Stiftung Warentest hat vegetarische und vegane Burgerpatties geprüft und bewertet. Der Gewinner überzeugt beim Geschmack, bei einem Verlierer wurden Rückstände von Mineralöl entdeckt.

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Haferflocken, Jackfruit, Sojakleie, Kichererbsen, Seitan, Erbsenprotein, Magermilch, Weizeneiweiß, Cashewkerne, Paniermehl: Die Liste der Zutaten, die das Fleisch in vegetarischen Burgerpatties ersetzen sollen, ist lang. Aber kann Weizeneiweiß den Geschmack von Rindfleisch nachahmen? Magermilch sein Aussehen? Paniermehl den Proteingehalt? Stiftung Warentest hat nach der Untersuchung von 18 Veggieburger-Patties Antworten auf diese Fragen. Die Zusammenfassung sei schon hier verraten: Es kommt drauf an.

Immerhin der Hälfte der getesteten Patties gaben die Prüfer die Note "gut". Testsieger war demnach der "Beyond Burger" von Beyond Meat mit der Note 1,8. Den Testern gefiel an dem Produkt vor allem, dass es "besonders aromatisch" sei, Aussehen, Geruch und Geschmack seien sehr ähnlich wie Rindfleisch. Der Patty habe eine "kräftige Röstnote" und sei bissfest und saftig. Allein der Preis lag mit 1,70 Euro pro 100 Gramm im oberen Feld, wobei sieben andere Produkte noch teurer waren.

Beyond Meat hat in den vergangenen Jahren eine steile Entwicklung hingelegt, längst hat sich das Unternehmen aus der Öko-Nische herausgearbeitet und kommt mitunter aufgrund der großen Nachfrage mit der Lieferung kaum hinterher.

Stiftung Warentest: Schlechte Note für Produkt von Iglo

Auf dem zweiten Platz folgen der "No Meat Just Burger" von Edeka und der "Vegetarische Hack-selig Burger" von The Vegetarian Butcher, beide mit dem Gesamturteil 2,1. Während die Edeka-Patties mit kräftigem Geschmack, viel Omega-3-Fettsäuren und niedrigem Preis (0,87 Euro pro 100 Gramm) punkteten, gefiel den Testern an den Burger von The Vegetarian Butcher die knusprige Kruste und die aromatische Bratnote. Der Preis des letzteren lag allerdings mit 1,83 Euro pro 100 Gramm noch höher als beim "Beyond Burger".

Am schlechtesten schnitten in der Untersuchung die "Green Cuisine Vegetarische Burger" von Iglo ab. Die Tester fanden vier Schadstoffe in kritischen Mengen, dazu zählten unter anderem Mineralölrückstände und das wahrscheinlich krebserregende Glycidol. Das Produkt bekam daher nur ein "mangelhaft" (Note 5,5). Das Unternehmen habe nach eigenen Angaben bereits auf die Ergebnisse reagiert und die Rezeptur verändert, schreibt Stiftung Warentest in seinem Bericht.

Veggieburger: Umweltbilanz unterschiedlich

Auch wenn der Verzicht auf Rindfleisch nicht nur der Umwelt, sondern auch der eigenen Gesundheit helfen kann, sind vegetarische Patties im Umkehrschluss nicht unbedingt gesund. Denn neben Schadstoffen landen in manchen Produkten sehr viele Fettsäuren, von denen vor allem die gesättigten das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen.

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Im "Beyond Burger" etwa waren 21,5 Gramm Fett pro 100 Gramm enthalten, der höchste Wert von allen getesteten Produkten. Allerdings lag der Anteil der ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf Herz und Kreislauf auswirken, relativ hoch. Das Produkt mit dem kleinsten Anteil an Fettsäuren (2,3 Gramm pro 100 Gramm) war der "Jackfruit Burger" von Lotao, der eine Gesamtnote von 2,4 erhielt. Dieser schmeckte den Testern zufolge kräftig nach Hülsenfrüchten und enthielt sehr wenig Kalorien, war aber mit 2,08 Euro pro 100 Gramm das zweitteuerste Produkt.

Wie gut die Umweltbilanz eines Veggieburgers im Vergleich zum Rindfleischpattie unterm Strich ist, hängt allerdings auch davon ab, wie die Ersatz-Inhaltsstoffe angebaut werden – und wo. Die in drei Produkten verwendete Jackfrucht stammte aus Indien, das Sojaeiweiß zum Teil aus den USA. Die Zutaten hatten damit bereits eine weite Reise hinter sich, für die Klimabilanz ist das nicht zuträglich.  © DER SPIEGEL