Auch Kampfflugzeuge der Nato fliegen Einsätze ohne eingeschaltete Transponder. Das räumt das westliche Bündnis jetzt ein, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet.

Transponder sind Funksender, die der Flugsicherung helfen, ein Flugzeug zu identifizieren. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte Moskau mehrfach scharf kritisiert, weil russische Kampfflugzeuge ohne eingeschaltete Transponder an den Nato-Grenzen flögen und damit den zivilen Luftverkehr gefährdeten. Die Nato erklärt nun nach "Spiegel"-Informationen, dass ihre Flugzeuge – zwar nur in Ausnahmefällen bei "Trainingseinsätzen" und nie über Osteuropa – das Gleiche tun.

Über die Motive der Russen, ihre Transponder auszuschalten, herrscht dem Magazin zufolge unter Geheimdienstexperten in der Nato Konsens. Moskau will demnach seine Piloten mit diesen Flügen auf den Ernstfall vorbereiten, da dann die Geräte abgeschaltet würden. Vor allem aber wolle Präsident Wladimir Putin dem Westen eine Botschaft senden, durch "strategic messaging". Die Präsenz russischer Kampfflugzeuge im Einsatzmodus solle zeigen, dass Russland eine globale, ernst zu nehmende Macht sei.

Vor zwei Monaten haben die Amerikaner eingeräumt, dass auch sie das Muskelspiel des "strategic messaging" beherrschen. US-Admiral Bill Gortney, Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Nordamerika, sagte: "We do the same sort of thing". (ada)