihre Zugänge.


Das weltbekannte Victoria and Albert Museum war zwar zunächst weiter geöffnet. Die Eingänge zur Exhibition Road seien aber geschlossen, twitterte das Museum am Samstagnachmittag.

Dem britischen "Guardian" erzählten Augenzeugen, mehrere Menschen hätten den Autofahrer aus seinem Wagen gezerrt, nachdem das Fahrzeug zum Stehen gekommen sei. Dann sei der Mann zu Boden gestoßen und festgehalten worden.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan stand nach eigenen Angaben in engem Kontakt zu den Verantwortlichen der Polizei. Er habe mit dem stellvertretenden Chef der Metropolitan Police, Mark Rowley, gesprochen und sei auch weiterhin mit ihm in Kontakt, teilte Khan via Twitter mit.

Auf der Exhibition Road nahe des weltberühmten Natural History Museums in London ist ein Auto in eine Menschengruppe gefahren.

Mehrere Terrorattacken in Großbritannien in diesem Jahr

Die erhöhte Alarmbereitschaft in London hat gute Gründe: Großbritannien ist in diesem Jahr bereits fünf Mal Ziel eines Terroranschlags geworden.

  • Mitte September explodierte in einer Londoner U-Bahn eine selbstgebaute Bombe. Rund 30 Menschen wurden verletzt
  • Ein Mann starb bei einem Angriff auf Moscheebesucher Ende Juni in der britischen Hauptstadt
  • Acht Menschen kamen Anfang Juni bei einem Angriff auf das Londoner Ausgehviertel Borough Market und die London-Bridge ums Leben
  • Bei einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester im Mai starben 22 Menschen.
  • Im März war ein Attentäter auf der Londoner Westminster-Brücke mit einem Auto gezielt in Fußgänger gerast, bevor er einen Polizisten auf dem Gelände des Parlaments niederstach. Fünf Menschen starben.


© dpa