"Das ist eine Beleidigung. Das ist für uns wie das N-Wort", empörte sich Moderator Chris Cuomo, der italienische Wurzeln hat, als er als "Fredo" bezeichnet wurde. Donald Trump machte trotzdem mit.

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Auf den ersten Blick, ist die Beleidigung nicht gleich zu erkennen. "Fredo", so nennt Donald Trump den CNN-Moderator Chris Cuomo in einem Tweet. "Die Wahrheit tut weh", schrieb der US-Präsident dazu.

Was war passiert? In seinem Tweet teilte Trump ein Video, das laut Twitter bereits 6,8 Millionen Mal abgespielt worden war. Es zeigt Moderator Cuomo im Streit mit einem Mann.

Der nennt ihn "Fredo", daraufhin wird Cuomo wütend. "Ist irgendjemand von euch Italiener?", fragt der Moderator: "Das ist eine Beleidigung. Das ist für uns wie das N-Wort." Cuomos Vorfahren stammen aus Italien.

Der Moderator droht dem Mann kurz darauf sogar: "Ich werde dich verdammt noch mal die Treppe runterwerfen." Die Männer streiten weiter, werden aber von anderen Personen auseinandergehalten, dann endet das Video.

Anspielung auf "Der Pate"

Aber warum soll "Fredo" eine Beleidigung sein? Um das zu verstehen, muss man den Mafiafilm "Der Pate" kennen. Frederico Corleone, genannt Fredo, ist der Sohn des Paten Vito Corleone.

Als "schwarzes Schaf" der Familie will ihm nichts so recht gelingen, seine Brüder und auch der Vater betrachten ihn mit einer Mischung aus Mitleid und Verachtung. Später begeht er einen Verrat und nimmt kein gutes Ende.

"Jemanden 'Fredo' zu nennen, ist auf jede Art und Weise eine Antithese zu jemandem, den wir stark und mächtig nennen würden", zitiert die "Washington Post" Edward Falco, den Autoren der Prequel-Serie "Die Corleones". Der Name Fredo steht also für Schwäche und Enttäuschungen. Laut "Washington Post" entbrannte in den USA eine öffentliche Diskussion, ob "Fredo" tatsächlich eine rassistische Beleidigung gegen Italo-Amerikaner sei.

In die Kritik geriet dagegen CNN-Moderator Cuomo, weil er gedroht hatte, seinen Gegenüber die Treppe runterzuwerfen. Donald Trump twitterte, ein "Konservativer" wäre dafür "von den Fake News zerstört worden." Deswegen teilte er auch das Video und griff in seinem Tweet die Bezeichnung "Fredo" für den Moderator auf.

Donald Trumps Sohn und Schwiegersohn wurden schon mit Fredo verglichen

In der Vergangenheit waren schon Trumps Sohn Donald Trump Jr. und sein Schwiegersohn Jared Kushner in den Medien mit Fredo Corleone verglichen worden.

Cuomos Sender nahm ihn gegen die Kritik in Schutz. "Chris Cuomo hat sich verteidigt, als er mit einer ethnischen Beleidigung in einer arrangierten Situation verbal attackiert wurde", schrieb CNN-Sprecher Matt Dornic bei Twitter: "Wir unterstützen ihn voll und ganz."

Cuomo bedankte sich auf Twitter für die Unterstützung, auch von anderer Seite. "Die Wahrheit ist, ich sollte besser sein als diese Typen, die mich provoziert haben."

Für Diskussionen in den sozialen Medien sorgte zudem, dass das Video des Streits auf YouTube gesperrt wurde. Donald Trump Jr. warf der Videoplattform vor, voreingenommen zu handeln. YouTube teilte daraufhin laut "Washington Post" mit, das Video sei aus Versehen gesperrt worden.  © SPIEGEL ONLINE

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