• Nach der Veröffentlichung der ÖVP-Bilanz für das Wahljahr 2019 fordert Klimaministerin Gewessler (Grüne) Aufklärung vom Koalitionspartner.
  • Das aktuell herrschende Bild sei nicht geeignet, das Vertrauen in die Politik zu stärken.
  • Für die FPÖ war die Aufforderung Gewesslers in Richtung ÖVP zu verhalten.

Mehr aktuelle News finden Sie hier

Nach der Veröffentlichung der ÖVP-Bilanz für das Wahljahr 2019 und der vom Rechnungshof geäußerten Bedenken fordert Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) Aufklärung vom Koalitionspartner. "Alle offenen Fragen müssen rasch und restlos aufgeklärt werden", sagte sie in der ORF-"Pressestunde". Gewessler habe derzeit aber "keinen Grund zu glauben", dass die Koalition nicht die gesamte Legislaturperiode bis 2024 halte.

Jedenfalls sei das aktuell herrschende Bild nicht geeignet, das Vertrauen in die Politik in diesen schwierigen Zeiten zu stärken. Mitten in einer Vielzahl an Krisen würden sich die Menschen erwarten, dass die Regierung Lösungen bringt. Dafür brauche es eine "stabile Arbeit", so Gewessler: "Und wir liefern diese Arbeit auch in der Koalition." Die Regierungszusammenarbeit gehe so lange, "wie zwei Parteien gut zusammenarbeiten und Lösungen bringen können".

"Wir haben einen super Parteichef"

Gerade an der derzeitigen Situation sehe man, "wie wichtig die Arbeit eines unabhängigen Rechnungshofes ist". Daher müsse auch das Parteientransparenzgesetz rasch auf den Weg gebracht werden. Denn dann hätte der Rechnungshof das Recht, selbst zu prüfen und müsste nicht erst einen Wirtschaftsprüfer bestellen. Ein abschließendes Bild zur Causa habe sie sich noch nicht gebildet, denn auch der Rechnungshof habe dies noch nicht gemacht.

Gefragt, ob sie Ambitionen hätte, bei der nächsten Nationalratswahl als Spitzenkandidatin für die Grünen in den Ring zu steigen, meinte Gewessler, dass sich derartige Fragen aktuell nicht stellten. "Wir haben einen super Parteichef. Wenn er mich weiter in seinem Team haben will, freue ich mich wirklich sehr."

Zur ihrer Corona-Infektion vor drei Wochen meinte sie, dass sie diese "nicht gebraucht" hätte. Sie habe hohes Fieber gehabt und es sei ihr insgesamt "nicht besonders gut gegangen". Jedenfalls war sie froh, dreimal geimpft zu sein.

Kritik von der FPÖ

Für die FPÖ war die Aufforderung Gewesslers in Richtung ÖVP zu verhalten. "Obwohl alleine in der vergangenen Woche mit dem vom Rechnungshof zerrissenen ÖVP-Rechenschaftsbericht und den mutmaßlich erschlichenen Corona-Förderungen für die Politische Akademie der ÖVP gleich zwei absolute Bomben am politischen Parkett detoniert sind, sehen die Grünen, die ja bekanntlich besonderen Wert auf Anstand in der Politik legen, keinen Grund, um sich endlich von der 'Korruptionspartei Nummer eins' zu trennen", kritisierte FPÖ-Abgeordneter Christian Hafenecker. Offenbar habe das "Leben an den Futtertrögen der Macht" die Grünen träge gemacht.  © APA

Margarete Schramböck

Österreich warnt Deutschland vor Kurswechsel bei Gasembargo

Die österreichische Wirtschaftsministerin Bundesministerin Margarete Schramböck spricht sich gegen ein Gasembargo für Österreich aus - und rät auch Deutschland entschieden davon ab.