Die Bundespräsidentenwahl 2016 ist geschlagen, Alexander Van der Bellen erlangte knapp 54 Prozent der Stimmen. Das Endergebnis verkündete Innenminister Wolfgang Sobotka am Dienstag in Wien.

Alexander Van der Bellen hat im Vergleich zur Stichwahl vom 22. Mai sehr viele Wähler dazugewinnen können. Das zeigt das offizielle Endergebnis, das Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) Dienstagmittag bekanntgab und das die APA vorab veröffentlicht hatte.

TV-Debatte: Mitterlehner empfiehlt Hofer einen "Blick in den Spiegel".

Nach Auszählung der Briefwahlstimmen lautet es:

Alexander Van der Bellen: 53,79 Prozent (= exakt 2.472.892 Stimmen)

Norbert Hofer: 46,21 Prozent (= exakt 2.124.661 Stimmen)

Wahlbeteiligung: 74,21 Prozent

Der Abstand liegt bei knapp 350.000 Stimmen. Im Mai betrug er nur knapp 31.000 Stimmen. Van der Bellens Ergebnis fiel insgesamt deutlich besser aus als erwartet: Nach dem vorläufigen Ergebnis vom Sonntag hatte er 51,7 Prozent erreicht.

Wahlbeteiligung überraschend hoch

Höher als bei den ersten Durchgängen war diesmal die Wahlbeteiligung: Sie lag bei der Wahl am 24. April noch bei 68,5 Prozent und bei der aufgehobenen Stichwahl bei 72,65 Prozent. Diesmal bei 74,21 Prozent. Dass die Bürger offenbar nicht "wahlmüde" wurden, überraschte schon am Sonntag die Meinungsforscher.

Bundesländer: Gesamtstimmen für Van der Bellen

(Im Vergleich zum vorläufigen Ergebnis vom Sonntag):

Grün wählten:

Vorarlberg: 62,53 Prozent (60,44)

Oberösterreich: 55,27 Prozent (53,32)

Wien: 65,68 Prozent (63,60)

Tirol: 54,69 Prozent (52,59)

Hier drehte sich das Ergebnis von blau zu grün:

Salzburg: 51,97 Prozent (49,76)

Niederösterreich: 50,66 Prozent (49,22)

Blau wählten:

Burgenland: 41,87 Prozent für Van der Bellen (40,43) - 58,13 Prozent für Hofer

Kärnten: 45,41 Prozent für Van der Bellen (43,45) - 54,59 Prozent für Hofer

Steiermark: 47,26 Prozent für Van der Bellen (44,86) - 52,74 Prozent für Hofer

Sobotka: Keine Manipulationen

Dass es "sicher nicht" zu Manipulationen gekommen sei, versprach Sobotka bereits am Montag in der ZIB2: "Da lege ich meine Hand ins Feuer". Am Dienstag bestätigte er erneut, dass "alles reibungslos" gelaufen sei. Die FPÖ hatte bereits am Sonntag angekündigt, diese Wahl nicht mehr anzufechten. Am Dienstag ließ die Partei in einer Pressekonferenz wissen, dass aus ihrer Sicht die Medien Mitschuld an der Niederlage trügen. Hofer sei in den vergangenen Wochen "unglaublich viel Falsches unterstellt" worden, sagte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Amtlichen Charakter bekommt das Ergebnis am 15. Dezember, wenn die Wahlkommission tagt. Danach haben die Parteien eine Woche Zeit, die Wahl anzufechten. Van der Bellen, der am Nachmittag ein erstes längeres Statement abgeben wollte, soll am 26. Januar als neues Staatsoberhaupt vereidigt werden. (af)

Mit einem so eindeutigen Ergebnis haben die Wenigsten gerechnet: Alexander Van der Bellen konnte sich am Sonntag mit rund 300.000 Stimmen Vorsprung klar von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer absetzen und die Wahl für sich entscheiden. Die Ergebnisse im Detail.