Österreich will sieben islamistische Moscheen schließen und droht mit der Ausweisung von bis zu 40 Imamen. Prompt folgt Kritik von türkischer Seite: Der Schritt sei rassistisch und islamfeindlich.

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Die türkische Regierung hat die Ausweisung von Imamen und die Schließung von Moscheen in Österreich als rassistisch und islamfeindlich kritisiert.

Der Schritt "spiegelt die islamophobe, rassistische und diskriminierende Welle in diesem Land wider", teilte der Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Freitag auf Twitter mit.

Die "ideologisch aufgeladenen Praktiken der österreichischen Regierung" verstießen gegen universelle Rechtsprinzipien und gegen Minderheitenrechte. "Bestrebungen, Islamophobie und Rassismus zu normalisieren, müssen unter allen Umständen zurückgewiesen werden."

Sieben Moscheen sollen geschlossen werden

Die österreichische Regierung hatte zuvor angekündigt, Imame auszuweisen und sieben Moscheen zu schließen. "Parallelgesellschaften, politischer Islam und Radikalisierungstendenzen haben in unserem Land keinen Platz", sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag in Wien.

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) sagte, bei 40 muslimischen Geistlichen werde derzeit konkret überprüft, ob in ihren Fällen gegen das Verbot der Auslandsfinanzierung verstoßen worden sei.

In zwei Fällen stehe bereits fest, dass Imame ausgewiesen würden. Dabei handelt es sich um Geistliche der "Türkisch-Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich" (ATIB) - vergleichbar mit dem Moscheeverband Ditib in Deutschland.

ATIB und Ditib gelten als Erdogans verlängerter Arm

Kritiker in Deutschland sehen in der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) den verlängerten Arm von Erdogan.

Die türkische Religionsbehörde Diyanet entsendet für die 960 Ditib-Moscheegemeinden Imame nach Deutschland und bezahlt sie auch. (ank/dpa)© dpa

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