Um die Beziehungen zwischen der EU und Russland ist es schlecht bestellt. Nun bemüht sich Moskau um mildere Töne: Wladimir Putin spricht in einem Interview davon, dass er sich Europa annähern will.

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat unmittelbar vor seinem Österreich-Besuch deeskalierende Signale an die Europäische Union gesendet. Russland verfolge nicht das Ziel, die EU zu destabilisieren.

"Wir sind vielmehr daran interessiert, dass die EU geeint ist und floriert, weil die EU unser wichtigster Handels- und Wirtschaftspartner ist", sagte Putin in einem am Vorabend seines Arbeitsbesuchs in Wien ausgestrahlten Interview des Österreichischen Rundfunks (ORF). Putin hatte ORF-Interviewer Armin Wolf wenige Tage zuvor im Kreml empfangen.

FPÖ-Kontakte dienen nicht einer Destabilisierung

Etwaige Kontakte auf Parteiebene zu EU-kritischen Bewegungen wie der in Österreich mitregierenden FPÖ dienten jedenfalls nicht dem Ziel einer Destabilisierung der Union. "Wir müssen im Gegenteil die Kooperation mit der EU ausbauen", sagte Putin.

Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind seit der Annexion der Krim durch Moskau stark belastet und von gegenseitigen Wirtschaftssanktionen geprägt.

Putin wird am Dienstag zu einem eintägigen Arbeitsbesuch in Österreich erwartet. Es ist die erste Visite des 65-Jährigen in einem EU-Land seit seiner Wiederwahl zum Präsidenten im März.

Russlands mächtigster Mann und die österreichische Staats- und Regierungsspitze wollen unter anderem über die Ukraine-Krise, die gegenseitigen Wirtschaftssanktionen und die weltpolitische Lage sprechen.

Putin hob die guten Kontakte zu Österreich hervor, das zwar der EU, nicht aber der Nato angehört. "Auch in den letzten Jahren ist der Dialog trotz aller Schwierigkeiten nicht abgerissen."

Putins sechster Besuch in Wien

Insgesamt ist es der sechste Besuch Putins in der österreichischen Hauptstadt. Die Visite hat strenge Sicherheitsvorkehrungen zur Folge. Die Innenstadt von Wien wird am Dienstag von rund 800 Polizisten bewacht. Einige Teile des Zentrums sind Sperrzone.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wirbt einerseits für schrittweise Annäherung zwischen Ost und West, trägt aber andererseits die harte EU-Haltung gegenüber Russland wegen der Krim-Annexion mit. Die FPÖ spricht sich hingegen für ein Ende der Sanktionen aus.

Tiefpunkt der Beziehungen: Skripal-Affäre

Zum jüngsten Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen dem Westen und Russland führte der Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal.

Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten wies Österreich danach keine russischen Diplomaten aus. Der Westen macht Russland für den Anschlag verantwortlich.

Anlass des aktuellen Besuchs ist der 50. Jahrestag des ersten Gas-Liefervertrags zwischen Österreich und der damaligen Sowjetunion.

Der teilstaatliche österreichische Energiekonzern OMV zählt auch zu den Investoren für das umstrittene Acht-Milliarden-Pipelineprojekt Nord Stream 2, mit dem Gas unter Umgehung des Transitlandes Ukraine über die Ostsee direkt von Russland nach Deutschland fließen soll. Putin dürfte die Rolle Moskaus als zuverlässiger Energielieferant für Europa unterstreichen.

Als kultureller Höhepunkt steht die Eröffnung einer Ausstellung im Kunsthistorischen Museum (KHM) auf dem Programm. Bei der Schau "Die Eremitage zu Gast. Meisterwerke von Botticelli bis van Dyck" treten bis zum 2. September 14 Gemälde aus St. Petersburg mit Werken des KHM in Dialog. Danach wird die Ausstellung in St. Petersburg präsentiert. (ank/dpa)

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