Italiens Innenminister verspottete Richard Gere wegen dessen Engagement für die Seenotrettung. Ein Treffen mit Matteo Salvini schließt der Hollywoodstar trotzdem nicht aus.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Vor eineinhalb Wochen brachte Schauspieler Richard Gere Hilfsgüter an Bord des Rettungsschiffs "Open Arms" und kritisierte die harte Haltung Italiens zur Seenotrettung. Die spöttische Reaktion von Innenminister Matteo Salvini ließ nicht lange auf sich warten. Nun hat sich der Hollywoodstar erneut zur Debatte geäußert - und dabei einen interessanten Vergleich gezogen.

In einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" bezeichnete der Hollywoodstar Salvini als "Baby Trump". Der Lega-Chef habe die gleiche Mentalität wie US-Präsident Donald Trump, sagte der 69-Jährige. "Er hat die gleiche Ignoranz im radikalen Sinne, er macht sich Angst und Hass zunutze."

Viel Spott von Matteo Salvini

Nachdem Gere das Rettungsschiff mit mehr als hundert Migranten besuchte hatte, hatte Salvini ihn aufgefordert, die Menschen nach Hollywood mitzunehmen und sie "in seinen Villen" zu beherbergen.

"Er macht aus einer humanitären Notlage einen politischen Fall", sagte Gere über Salvini. Dennoch würde er ihn gerne persönlich treffen. "Ich bin sicher, er ist nicht so, wie er sich in der Öffentlichkeit gibt."

Die "Open Arms" befindet sich seit vergangenem Donnerstag in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa. Sie darf wegen der Haltung Salvinis die Mehrheit der Menschen aber nicht an Land bringen.

Die Lage auf dem Schiff war am Sonntag nach zweieinhalb Wochen auf See kurzzeitig eskaliert. Migranten sprangen ins Meer - offenbar, um nach Lampedusa zu schwimmen. Helfer brachten sie zurück an Bord. Das spanische Fernsehen zeigte Bilder der resignierten Menschen. Einige hatten Weinkrämpfe und wurden von Psychologen betreut.  © SPIEGEL ONLINE