• Die ÖVP stürzte tief, ist aber mit einem blauen Auge davon gekommen.
  • Für Schwarz-Rot wird es knapp reichen.
  • Besonders enttäuschend verlief der Wahltag für die Grünen.

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Die Tiroler Landtagswahl ist geschlagen und die ÖVP ist - wenn man so will - mit einem blauen Auge davon gekommen. Zwar stürzte man auf das schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl ab, schnitt aber zumindest besser ab als von den Meinungsumfragen prognostiziert. Zudem dürfte sich Schwarz-Rot ausgehen, wiewohl die SPÖ im Kopf-an-Kopf-Rennen mit der FPÖ um Platz zwei hauchdünn zurückliegt. Enttäuschend verlief der Wahltag für die Grünen, positiv für die Liste Fritz.

Die Liste Fritz konnte ihr Ergebnis fast verdoppeln

Die aktuelle SORA/ORF-Hochrechnung - Schwankungsbreite plus/minus 2 Prozent - im Detail: Die ÖVP kam auf 34,5 Prozent, verlor damit rund zehn Prozentpunkte und drei Mandate. Für die FPÖ wurden 18,9, für die SPÖ 18,6 Prozent ausgewertet. Die Grünen enttäuschten mit 8,8 Prozent, ebenso die NEOS mit 6,1 Prozent, letztere trotz Zugewinnen. Gut lief es für die Liste Fritz mit 10,0 Prozent, womit man sich fast verdoppelte.

Spitzenkandidat Markus Abwerzger triumphierte: "Die FPÖ ist wieder da".

Die FPÖ reagierte am Schnellsten. Spitzenkandidat Markus Abwerzger jubelte im Gespräch mit der APA: "Die FPÖ ist wieder da." Der Landesparteichef bekundete zudem das Bestreben, weiter im Koalitionsspiel zu bleiben: "Wir strecken die Hand aus und sind gesprächsbereit mit allen".

Wahrscheinlicher ist freilich Schwarz-Rot und SP-Landesgeschäftsführer Lukas Matt signalisierte die Bereitschaft dazu, wiewohl man die angepeilten 20 Prozent verpassen könnte. Alle seien gut beraten, auf eine "stabile Lösung für unser Bundesland zu hoffen."

VP-Spitzenkandidat Anton Mattle betont Führungsanspruch

VP-Spitzenkandidat Anton Mattle, dessen Chancen auf den Landeshauptmann-Sessel nun wieder besser stehen als noch vor kurzem gedacht, betonte, dass man noch immer doppelt so viele Mandate habe wie die Nächst-Platzierten. Daher stelle man den Führungsanspruch.

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Keinen Auftrag zur Regierungsbeteiligung sah hingegen die Nummer zwei der Grünen, Peter Wohlfahrtstätter. Den Rückfall in die Einstelligkeit bezeichnete er im ORF als schmerzliches Ergebnis.

Groß war der Jubel hingegen bei der Liste Fritz, die ihr historisch zweitbestes Ergebnis erzielte. Gegenüber der APA meinte Spitzenkandidatin Andrea Haselwanter-Schneider, sie sei dankbar und überwältigt. Es sei ein großartiges Ergebnis. Bei den NEOS herrschte Enttäuschung vor, blieb man doch weit unter den eigenen Erwartungen zurück. Er hätte sich mehr erwartet, meinte Spitzenkandidat Dominik Oberhofer trotz eines leichten Plus.

Impfkritische Liste MFG war chancenlos

Keine Chance hatte die impfkritische Liste MFG, die zwischen zwei und drei Prozent landete und die Fünf-Prozent-Marke somit klar verpasste.

Speziell hatte die Wahl gemacht, dass mit Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seiner Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) die Spitzen der Regierung nicht mehr kandidierten. Freilich hatte die Tiroler Wahl nicht nur landespolitisch Brisanz, galt sie doch auch als wichtiger bundespolitischer Stimmungstest. Am 9. Oktober folgt dann mit der Bundespräsidentenwahl ein bundesweiter Urnengang. Im kommenden Jahr wählen Niederösterreich, Salzburg und Kärnten ihre Landtage neu.(APA/jst)

Weg für Ermittlungen frei: Parlament hebt Immunität von Sebastian Kurz auf

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