Ein Besuch bei einer Prostituierten läutete vor einem Jahr das Ende von Linus Försters Karriere ein. Der SPD-Landtagsabgeordnete wollte die Frau beim bezahlten Sex heimlich filmen. Letztlich kamen immer mehr Vorwürfe ans Licht. Nun beschäftigt sich ein Gericht damit.

Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte ehemalige Landtagsabgeordnete Linus Förster wird die Vorwürfe im Prozess voraussichtlich einräumen.

"Es wird ein Geständnis geben, er hat ja gar keine andere Wahl", sagte sein Verteidiger Walter Rubach der Deutschen Presse-Agentur.

Dies sei Försters Chance in dem Verfahren, in dem dem früheren SPD-Politiker mehrere sexuelle Straftaten vorgeworfen werden.

Förster soll insbesondere mehrfach schlafende Frauen missbraucht und dabei teilweise auch heimlich Videoaufnahmen gemacht haben.

Besitz von Kinderpornos

Ab Montag steht der 52-Jährige deshalb vor dem Landgericht Augsburg. Der Prozess findet vor der Jugendkammer statt, weil Förster auch wegen des Besitzes von mehr als 1.300 Kinderpornos angeklagt ist.

Insgesamt haben die Richter fünf Verhandlungstage geplant, das Urteil könnte demnach am 29. September verkündet werden.

Ausgelöst wurden die Ermittlungen gegen den Politiker durch eine Augsburger Prostituierte. Laut Anklage war Förster vor einem Jahr zu der Frau gegangen und wollte sie heimlich beim vereinbarten Sex filmen.

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Mit Hilfe einer Kollegin konnte die Prostituierte den Speicherchip sichern, als sie die Kamera bemerkte. Förster hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwar noch versucht, sich die Karte zurückzuholen und die Frau bei dem Gerangel auch verletzt. Der Aufnahmechip blieb letztlich aber bei der Prostituierten.

Damit erstattete die Frau Anzeige gegen den ihr unbekannten Freier. Die Auswertung der Aufnahmen auf dem Chip führte die Kripo auf die Spur des damaligen Landtagsabgeordneten.

Am 15. November 2016 durchsuchten die Ermittler nicht nur Försters Wohnung in Augsburg, sondern auch seine Räume in der Augsburger SPD-Zentrale sowie sein Landtagsbüro in München.

Dabei wurden etliche Festplatten und eine Daten-CD sichergestellt, die den Ermittlern Hinweise auf weitere Straftaten brachten.

Seit Dezember in Untersuchungshaft

Als die Vorwürfe gegen Förster immer schwerwiegender wurden, kam er Mitte Dezember in Untersuchungshaft. Zuvor schon hatte der frühere schwäbische SPD-Bezirksvorsitzende seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Förster trat aus der SPD aus und legte zum Jahresende 2016 sein Landtagsmandat nieder.

Er ist wegen sexuellen Missbrauchs widerstandunfähiger Personen in mehreren Fällen angeklagt, teils werden die Fälle als schwer gewertet, teils wird ihm versuchter Missbrauch vorgeworfen.

Ferner werden Förster auch Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und vorsätzliche Körperverletzung vorgeworfen. Dem Ex-Politiker droht bei einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren.

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